Donnerstag, 27. Dezember 2007

Sprachgebrauch

Ein Klassiker in Meetings mit seiner Majestät König Autistiko II. ist das Thema Sprachgebrauch. Seine Majestät König Autistiko II. wirft regelmäßig ausnahmslos jedem Mitarbeiter vor, dass er deren mündliche und schriftliche Stellungsnahmen nicht versteht. Er echauffiert sich massiv über die Wortwahl, da das seiner Meinung nach niemand versteht. Seltsam daran ist jedoch, dass sich die Mitarbeiter untereinander als auch mit Kunden und Lieferanten wunderbar verständigen können. Das jedoch unterliegt bei seiner Majestät König Autistiko II. einer dogmatischen Verdrängung.

Neulich hat seine Majestät König Autistiko II. einen wichtigen Kunden telefonisch kontaktiert und einige Modalitäten rund um die Lieferungen sowie Preise besprochen. Na ja, eigentlich hat er eher eine Ansage machen wollen.

Eine viertel Stunde später klingelt bei einem Kollegen aus dem Vertrieb das Telefon und der Geschäftsführer des besagten Kunden ist dran. Der Geschäftsführer beschwerte sich bei dem Mitarbeiter darüber, dass er seine Majestät König Autistiko II. schlicht nicht verstanden hätte und auch nicht bereit wäre, noch einmal mit seiner Majestät König Autistiko II. über das Thema zu sprechen.

Es muss angemerkt werden, dass es sich bei dem Kunden um ein wirklich großes Unternehmen handelt und der Mitarbeiter auf unserer Seite noch nicht mal eine besondere Funktion ausübt, wohl aber dem Kunden persönlich bekannt ist - ja, er durfte gelegentlich mal als Statist gemeinsam mit seiner Majestät König Autistiko II. auftreten ;-)

So insgesamt habe ich daher die Vermutung, dass der Sprachgebrauch seiner Majestät König Autistiko II. unserer Zeit um mindestens 400 Jahre hinterherhinkt. Das macht aber nichts, weil sich das wiederum recht schön in die Tag für Tag gelebte feudale bzw. hinduistischen Hackordnung im Reich seiner Majestät König Autistiko II. einfügt. Man merkt also, der Ball ist tatsächlich rund ;-)

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Mittwoch, 19. Dezember 2007

Die Glückssträhne

Glück hat man, oder eben nicht. Glück ist meistens temporär, selten bis nie von Dauer. Bei seiner Majestät König Autistiko II. verhält es sich erwartungsgemäß anders. Seine Majestät König Autistiko II. hat offenbar eine andauernde Glückssträhne. Das wiederum ist allerdings eine reale Bestätigung der Pseudo-Bauernweisheit "Der dümmste Bauer hat die größten Kartoffeln".

Warum? Nun ja, seine Majestät König Autistiko II. macht praktisch alles, was man falsch machen kann, falsch. Nun könnte man sicher in aller epischen Breite über richtig und falsch und deren Definition philosophieren. Der Einfachheit halber habe ich das Ergebnis einer evidenzbasierten Entscheidung als Messlatte angelegt. Ich halte diese Sichtweise auch deshalb für vertretbar, als dass man nicht permanent davon ausgehen kann, dass Kollege Zufall zur Stelle ist. Das wäre dann fast so, als wenn ich zum BMW-Händler meines Vertrauens gehe, einen BMW X6 bestelle und hoffe, vor Abholung des Fahrzeuges noch mal schnell im Lotto zu gewinnen. Die Erfolgsaussichten sind astronomisch klein, nicht jedoch bei seiner Majestät König Autistiko II.: Die Wahrscheinlichkeit, dass das mit dem Lottogewinn rechtzeitig klappt, ist so hoch, dass ich fast risikolos darauf wetten könnte - Memo für mich selbst: Ich muss seine Majestät König Autistiko II. überreden einen Lottoschein für mich auszufüllen. Verdammt, warum bin ich nicht schon eher darauf gekommen?

Zurück zum Aufhänger der Episode: Dem kleinen pyrogenen Intermezzo verdankt seine Majestät König Autistiko II. u.a. auch die Vollamortisation einer alten Investitionsruine. Und wie das bei Versicherungsschäden so üblich ist, standen in dem abgebrannten Gebäude nicht nur wertlose Dinge, die man nicht mehr braucht. Selbstverständlich lagerte dort das IT-Equipment für ein hochwichtiges, kurz vor dem Kick-off stehendes Projekt, die mittlerweile einige Tausend Stück umfassende Kotztüten-Sammlung sowie 200 brandneue Schreibtische im Look der 70-er Jahre - ja, die Patina war aufpreispflichtig!

Ergo: Wenn du mal wieder was so richtig in den Sand gesetzt hast, dann warte einfach ein Weilchen. Die Sache wird sich schon von ganz allein regeln. Einen Namen für diese Managementmethode suche ich allerdings noch.

Nichtsdestotrotz gönne ich seiner Majestät König Autistiko II. die schon unheimlich anmutende Glücksträhne von ganzem Herzen :-)

PS: Danke für Ihre Kritik ;-)

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Dienstag, 11. Dezember 2007

Mitarbeiterbeschuldigung

Ich muss noch einmal auf die Geschichte mit dem Feuerteufel zurückkommen. Ich hatte zwar nicht erwartet, dass das für seine Majestät König Autistiko II. nicht ohne blödes Geschwafel erledigt ist, aber was seit einigen Tagen hier abläuft entbehrt benahe jeder Grundlage.

Die Brandbeschleunigende Zone seine Majestät König Autistiko II. ist seit dem kleinen Feuerchen auch als Brandermittler unterwegs. Und das geht dann in etwa so: Jeder Mitarbeiter wird durch seine Majestät König Autistiko II. einer Befragung unter vier Augen unterzogen. Getreu der Guantanamo-Devise wird selbstverständlich konsequent nicht nach sachdienlichen Hinweisen rund um die Entstehung des Brandes gefragt, sondern pauschal jeder Mitarbeiter unter Verdacht gestellt - soll der doch erst mal beweisen, dass er das Feuer nicht gelegt hat. Dabei bedient sich seine Majestät König Autistiko II. auch ganz billigen Tricks wie dem bloßen Besitz eines Feuerzeuges. Allein das macht jemanden in den Augen seiner Majestät König Autistiko II. zu einem Hauptverdächtigen. Von der Befragung werden Mitarbeiter, die zum Zeitpunkt des Brandes oder einige Tage davor gar nicht anwesend waren, auch nicht von der Teilnahme am Guantanamo-Schuld-Lotto befreit.

Wirklich blöd an der inquisitional geführten Befragung, äh Beschuldigung ist jedoch die Tatsache, dass sich die überwiegende Mehrheit der Belegschaft dazu aufgefordert fühlt, in tiefer Demut und überzogener Devotion die eigene Unschuld beteuern zu müssen. Liebe Kollegen, so wird das nie etwas! Nur mal so zur Information: Wenn jemand offenkundig nicht an einer objektiven Analyse eines Problems interessiert ist und stattdessen die Schuldfrage mittels Beweislastumkehr klären will, dann haben wir, rein juristisch betrachtet, schon fast den Straftatbestand der Üblen Nachrede erfüllt. Anyway ... was hat seine Majestät König Autistiko II. eigentlich kurz vor dem Brand gemacht?

So, ich warte jetzt darauf, das die merkbefreite Zone seine Majestät König Autistiko II. mich aufruft. Ich glaube das wird ein nettes Plauderstündchen, wenn ich meinen Anwalt direkt mit einer Telefonkonferenz zuschalte ;-)

Ach so, die Anschaffung einer Rauchmelder, auch in Kombination mit einer automatischen Notrufbenachrichtigung, hätte einen Bruchteil der Kosten für die Sanierung des Brandschadens gekostet.

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Freitag, 7. Dezember 2007

Der Pyromane

oder: Wenn Geiz auf Murphys Law trifft

Es gibt Ereignisse, deren Eintritt steht so fest wie das Amen in der Kirche. Man könnte dieses Posting vielleicht auch als Paradebeispiel für Murphys Law sehen - zum Verständnis hier noch einmal die Übersetzung von Edward A. Murphys ursprünglicher Aussage: "Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonst wie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen."

Anfang des Jahres 2006 bemerkte ich schon einmal, dass die Sparwut seiner Majestät König Autistiko II. auch vor elementaren Sicherheitskomponenten wie Feuerlöschern nicht halt macht - wir haben zwar viele, aber die sind gut versteckt. Und wenn doch zufällig einer im Brandfall gefunden wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er funktioniert, vergleichsweise gering. OK, zum Auswerfen von Bränden eignen sich die Feuerlöscher sicher noch. Es hätte also schlimmer kommen können ;-)

Na ja, neulich kam es also wie es kommen musste: In einem Lagerraum ist ein Brand ausgebrochen. Bemerkt wurde er nur durch Zufall, da selbstverständlich auch die paar Euro für Brandmelder eingespart wurden. Das mit dem Löschen war dann schwierig, da niemand einen Feuerlöscher gefunden hat. Irgendwann stellten die unfreiwilligen Brandstatisten dann fest, dass seine Majestät König Autistiko II. leider nicht zu den eingelagerten Artefakten gehört und riefen die Feuerwehr.

Hätte seine Majestät König Autistiko II. die Feuerwehr angerufen, dann wäre das vermutlich so gelaufen:

Seine Majestät König Autistiko II. (sMKA) ruft bei der Feuerwehr an - Tonfall ausgeglichen und freundlich:

sMKA: Schönen guten Tag, mein Name ist König Autistiko II.


Feuerwehr: Feuerwehr-Notrufzentrale, bitte nennen Sie die Art Ihren Notfalls.


sMKA: Sagen Sie mal, haben Sie zufällig noch einen Feuerwehrwagen frei?


Feuerwehr: Haben Sie einen Notfall oder haben Sie nur lange Weile?


sMKA: Ja, also, ich glaube es brennt bei mir.


Feuerwehr: OK, bitte geben Sie mir die genau Anschrift sowie Ihren Namen und Telefonnummer.


sMKA: Nun mal langsam mit den jungen Pferden. Haben Sie denn einen Feuerwehrwagen oder nicht?


Feuerwehr: Natürlich. Was ist das für eine Frage?


sMKA: Gut, dann schicken Sie mir bitte einen Wagen nach $Anschrift. Aber bitte schicken Sie mir den billigsten Feuerwehrwagen!



Wenn ich mir ein kleines Resümee erlauben darf, dann liegt der Schluss, dass seine Majestät König Autistiko II. ein verkappter Pyromane ist. Oder wie sonst sollte man einen derart ignoranten Umgang mit Brandschutz auslegen?

In der Zwischenzeit sollte ich mir ernsthaft über meinen persönlichen Fluchtweg sowie eine private Feuerbekämpfungsausrüstung Gedanken machen. Einen Rauchmelder und einen Feuerlöscher kann man für wenige Euro in jedem Baumarkt kaufen. Bei der Anschaffung einer Rettungsseils und einer Atemschutzausrüstung bin ich noch am überlegen - das sieht dann gleich so paranoid aus ;-)

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Montag, 3. Dezember 2007

Äpfel und Birnen

Seine Majestät König Autistiko II. ist in kaufmännischen Dingen entweder nicht sonderlich begabt oder befindet sich auf einer völlig abgehobenen geistigen Abstraktionsebene. Letzteres halte ich zwar für ein ganz schlimmes Gerücht, aber ausschließen sollte man nichts. Andererseits wäre diese Vermutung jedoch auch eine Art Ansporn ;-)

So what ... entsprechend der eingehend erwähnten These gestalten sich fachliche Gespräche mit seiner König Autistiko II. nicht sonderlich einfach. Er postuliert eine Vermutung, bei der die vorkommenden Aspekte offenkundig in keinem Zusammenhang zueinander stehen, und flippt aus, wenn man eine Frage zum Verständnis stellt.

In Praxi läuft das dann in etwa wie folgt: Was haben schottischer Whisky und Airbus gemeinsam? Nun, wenn man zu viel (Aufträge) drin hat, ist man breit ;-)

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Dienstag, 27. November 2007

Wie man schnell Geld vernichtet

Im krassen Gegensatz zu den absurden Sparzwang seiner Majestät König Autistiko II. im Zusammenhang mit Bankgebühren, Wartung von technischen Anlagen, Kopierpapier und was weiß ich, bei denen es teilweise im wenige Euro pro Monat geht, hat seine Majestät König Autistiko II. kein Problem damit, mit hochspekulativen Geschäften Zehntausende von Euro quasi mit einem Handstreich zu vernichten.

Das erinnert mich an ein Meeting mit seiner Majestät König Autistiko II. vor einigen Monaten. Im Rahmen des Meetings ging es u.a. auch um eine Aspekte aus dem Jahresabschluss. Im Grunde stellte das Rechnungswesen nur fest, dass man aus einer Handvoll Geschäfte leider ein paar Zehntausend Euro abschreiben muss, da die Kunden zahlungsunfähig sind. Es ging, wie gesagt, lediglich darum, die Zahlen kurz auf Wunsch seiner Majestät König Autistiko II. zu erläutern und keinesfalls um eine Auseinandersetzung mit möglichen Ursachen.

Na ja, erwartungsgemäß entwickelte sich das Meeting leider ganz anders: Die Anwesenden durften sich Vorwürfe darüber gefallen lassen, wieso man so viel Geld verloren hat. Im nach hinein bedauere ich den Hinweis darauf, dass seine Majestät König Autistiko II. höchst persönlich und gegen den Rat aller mit der Beurteilung der Aufträge betrauten Mitarbeiter eine Genehmigung erteilt hat - damit war der Bock nämlich endgültig fett.

Im ersten Moment mag das vielleicht seltsam anmuten. Bei näherer Betrachtung und dem nötigen Maß an Erfahrung wird jedoch klar, um was es eigentlich geht - ja, um nichts, schon klar ;-) - aber mal ernsthaft: Das vor Selbstherrlichkeit nur so strotzende Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit ist Methode. Seine Majestät König Autistiko II. ist mangels elementaren kaufmännischen Grundwissens kaum in der Lage, sich über das Risiko einer Entscheidung bewusst zu werden. Und deshalb werden die kaufmännischen Klogriffe konsequent durch hilflos anmutendes Sparen kompensiert - na ja, er versucht es wenigstens ;-)

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Montag, 26. November 2007

Die Six Sigma-Falle

Die Fax-Falle hat mal wieder zugeschnappt. Oh was hasse ich die Meetings mit seiner Majestät König Autistiko II. zu Themen, die aus der Fax-Falle stammen. Das Problem wird eigentlich nur zum Problem, weil seine Majestät König Autistiko II. irgendetwas nicht versteht und deshalb meint einen riesigen Aufstand machen zu müssen.

Die Schuld respektive der Auslöser des vermeintlichen Problems sind selbstverständlich die unfähigen Mitarbeiter des Potentanten. Auf diesem Niveau läuft dann die gesamte Unterhaltung - man steht vor einer (An)Klagemauer und darf sich rechtfertigen. Am besten ist jedoch, man sagt einfach nichts - die Chance, sich in irgendeiner Art und Weise zu rehabilitieren, ist gleich Null. Jedes Eingeständnis seiner Majestät König Autistiko II. möglicherweise im Unrecht zu sein oder nicht jedes Detail zu kennen, wird von ihm selbst als Versagen angesehen. Um dies zu kaschieren wird einfach offensiv verbal Prügel ausgeteilt.

Ach so: Der heute Anlass ist an Absurdität einzigartig und so bislang noch nicht vorgekommen. Kurz gesagt geht es darum, dass ein Kunde mit einer Information auf einer Rechnung nichts anfangen konnte. Das ist zwar mit einem Mindestmaß an logischem Menschenverstand verständlich, aber wir helfen bei Fragen natürlich gern. Dass es sich um die erste derartige Frage bei Zehntausenden Rechnungen handelt, spielt keine Rolle - offensichtlich wurde ich nicht darüber informiert, dass seine Majestät König Autistiko II. heimlich das Qualitätsmanagementsystem Six Sigma eingeführt hat und die Vorgabe von 3,4 Defects per Million Opportunities (DPMO) noch viel zu hoch findet ;-)

Selbst mit einem "Fehlerfall" pro halbe Million Transaktionen unterschreiten wir die 3,4 DPMO von Six Sigma-Level 6, aber das ist egal. Hauptsache man kann sich an etwas aufziehen ...

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Donnerstag, 8. November 2007

Lex mirus

oder: Wer hat eigentlich die blöden Gesetze gemacht

Über skurrile Rechtsstreitigkeiten seiner Majestät König Autistiko II. könnte ich vermutlich ein ganzes Blog füllen. Aus Rücksichtnahme auf seine Persönlichkeitsrechte und meine Anonymität verzichte ich jedoch darauf, zumal viele dieser gerichtlichen Auseinandersetzungen sehr speziell sind und ohne eine ergänzende Erläuterung zum Kontext nicht verständlich wären. Aber hin und wieder ergibt sich mal ein Schätzchen, welches man erzählen kann :-)

An einem Grundstück seiner Majestät König Autistiko II. verläuft ein Abwasserkanal. Mittendrin gibt es auch eine unterirdische Pumpstation, die in etwa zur Hälfte auf das besagte Grundstück reicht. Selbstverständlich ist diese Pumpstation schon seit Ewigkeiten dort, so dass sie im Grundbuch als öffentliche Last korrekt vermerkt ist. Daraus resultiert für den Eigentümer des Grundstücks logischerweise auch die Verpflichtung, den Zugang zu gewährleisten. In der Praxis sieht das bei seiner Majestät König Autistiko II. jedoch ein klein wenig anders aus: Zurzeit hat er keine Lust, der kommunalen Einrichtung den Zugang für die Umsetzung einer winzigen baulichen Maßnahme zu gewähren.

Das fand der Bautrupp gar nicht witzig, zumal man nach tagelangen Diskussionen sowie für nichts und wieder nichts gesperrten Straßen unverrichteter Dinge wieder abziehen musste. Zur Strafe hat der Bautrupp allerdings die Absperrung ein wenig in Richtung Grundstückseingang versetzt und den ganzen Baumaschinenpark vor Ort zurückgelassen.

Theoretisch wäre die ganze Angelegenheit an einem Tag erledigt gewesen, aber wenn seine Majestät König Autistiko II. einen beschissenen Tag hat, was leider an 364 Tagen im Jahr der Fall ist, dann gibt es erstmal ganz großes Kino.

Und so kam seine Majestät König Autistiko II. zu einem Rechtsstreit mit der kommunalen Körperschaft, in der die Auslegung des Zufahrtsrechts zu als Grunddienstbarkeiten eingetragenen Anlagen diskutiert wird. Die Erfolgsaussichten sind gleich Null. In so fern wundert es mich, dass es immer wieder Anwälte gibt, die ihn in solchen Angelegenheiten vertreten. Meistens sind es dann auch noch alte Bekannte. Hauptsache jedoch, man hat es der gegnerischen Partei mal so richtig gezeigt!

Ich habe so den Eindruck, dass das manchmal in Richtung Missbrauch des Rechtsstaates geht. Vorsorglich könnte er sich ja schon mal bei Klaus Zapf ein paar gute Ratschläge abholen - diesbezüglich hat Klaus Zapf bekanntlich einige Erfahrungen gesammelt ;-)

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Montag, 5. November 2007

Relativität

oder: Die hohe Kunst, die Priorität falsch zu setzen

An organisatorischen und kaufmännischen Großbaustellen mangelt es im Reich seiner Majestät König Autistiko II. bekanntlich nicht. Das liegt an drei Dingen: Seine Majestät König Autistiko II. sieht sich als einzige Person mit der Befähigung, Dinge geistig und kaufmännisch zu betrachten - das gilt wohl gemerkt auch über die Grenzen seines sich immer nur um die eigene Achse drehenden Unternehmens hinaus. Probleme werden nicht gelöst, sondern ausgesessen. Und wenn doch mal was von der Bildfläche verschwindet, dann nur weil das Thema vom Schatten einer noch größeren Aufgabe verschluckt wurde. Und last, but not least, weil die Organisation des Reichs seiner Majestät König Autistiko II. derart schlecht und rückständig ist, tauchen fast wöchentlich vergleichsweise banale Aspekte auf, auf die nicht mal eben so reagiert werden kann - sie bedürfen in der Regel einer tiefgreifenden Umgestaltung.

Der seitens seiner Majestät König Autistiko II. propagierte Mangel an Befähigung bei der Belegschaft habe ich mittlerweile (hoffentlich) ausreichend belegt.

Für das Nichtlösen von Problemen gab es von seiner Majestät König Autistiko II. letzte Woche mal wieder eine kurze Übersicht. Das war zwar so nicht gewollt, aber wirkte unter dem Strich sehr schön als Zurschaustellung blanker Hilflosigkeit. Das ERP-System läuft nach wie vor nicht sinnvoll - dazu später mehr. Eine neue Produktionsanlage wartet weiterhin auf ihre Bestimmung oder wenigstens mal auf einen Platz, auf dem sie sich niederlassen kann. Verpackungsmaterial wird knapp, weil seine Majestät König Autistiko II. doch noch erkannt hat, dass rot gedruckte Barcodes von Laser-Scannern nicht lesbar sind - egal, dann muss der Typ mit dem Scanner den Barcode halt selbst ablesen und manuell eintippen. Das Heer der Anwälte wurde noch mal aufgestockt. Die stehen jetzt allerdings nur untätig herum, weil niemand weiß, was sie machen sollen - einige sind schon wieder gegangen.

Und was macht seine Majestät König Autistiko II. in der Zwischenzeit?

Na klar, er kümmert sich und andere wichtige Angelegenheiten ... ach, was sage ich, unglaublich bedeutsame Dinge. Da verblasst selbst das Ende der Rohölreserven oder die globale Erwärmung der Erde. Er kümmert sich nämlich um die Optimierung des Beschaffungsprozesses für Kopierpapier und, ganz wichtig!, dem Vergraulen von Mitarbeitern. Ergänzend dazu werden die wenigen, halbwegs funktionierenden Workflows um unsinnige Optionen ergänzt, die sie teilweise gänzlich unbrauchbar machen.

Aber egal, es geht um nichts. Was rede ich eigentlich immer. Ich sollte nun wirklich keine Kompetenz vortäuschen, wo nichts sein kann ;-)

Ich werde mir lieber darüber Gedanken machen, wo dieses Jahr die gefürchtete Weihnachtsfeier mit seiner Majestät König Autistiko II. stattfinden wird. Die Frage nach meiner Teilnahme könnte ich mit einem Zitat von David Forster Wallace beantworten: Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich.

Nachtrag: Die versprochene Ergänzung zum Status des ERP-Systems hole ich die Tage nach - versprochen :-)

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Freitag, 19. Oktober 2007

Geschäftsreisen

Heute gibt es mal eine kleine Zusammenfassung von Anekdoten von und mit seiner Majestät König Autistiko II. (sMKA) im Zusammenhang mit Geschäftsreisen.

sMKA zu Herrn $Name: Haben wir noch Zeit bis zum Zug?


Antwort: In Anbetracht der Tatsache, dass ich schon seit einer Stunde in Hut und Mantel in Ihrem Büro sitze, könnte man eine gewisse Dringlichkeit annehmen.


sMKA: Reden Sie doch nicht. Wann fährt den der Zug?


Antwort: In 10 Minuten.


sMKA: Oh - das wird knapp. Rufen Sie am Bahnhof an und sagen Sie denen, der Zug soll warten.


Antwort: Sicher - für Sie macht das die Bahn gerne.



Später am Infoschalter im Bahnhof ...

sMKA zur Servicekraft am Counter: Wieso hat der Zug nicht auf mich gewartet?


Antwort: Was glauben Sie wer Sie sind?


sMKA: Nun werden Sie mal frech, Fräulein. Unmöglich.


Antwort: Ich gebe Ihnen einen Gutschein für eine Tasse Kaffee.


sMKA: Hm ...


Antwort: Bitte gehen Sie weiter, damit die anderen Fahrgäste auch noch drankommen.



Irgendwann später am Flughafen ...

sMKA zu Herrn $Name: Mein Flug geht in 20 Minuten. Das schaffe ich nicht. Rufen Sie mal den Piloten an und sagen Sie ihm, er soll warten.


Antwort: Ach nö - nicht schon wieder. Das hatten wir doch erst.


sMKA: Nun reden Sie schon wieder. Scheinbar muss ich hier alles allein machen. Also rufen Sie da jetzt bitte an!


Antwort: Das machen Sie mal schön selbst!


sMKA: Nun seien Sie doch nicht so gereizt!


Antwort: Fragen Sie mich doch einfach nicht so einen Unsinn.



Und noch mal am Flughafen ...

sMKA zur Dame am Check-in: Hier ist der Schlüssel meines Wagens und meine Visitenkarte. Er steht im Eingangsbereich des Terminals. Kümmern Sie sich mal darum, dass der Wagen wieder zurück kommt. Ach so - und zwar schnell: Mein Auto ist nicht abgeschlossen.


Antwort: Sehen Sie ein "P" wie "Parkservice" auf meinem Rücken?


sMKA: Nun sein Sie mal nicht so frech Fräulein. Ich habe es eilig.


Antwort: Parken Sie Ihren Wagen selbst. Ach so - und zwar schnell: Ich rufe gleich den Abschleppservice an, da Sie im Halteverbot stehen.


sMKA zu seinem Mitreisenden: Nun sagen Sie doch auch mal was. Sie stehen immer nur rum und schweigen.


Antwort des Mitreisenden: Nö.



Man merkt, auch das Reisen mit seiner Majestät König Autistiko II. ist niemals langweilig. Mal abgesehen von den ungläubigen Blicken der Mitreisenden ärgert mich an diesen Sachen am meisten, dass seine Majestät König Autistiko II. die Showeinlagen nicht angekündigt hat. Dann hätte ich nämlich Eintritt verlangen können und die Auftritte auf Video aufgezeichnet. Auf Youtube wäre ich da schnell zum Star geworden - na ja, mindestens als Agent seiner Majestät König Autistiko II. ;-)

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Donnerstag, 4. Oktober 2007

Haben wollen

oder: Die Trendhure

In den letzten Wochen haben wir hier eine Menge Spaß mit seiner Majestät König Autistiko II. gehabt. Das will ich dem Leser jedoch keinesfalls vorenthalten.

In der Branche, in der wir tätig sind, gibt es hin und wieder Innovationen. Meistens, oder besser gesagt immer sind es jedoch unsere Mitbewerber, die die guten Ideen umsetzen. Das hat aber nur bedingt etwas mit Geld zu tun. Bekanntlich ist Majestät König Autistiko II. oberster Lehnsherr und somit obliegt ihm die ultimative Entscheidungsgewalt. Ergo müssen alle Ideen vor ihrer Umsetzung zwangsläufig an seiner Majestät König Autistiko II. vorbei. Das Dumme daran ist nur, dass seine Majestät König Autistiko II. eine Begeisterungsfähigkeit ähnlich einem Sack Reis hat - er steht einfach nur so da und es ist ihm scheißegal, ob er umfällt oder nicht.

Zurück zum Thema: Vor einigen Jahren! führte ein Mitbewerber ein neues Produkt auf dem Markt ein. Im Laufe der nächsten Monate beäugten sich die Mitbewerber gegenseitig und entschlossen sich, entsprechend nachzuziehen. Heute ist das Produkt fest im Markt etabliert und, wenn man den Mitbewerber Glauben schenken mag, sehr rentabel.

Nachdem sich seine Majestät König Autistiko II. irgendwann auch mal mit dem Produkt etwas näher beschäftigt hat, kam er zu der Erkenntnis, dass das ein lohnenswertes Investment sein könnte. Na ja, streng genommen war es gar nicht seine Erkenntnis, vielmehr hat er die schon vor Jahren von Mitarbeitern verfassten Memos wiederentdeckt und gelesen - die Verfasser haben das Unternehmen zwischenzeitlich längst verlassen, so dass sich seine Majestät König Autistiko II. als erstes mal als großen Trendsetter feiern ließ. Tja, wenn nichts mehr zu peinlich ist, dann erfinden wir einfach etwas Bestehendes neu und erklären es zum eigenen geistigen Output.

Seine Majestät König Autistiko II., zwischenzeitlich vom geglaubten Schein der eigenen Selbstherrlichkeit fast geblendet, machte sich dann irgendwann ans Werk und kaufte sich zunächst mal ein paar Maschinen für die Herstellung des innovativen Produkts. Viele Millionen Euro ärmer standen dann, völlig unerwartet, ganz viele Container mit den Maschinen teilen auf dem Hof.

Ach so, da war doch noch was, sagte sich seine Majestät König Autistiko II. und rauschte auf der Suche nach einem Schuldigen brassig über den Hof. Monate später, die Maschinen lagerten immer noch in den Containern, forderte seine Majestät König Autistiko II. mal eine Kalkulation für die neuen Produkte auf Basis der bisherigen Investitionen an.

Das Meeting zum Thema Preiskalkulation, ich berichtete ja schon darüber, verlief verheerend, da sich der Chef-Controller dazu berufen fühlte, eine Kalkulation auf Basis der aktuellen Kosten vorzulegen. In dem mehrstündigen Meeting ging es dann um Fragen wie "Warum sind die Energiekosten zwischen 2003 und 2007 gestiegen?" oder "Was ist Lkw-Maut?". Ja, ganz klar, die Fragen kamen selbstverständlich von seiner Majestät König Autistiko II., der offensichtlich einige Entwicklungen, sagen wir mal, ein klein wenig verschlafen hat.

Aber nein, die Energiekosten sind nicht gestiegen - wir müssen die Produktion nur ins westafrikanische Mali verlagern. Dort können wir einfach auf Humanstrom umstellen. Ach so, da war ja noch die Sache mit der Lkw-Maut: Einfach unglaublich. Da hat einfach so eine Regierung in Deutschland für Lkws eine Nutzungsgebühr für Autobahnen eingeführt und nicht bei seiner Majestät König Autistiko II. nachgefragt. Unmöglich!

Nachdem die immensen Wissenslücken seiner Majestät König Autistiko II. halbwegs geschlossen wurden, kam das ultimative Highlight: Wo soll die Anlage aufgebaut werden?

Darauf hatte dann auch seine Majestät König Autistiko II. keine Antwort, so dass wir nunmehr zur Schadensbegrenzung die Altmetallpreise verstärkt im Auge behalten, um die ganze Anlage direkt aus der Fabrik zur Schrottpresse zu fahren ;-)

Und um was ging es? Na klar, um nichts, schon klar, aber auch um etwas anderes: Seine Majestät König Autistiko II. kann jetzt auch so schöne neue Produkte herstellen, wie die Mitbewerber. Er ist ja so innovativ und seiner Zeit weit voraus (aber nur, wenn wir einen dritten Weltkrieg für das Jahr 2050 fest in unsere Überlegung einkalkulieren).

PS: In diesem Zusammenhang sehr empfehlenswert ist das Buch "Management von Nichtwissen in Unternehmen" von Andreas Zeuch - "Auch das Nichtwissen ist eine wichtige, wenig beachtete produktive Kraft. Denn der konstruktive Umgang mit Nichtwissen ist Voraussetzung für Kreativität, Innovation und lebenslanges Lernen."

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Donnerstag, 13. September 2007

Didaktik

Widmen wir uns heute mal einem eher unspannenden Thema: Der Didaktik. Die Didaktik ist, vereinfacht ausgedrückt, die Wissenschaft des Lehrens. Der geneigte Leser wird sich daher durchaus zu recht fragen, welche wichtige Rolle der Didaktik in einem mittelständischen Unternehmen zukommt. Da wäre zunächst, selbstverständlich, das Thema Ausbildung zu nennen - Auszubildenden muss natürlich vernünftig und vor allem strukturiert Wissen vermittelt werden. Auch neue Mitarbeiter oder Mitarbeiter, die mit neuen Aufgaben oder Tätigkeiten betraut werden, sollten eine fundierte Einweisung erhalten. Aber das meine ich gar nicht. Es geht eigentlich, wie schon vermutet, um seine Majestät König Autistiko II. und dessen enorme Defizite im Umgang mit Problemen und Menschen. Streng genommen verlangt seine Majestät König Autistiko II. ausnahmslos von jedem Mitarbeiter ein enormes Maß an didaktischen Fähigkeiten. Mich wundert daher schon, dass die Akademikerquote bei uns allenfalls homöopathisch ist ;-)

Aber OK, zurück zum Auslöser der Anekdote: Wir benötigen durchaus recht große Mengen an Devisen. Die Beschaffung von ausländischen Währungen ist recht komplexes Geschäft, da diese einerseits börsennotiert sind und ihr Preis somit üblichen wirtschaftlich und/oder politisch motivierten Schwankungen unterlegen ist und andererseits kalkulatorisch bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden müssen.

Ich bin kein ausgewiesener Experte für den Forex respektive Devisenmarkt, habe jedoch eine Reihe von Kollegen (gehabt), die sich auf diesem Gebiet wirklich exzellent auskennen. Diese Exzellenz messe ich dabei in erster Linie am langfristigen Erfolg ihrer Tätigkeit.

Die eingehend erwähnte Komplexität des Devisenmarktes entsteht in erster Linie dadurch, dass es eine Vielzahl von Instrumenten gibt, mit denen man die Devisenbeschaffung strategisch kurz-, mittel- oder langfristig steuern kann. Zu nennen wären in diesem Zusammenhang Swaps oder Futures.

Und nun kommt seine Majestät König Autistiko II. ins Spiel: Seine Majestät König Autistiko II. hat schlicht keine Ahnung von Swaps & Co., bestreitet dies jedoch vehement und kaschiert dieses Nichtwissen, indem er den Experten im eigenen Haus Unfähigkeit vorwirft. Viele Versuche der Kollegen seiner Majestät König Autistiko II. wenigstens einige Basiskenntnisse zu vermitteln, sind ausnahmslos fehlgeschlagen - vielleicht lag es auch der Einstellung seiner Majestät König Autistiko II. selbst, der nämlich glaubt, man könne dieses Trallala mal eben im Flur erklären.

Na ja, irgendwann war seine Majestät König Autistiko II. die als unangemessene Belehrungsversuche verstandenen Erklärungen leid und erklärte auch die Devisenbeschaffung zur Chefsache. Unter dem Strich waren die ursprünglich damit beauftragten Kollegen ausnahmslos erleichtert, da man so schlagartig die Anzahl der täglichen Feindkontakte signifikant reduziert hat.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Seine Majestät König Autistiko II. begann ohne Verzögerung mit seinen Forex-Aktivitäten. Auf eine Strategie und entsprechende Kapitalmarkinstrumente hat er mal gleich ganz verzichtet und einfach intuitiv mal hier und mal da in den Markt gepickt. Das mit dem Picken hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Man findet nicht immer das richtige Korn und hin und wieder pickt man auch mal in die Scheiße des Nachbarn - ganz bildlich ausgedrückt.

Das Ergebnis seiner Majestät König Autistiko II. ist nach einem halben Jahr jedoch recht passabel ausgefallen: Er hat binnen dieses Zeitraums mehr verzockt, als alle Kollegen in den letzten Jahrzehnt zusammen.

Und was lernen wir (mal wieder) daraus: Es geht um nichts! Anstatt einmal anzuerkennen, dass es Menschen gibt, die sich über die Konsequenzen ihres Tun und Handels im Klaren sind und deren Kompetenz konkret messbar ist, werden diese lieber für ihre didaktischen Schwächen verbal ausgepeitscht und das ganze Unternehmen als Voluntary Playground betrachtet.

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Montag, 13. August 2007

Selbst ausgetrickst

Seit einiger Zeit haben wir das Management rund um die Optimierung unseres ERP-Systems professionalisiert. Früher hat jeder, der gemeint hat etwas sagen oder ändern zu müssen, dies gleich und ohne Rücksprache veranlasst. Das hat dann irgendwie nicht so recht geklappt.

Heute wird in Projektteams über Anpassungen und Verbesserungen gesprochen und anschließend gemeinsam abgenickt. Das ist sehr produktiv und die Kollegen fühlen sich in die Prozesse einbezogen, was sie wiederum ein Stück weit zufriedener macht.

Soweit so gut - wer das/den Blog halbwegs regelmäßig liest weiß, dass es kein Licht ohne Schatten respektive keine Lösung ohne die Bremsmanöver seiner Majestät König Autistiko II. gibt.

Und so begab es sich fast zwangsläufig, dass seine Majestät König Autistiko II. Schluss und letztendlich über jede Änderung persönlich befindet. Das macht er dann ganz still und leise in seinem Kämmerlein. Worum es in den für Techniker oder IT-Experten geschriebenen Protokollen geht, weiß er zwar nicht, hindert ihn jedoch nicht im geringsten, alle Änderungen pauschal abzuweisen. Manche Kollegen vermuten, dass die Ablehnung aufgrund der Unkenntnis seiner Majestät König Autistiko II. zustande kommt. Nun, das mag sein, aber wenigsten fragen kann man ja wohl, oder?

So richtig lustig wird die Sache allerdings dann, wenn seine Majestät König Autistiko II. einen Vorschlag hat, dieser in einem Change Request verarbeitet wird, um dann, genau wie alle anderen Anpassungen, von ihm selbst abgelehnt zu werden.

Was für eine Show, wenn sich seine Majestät König Autistiko II. bei passender Gelegenheit darüber beschwert, dass seine ach so tolle Änderung nicht umgesetzt wurde, und er gesagt bekommt, dass er sich diese Änderung selbst abgelehnt hat - ich bin dann beim Lachen fast den Tränen nah ;-)

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Freitag, 20. Juli 2007

Leitsätze

oder: Die Manifestation der Lächerlichkeit, Teil 43

Einige Gedanken zum Abschluss dieser beschissenen Woche: Ein Kommentar zu den Leitsätzen des Unternehmens.

Viele Unternehmen haben sich Leitsätze verordnet. Das sieht chic aus und soll mächtig beeindrucken. Mehr ist es bei vielen Unternehmen nicht, da man Leitsätze nur als lästiges Beiwerk ansieht. Das könnte vielleicht daran liegen, dass man die doofen Leitsätze haben muss, wenn man beispielsweise eine Zertifizierung benötigt.

So steht in den Leitsätzen unseres Unternehmens u.a., dass der Kunde im Mittelpunkt unseres Handels steht.

Buuuh - glatt gelogen! Im Mittelpunkt unseres Daseins steht ausschließlich seine Majestät König Autistiko II. - und zwar allein. Das möge sich bitte jeder Mitarbeiter merken!

Seine Majestät König Autistiko II. steht dabei wie ein Monolith in der Landschaft. Resistent gegen alle Umwelteinflüsse und gute Ratschläge, grauenvoll unausgeglichen und zu tiefst davon überzeugt, dass schlechtes Benehmen zum guten Ton gehört. Er steht einsam auf weiter Flur, von seiner Familie fast vollständig sozial entkoppelt. Da steht er also, im Mittelpunkt einer selbst geschaffenen und unheimlich anmutenden Realität, als will er den ganzen Tag sagen "Jetzt erst recht!".

Es tut mir wirklich leid, aber ich kann diesen Mist, der als Leitsätze des Unternehmens tituliert wird, nicht ernst nehmen. Daher ein Vorschlag: Verkürzt das ganze Trallala auf

"Wir geloben an Eides statt alles für seine Majestät König Autistiko II. zu tun, so wahr uns genügend Papier zur Verfügung steht."

und spart eine Menge Papier ;-)


PS: Heute hat schon wieder ein Kollege gekündigt.

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Mittwoch, 4. Juli 2007

Gunst

oder: Captatio benevolentiae

Die Höhen und Tiefen der Wertschätzung durch seine Majestät König Autistiko II. erlebt jeder Mitarbeiter und jede Abteilung mindestens einmal im Quartal. Dabei erfolgt der Wechsel von Gunst zu Missfallen üblicherweise abrupt, ohne Verwarnung und vor allem ohne Grund. Aber wer braucht schon einen Grund für die Meinungsänderung. Das ist im Grunde ähnlich dem Sprichwort "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert" - wen schert das Fehlen einer Begründung, wenn man als Kalfaktor-Hasser und Querulant bekannt ist. Das hat sich wohl auch George W. Bush gesagt, als er seinen ehemaligen und wegen Meineid verurteilten Berater Lewis "Scooter" Libby prompt vor Antritt seiner Gefängnisstrafe begnadigte. Aber egal - so läuft das nun mal.

Auch wenn die Gunst seiner Majestät König Autistiko II. gegenüber den Mitarbeitern einer Volatilität ähnlich der des Tidenhubs in der kanadischen Bay of Fundry (rund 15 Meter Unterschied zwischen Niedrig- und Hochwasser) unterliegt, so gibt es auch ein tief verwurzeltes Misstrauen gegenüber einzelnen Abteilungen. So richtig nachvollziehbar ist das nicht, zumal sich seine Majestät König Autistiko II. auch konsequent davor drückt, im Zweifelsfall mal nachzuforschen. Unter dem Strich sorgen dann klassische Vorurteile für das Fortbestehen urbaner Legenden wie "Frauen sind dumm", "Neger sind faul" und "Ich (seine Majestät König Autistiko II.) bin der einzig Normale".

PS: Ich bin letzte Woche nach einer mehrmonatigen (gefühlten) Hochphase in der Gunst seiner Majestät König Autistiko II. jäh auf den Boden der Realität zurückgeholt worden. Anmerkung für meine Kollegen: Ihr habt nichts verpasst, und, schön wieder bei euch zu sein ;-)

*) Captatio benevolentiae = lateinisch für "Streben nach Wohlwollen"

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Donnerstag, 28. Juni 2007

Streiten statt erinnern

Vor einigen Tagen bot seine Majestät König Autistiko II. mal wieder einen grandiosen Showdown. Auslöser war eine Änderung im Ablauf eines Geschäftsprozesses, die, wohlgemerkt, mit seiner Majestät König Autistiko II. detailliert abgesprochen wurde. Und zur Feier des Tages hat er das Konzept ausnahmsweise sogar persönlich abgezeichnet. Dummerweise konnte, oder besser gesagt wollte er sich einen Monat später nicht mehr daran erinnern. Daran änderte auch die Tatsache, dass ihm die Unterlagen mit seiner Unterschrift vorgelegt wurden, rein gar nichts.

Anstatt jedoch den Mangel an Realitätsbewusstsein oder Erinnerungsvermögen anzuerkennen und einfach eine weitere Änderung anzufordern, streitet seine Majestät König Autistiko II. lautstark jegliche Kenntnis ab und, zu allem Überfluss, werden anwesende Mitarbeiter persönlich für das angeblich eigenmächtige Handeln angegriffen. Tja, das ist das Niveau auf dem der alltägliche Umgang miteinander stattfindet. Da bleibt einem nur noch ungläubiges Kopfschütteln und schockierende Fassungslosigkeit.

Ich komme auch nicht umhin anzumerken, dass das Maß an Skurrilität bei Gesprächen mit seiner Majestät König Autistiko II. stetig steigt. Man könnte glatt den Eindruck haben, seine Majestät König Autistiko II. ist immer mehr nicht mehr Herr seiner selbst. Im Moment mutiert er zu einem kleinen garstigen Gnom. Und zwar einer von der Sorte, über den man beim Laufen permanent stolpert, weil er sich bewusst zwischen die Beine anderer Menschen wirft. Man, kann der Typ sich einfach zwischen die Bahngleise werfen? Ich glaube man muss seiner Majestät König Autistiko II. einfach nur mal bewusst machen, welchen Gefallen er der Menschheit damit tun würde ;-)

Meiner Meinung nach geht es aber nur darum, den chaotischen Zustand aufrecht zu erhalten. Und wenn seine Majestät König Autistiko II. doch mal zu recht eine Angelegenheit bemängelt, dann lag das fast immer daran, dass sich einige Kollegen anhaltend in einem Erkenntnisvakuum mit zertifizierter Merkbefreiung befinden.

PS: Als Pazifist möchte ich ausdrücklich betonen, dass der Gleiswurf allen Vorteilen zu trotz selbstverständlich nur eine Metapher ist.

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Sonntag, 17. Juni 2007

Dringlichkeit

Dass seine Majestät König Autistiko II. die absolute Befehlsgewalt hat, erwähnte ich ja schon. In diesem Zusammenhang ist auch klar, dass wirklich jede Entscheidung, ganz egal ob es sich um die Bestellung von Kopierpapier, das Einschalten der Beleuchtung im Gebäude oder die Nutzung der Parkplätze auf dem Firmengelände handelt, von ihm exklusiv gefällt wird. Ein weiterer Aspekt dabei ist dabei der Zeitfaktor: Selbstverständlich ist alles extrem dringend.

In der Praxis ist dann der folgende Ablauf üblich: Seine Majestät König Autistiko II. stellt fest, dass ein Arbeitsablauf unbefriedigend ist. An dieser Stelle muss ich ausnahmsweise anerkennen, dass seine Majestät König Autistiko II. durchaus häufiger ein nachvollziehbares Ziel verfolgt. Seine Majestät König Autistiko II. erklärt dann recht wortreich, ohne dabei jedoch konkret zu werden, wie er sich einen Arbeitsablauf vorstellt. Den Zuhörern fallen spontan einige Fragen ein, die im Rahmen der Umsetzung relevant sind. Diese Fragen werden von seiner Majestät König Autistiko II. dabei elegant ignoriert oder als unwichtig vom Tisch gewischt. Schluss und letztendlich darf die typischerweise für das Kollektiv formulierte Aufgabe dann im Detail ausgearbeitet werden - aber pronto!

Die Koordination der Zuständigkeit innerhalb des Teams ist dann die erste zu bewältigende Hürde: Da gibt es schnell Reibereien aufgrund der Befindlichkeiten einzelner Kollegen, die sich übergangen fühlen, komischerweise aber den Mund bei dem Gespräch mit seiner Majestät König Autistiko II. nicht aufbekommen haben - oooch, dann heul doch ;-)

Nun ja, irgendwann später ist die Angelegenheit dann ausgearbeitet und wird seiner Majestät König Autistiko II. zum Abnicken vorgelegt. Und damit endet in aller Regel die Angelegenheit, da sich seine Majestät König Autistiko II. nicht entscheiden kann und, sofern es doch mal ein abschlägiges Feedback gibt, ohne weitere Informationen über das Warum respektive konkrete Angaben, die die Optimierung des Konzeptes ermöglichen würden.

Ganz so dringend scheinen die Dinge also doch nicht zu sein. Es scheint mir wieder einmal eine Taktik zu sein, die nur dazu dient, die ganze Mannschaft einfach nur in Bewegung zu halten.

PS: Ein Nachtrag über das absehbare Schicksal von Frau von Sinnen: She’s no more. Dafür läuft neuerdings eine skurrile Nummer am Counter ;-)

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Mittwoch, 13. Juni 2007

Feindbild

Der natürliche Feind seiner Majestät König Autistiko II. ist die Entscheidung. Dabei handelt es sich aber nicht einfach nur um einen Feind im Sinne des renitenten Nachbarn, der seine Chemietoilette im eigenen Vorgarten entleert oder die lebensbejahende Mutter, die mit Ehemann und den beiden Schietbütteln mit knapp 200 Sachen pro Stunde über die Autobahn fliegt und sich dabei notorisch mit dem Sicherheitsabstand verschätzt, sondern vielmehr um eine Konstellation, die der dem Teufel und dem Weihwasser beängstigend sehr ähnlich ist.

Prinzipiell könnte sich seine Majestät König Autistiko II. ausnahmslos immer das Ausüben aller zur Verfügung stehender Optionen leisten, aber dazu ist er wiederum zu geizig. Also überstürzt er nichts und entscheidet sich am liebsten gar nicht.

Bis zu einem bestimmten Grad mag das OK sein. Es gibt aber durchaus einige wenige Momente im Leben, bei denen man sich entscheiden muss. So zum Beispiel Papiersparen oder Papiersparen. Lustig wird es allenfalls dann, wenn seine Majestät König Autistiko II. eine halbe Stunde im Auto sitzt und überlegt, welchen der beiden Parkplätze vor dem Firmengebäude er nutzen sollte. Auch die verbalen Reflexe seiner Majestät König Autistiko II. haben uns schon häufiger den einen oder anderen Lacher beschert, als die Tatsache, dass das Licht in einem Raum aus war, durch Adverbien wie "kalt", "warm" oder "feucht" umschrieben wurde - nicht lachen, ist alles schon passiert!

Wenn seine Majestät König Autistiko II. dann doch mal eine Entscheidung treffen muss, dann wird vorab erst mal ordentlich in der Belegschaft ausgeteilt. Irgendjemand muss ja schließlich die Schuld haben, dass sich seine Majestät König Autistiko II. entscheiden musste. Per Saldo fällt seine Majestät König Autistiko II. eine Entscheidung grundsätzlich nur dann, wenn er mit dem Arsch an der Wand steht - und dazu bedarf es immer eines gewaltigen Aufwandes.

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Donnerstag, 19. April 2007

Besprechungsverbot

Nach wir uns in den vergangenen Monaten bereits mit Telefonierverboten, Faxverboten und E-Mail-Verboten für die Belegschaft bzw. Teile der Belegschaft seiner Majestät König Autistiko II. ausgiebig beschäftigt haben, kommen wir heute einmal zu einem Vorschlag aus den Reihen der Kollegen: Ein Besprechungsverbot für seine Majestät König Autistiko II. höchst selbst.

Auslöser dieser Überlegung war die Feststellung einiger Abteilungsleiter, dass seine Majestät König Autistiko II. kaum mehr in der Lage ist, einen angeforderten Gesprächstermin mit Mitarbeitern wahr zu nehmen. In Anbetracht der Tatsache, dass das Imperium seiner Majestät König Autistiko II. einem zentralistischen Diktatur entspricht, wird faktisch nichts mehr erledigt, was einer Entscheidung bedarf - ganz egal wie banal diese auch immer sein mag.

Wir sollten daher seine Majestät König Autistiko II. mit einem Besprechungsverbot belegen, solange er die sich bis dato auf seinem Schreibtisch auftürmenden Dinge nicht erledigt hat ;-)

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Montag, 16. April 2007

Vergesslichkeit

Wenn man sich über etwas echauffieren will, dann findet man eigentlich immer etwas. Schließlich heißt es nicht umsonst "Wo ein Wille ist, ist ein Weg." ;-)

So richtig neu ist das Phänomen daher also nicht, aber so richtig betrachtet habe ich es an dieser Stelle meines Erachtens noch nicht. Es handelt sich um die Altersdemenz seiner Majestät König Autistiko II., die häufig und oft mittels verbaler Inkontinenz kaschiert wird.

In Praxi läuft das dann wie folgt ab: Man unterhält sich mit seiner Majestät König Autistiko II. über die Gestaltung eines Geschäftsablaufes und fixiert die getroffene Übereinkunft schriftlich in einem Protokoll. Die nächsten zwei Wochen wird entsprechend der Vorgabe verfahren. In der dritten Woche kann sich seine Majestät König Autistiko II. plötzlich nicht mehr an das Vereinbarte erinnern und jammert über den Zustand andauernder Unorganisation herum.

Und wenn man dann mit seiner Majestät König Autistiko II. über das vermeintliche Problem sprechen, möchte – zumindest hat er immer "dringend" und "sofort" um Rücksprache gebeten -, dann hat der Kasper keine Zeit.

Also ehrlich: Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass das Drangsalieren der Belegschaft zu vorgerückter Nachtstunde eigentlich nur der Beschäftigung seiner Majestät König Autistiko II. selbst dient ;-)

Vielleicht hilft es aber auch, das Chaos im eigenen Büro einmal zu beseitigen, so dass man die gesuchten Protokolle einfacher findet ;-)

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