Mittwoch, 14. November 2007

Absage für Weihnachtsfeier

Die alljährlichen Weihnachtsfeier nähern sich langsam aber unaufhaltsam. Prinzipiell finde ich das Event in Ordnung und habe bei früheren Arbeitgebern auch halbwegs regelmäßig daran teilgenommen. In Anbetracht der Tatsache, dass sich seine Majestät König Autistiko II. in seiner Eigenschaft als organisatorische Massenvernichtungswaffe mittlerweile nicht mehr nur mit 250 Kilometern pro Stunde als Geisterfahrer auf der Autobahn unterwegs ist, sondern konsequent auch mit gleicher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone heizt, ist das Thema Weihnachtsfeier für mich definitiv gestorben.

Ich erspare mir das nur noch als pathologisch zu bezeichnende Verlangen, in stundenlangen Monologen das tägliche Martyrium als heile Welt darzustellen. Es tut mir, ehrlich gesagt, auch nicht leid, der Tochter seiner Majestät König Autistiko II., Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, bei ihrer in diesem Jahr ersten und einzigen Aufgabe eine Absage zu erteilen. Vielleicht wäre es sinnvoll auch ihr einmal deutlich zu verstehen zu geben, dass man sich mit einer Weihnachtsfeier, in der die Mitarbeiter nur als lästige Statisten gesehen werden, sparen kann, da sie nicht dazu beiträgt die eigene, tagtäglich gelebte Menschenverachtung gegenüber der Belegschaft, zu kaschieren.

So, nun genug den emotionalen Mülleimer traktiert. Für alle, die sich nicht trauen ehrlich abzusagen, habe ich zehn gute Gründe oder Argumente zusammengetragen, um bei Weihnachtsfeiern abzusagen:
  1. Sie haben einfach zu viel Arbeit auf dem Schreibtisch und müssen die Zeit während der Weihnachtsfeier produktiv nutzen.

  2. Sie halten es ethisch nicht vertretbar, zusätzlich zum regulären Gehalt auch noch mit Nahrungseinheiten und Geschenken bestochen zu werden.

  3. Nach der letzten Weihnachtsfeier hat Ihnen Ihr Arzt unter Berufung auf den Zustand Ihrer Leber die Teilnahme untersagt.

  4. Sie haben bereits mit allen weiblichen/männlichen Mitarbeitern Sex gehabt - nun wird es langweilig.

  5. Sie werden am Tag der Weihnachtsfeier voraussichtlich einen Todesfall in der Verwandtschaft haben.

  6. Sie schaffen es nicht, zwischen Feierabend und Beginn der Weihnachtsfeier noch einen Döner zu essen - satt wird man ja leider nicht auf der Weihnachtsfeier.

  7. Sie haben es nicht verdient, an der Weihnachtsfeier teilzunehmen.

  8. Sie haben kein passendes Geschenk für Ihren Chef gefunden, da Mini-Implosionsbomben leider immer noch unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen.

  9. Sie haben sich gerade von der süßen Maus aus dem Sekretariat getrennt und nun ein Verhältnis mit ihrer Kollegin gegenüber - das birgt nur Konfliktpotential.

  10. Sie haben ein Training bei Ihrem Aggressionstherapeuten, bei dem Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht fehlen dürfen.

Und falls man noch unentschlossen ist, dann ist der Bericht unserer letzten Weihnachtsfeier fast schon Pflichtlektüre - das kann einem passieren ;-)

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Dienstag, 19. Juni 2007

Büroschlaf

Auf der Suche nach einer halbwegs korrekten Ausgleichstätigkeit für lustlose Phasen im Büro bin ich auf Tipps für das heimliche Nickerchen im Büro gestoßen - sehr lesenswert!

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Montag, 15. Januar 2007

Opferrolle

Der täglich mehrfach abgehaltenen Beschreiungszeremonie seiner Majestät König Autistiko II. habe ich mich ja schon vielfach gewidmet. Man sollte also meinen, dass das Thema irgendwie ausgelutscht sein sollte. Je länger man jedoch in der Company seiner Majestät König Autistiko II. arbeitet, desto skurriler wird der Arbeitsalltag. Ich musste mich heute, während ich mich mit einigen Kollegen unterhalten habe, eines Besseren belehren lassen: Zu der von seiner Majestät König Autistiko II. intensiv gehegten und gepflegten Beschreiungszeremonie gibt es doch noch was zu berichten ;-)

Immer dann, wenn man einen Kollegen sucht und nicht auf Anhieb findet, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser einer Beschreiung durch seine Majestät König Autistiko II. beiwohnt, recht groß. Diese Annahme wird in der Regel wortlos durch das geknickte Erscheinungsbild der Kollegen nach deren Rückkehr an den Arbeitsplatz bestätigt.

Daher lautet neuerdings die Frage auch nicht mehr "Wo ist Herr oder Frau $Name?" sondern "Wer hat heute das Los für die Opferrolle gezogen?".

Man kann sich dann noch Gedanken machen, für welche der fünf, fast täglich abgehaltenen Beschreiungszeremonien man eingeteilt ist. Zur Wahl stehen zwei am Vormittag abgehaltene Zeremonien, eine Mittagszeremonie sowie zwei nachmittags stattfindende "Veranstaltungen". Besonders gefürchtet ist die Mittagszeremonie: Das Knurren des Magens übertönt den eigenen Redeschwall, sofern mal selbstverständlich überhaupt zu Wort kommt, und seine Majestät König Autistiko II. erzürnt sich noch mehr, wenn ein Mitarbeiter, den er mal ganz spontan zusätzlich einladen möchte, es gerade noch so zur Mittagspause geschafft hat und somit nicht verfügbar ist.

Und, meine Damen und Herren: Nicht drängeln! Jeder kommt dran - garantiert ;-)

Das bringt mich langsam aber sicher auch zu der Frage, ob man sich nicht mal mit der Berufsgenossenschaft oder der Gewerkschaft über Schmerzensgeldansprüche unterhalten sollte. Parallel dazu könnte der Orden der Telefonati aber auch eine Opferschutzorganisation gründen. Wie wäre denn "Der devote Ring" als Namen?

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Freitag, 12. Januar 2007

Safari im Hinterhof

Nach ein paar halbwegs schönen und fast schon frühsommerlichen Tagen im Januar hat der Winter mal kurz Anlauf genommen und gestern ordentlich Wind und Regen geschickt. Danke!

Das hat auch viele Kollegen erfreut, die sich zum Rauchen neuerdings im Geräteschuppen im Garten versammeln. Und das trotz der Tatsache, dass der Schuppen eine ziemlich windige Ecke ist und man auf dem Weg dahin von dem Mistwetter auch noch gequält wird. Meckern kann jetzt aber niemand, da ich den Kollegen durchaus einige Alternativen für das Rauchen am Arbeitsplatz aufgezeigt habe ;-)

So what ... ganz unteressant war der Weg dahin aber nicht. Einige Kollegen berichteten von Anakondas und Krokodilen, die sich in den riesigen Pfützen versteckt hätten. Hm ... das kann ja jeder behaupten. Ich will Beweise!

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Freitag, 22. Dezember 2006

Unverhofft kommt oft

So in etwa sieht es aus, wenn seine Majestät König Autistiko II. ganz unverhofft auf dem Monitor erscheint oder das Büro betritt:





Bloß gut, dass seine Majestät König Autistiko II. eine ausgeprägte Technikfeindlichkeit besitzt und somit mit Computern und Webcams nichts am Hut hat ;-)

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Samstag, 16. Dezember 2006

Entspannung im Büro III

oder: The G-String-Show

Vor Weihnachtsfeiern in der Firma kann man die Kollegen durchaus schon mal ein klein wenig anheizen:







Aber Achtung: Vorher mit dem Chef sprechen, nicht das es eine Anzeige wegen sexueller Belästigung am Arbeitplatz gibt ;-)

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Donnerstag, 14. Dezember 2006

Prinzip Hoffnung

oder: Weihnachtsfeiern als Hort des Grauens

Nachdem mich eine Reihe von Kollegen gebeten haben auf der Weihnachtsfeier zu erscheinen, habe ich mit einer langjährigen Tradition des Boykotts gebrochen und habe an der Weihnachtsfeier der Company teilgenommen.

Aus den Erzählungen der Kollegen war mir in etwa klar, was mich erwartet. Unter dem Strich wurden meine Erwartungen dann aber doch bei weitem übertroffen - und zwar in jeder Hinsicht.

Schon das Kommen bereitete einigen anderen Kollegen Kopfschmerzen, die jedoch vor dem offiziellen Beginn der Beweihräucherung mit einem Sixpack Bohnekamp neutralisiert wurden. Dementsprechend positiv gestimmt war die Atmosphäre bei Betreten des Restaurants.

Gegen 2030, etwa eineinhalb Stunden nach Beginn, gab es eine Vorspeise. So richtig glücklich war jedoch niemand damit: Auf den Radkappengroßen Tellern befanden sich lediglich vier penibel abgezählte Tortellini - da hätte selbst in Deutschland die Food and Agriculture Organization (FAO) den mahnenden Zeigefinger erhoben.

Nach einer obligatorischen Wartezeit von einer Dreiviertelstunde wurde dann der nächste Gang serviert. Die Enttäuschung in den Gesichtern der Gäste hat offensichtlich auf die Trändrüsen des Kochs gedrückt - diesmal gab es ein sattes Dutzend Rigate mit Tomatensoße und Parmesankäse.

Nachdem die Meute gerade so vor dem Hungertod gerettet wurde, folgte nahtlos der dritte Akt. Seine Majestät König Autistiko II. hielt eine seiner gefürchteten Ermüdungsreden. Mir ist aufgefallen, dass jeder Satz seiner Majestät König Autistiko II. quantitativ genau doppelt so viele Wörter enthielt, als er tatsächlich verwendete. Das dürfte die Kausalität sein, weshalb gleich zu Beginn der Alkoholkonsum drastisch in die Höhe schoss. Die Kellner kamen mit dem Auffüllen der Weinflaschen am Tisch kaum noch hinterher. Die verdrehten Augen der Kollegen rührten jedoch in erster Linie vom Unverständnis über die Zähigkeit des Alkoholnachschubs als vom Filibustern seiner Majestät König Autistiko II.

Stunden! später - die Hälfte meiner Tischnachbarn hatte schon glasige Augen - ging es zu einem Break vor die Tür. Man fühlte sich irgendwie an US-amerikanische Flughäfen erinnert: Eine riesige Traube Menschen rund um einen großen Aschenbecher. Gesprächsthema No. 1 war die Sitzordnung. Sie reflektierte direkt die persönlichen Befindlichkeiten seiner Majestät König Autistiko II., indem er die Hackordnung klar applizierte. Auf dem Podest in der Mitte des Restaurants thronte seine Majestät König Autistiko II. gemeinsam mit einigen Mitarbeitern, die noch nicht in Ungnade gefallen sind. Das wiederum liegt wohl in erster Linie daran, dass sie die Probezeit noch nicht bestanden haben. Der auf hohem Niveau befindliche Alkoholpegel dürfte ursächlich dafür verantwortlich gewesen sein, dass einige Kolleginnen die architektonische Außendekoration des Restaurants langsam demontierten. Manche Frauen werden besoffen irgendwie unausstehlich ;-)

So insgesamt betrachtet zog sich die Veranstaltung dann bis Mitternacht hin. Satt wurde, wie gesagt, eigentlich niemand. Ein Edel-Italiener ist definitiv ein Restaurant, bei dem man Essen gehen kann, wenn man zuvor etwas gegessen hat.

Richtig locker ging es an den einzelnen Tischen nicht zu. Böse Zungen behaupten es lag an der vorgeschriebenen Sitzordnung. Also ich fand es toll, mitten im intellektuellen Tschernobyl zu sitzen. Meine Tischnachbarn hatten ihre Polonium-Stäbe stets dabei, um das Strahlungsniveau aufrecht zu erhalten.

Für steht in jedem Fall fest: Sollte ich nächstes Jahr immer noch in der Hölle schmoren, dann werde ich garantiert nicht noch einmal an dem Weihnachtstheater teilnehmen - Fasten kann ich auch allein ;-)

PS: Hatte letzte Woche ein Interview für einen neuen Job. Es lief eigentlich ganz gut. Man will sich bei mir bis Ende diesen Monats melden :-)

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Mittwoch, 6. Dezember 2006

Weihnachtsfeier

In Kürze ist es wieder mal soweit: Die obligatorische Weihnachtsfeier in der Company. Dieses Event verdanke ich auch das erste und einzige Schriftstück von Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause in diesem Jahr - die Einladung zur Weihnachtsfeier.

Wie schon befürchtet ist selbstverständlich sein Majestät König Autistiko II. Schirmherr des alljährlich wiederkehrenden Selbstbeweihräucherungsfests. Dementsprechend ist die Teilnahmequote auch nicht sonderlich hoch. An dieser Stelle möchte ich nicht ohne Stolz verkünden, dass ich diesen Affenzirkus meistens konsequent boykottiert habe. Seltsamerweise besteht jedoch je nach Abteilung ein Teilnahmezwang. Mich verwundert jedoch, warum bekennende Verweigerer trotzdem immer wieder auf Weihnachtsfeiern gesichtet werden - ein Verweis auf eine Terminkollision sollte doch eigentlich nicht so schwer sein ;-)

So what ... jeder muss selbst wissen, was er macht.

Die von seiner Majestät König Autistiko II. ausgerichteten Weihnachtsfeiern laufen immer in etwa gleich ab: Es gibt mikroskopisch kleine Häppchen und stundenlange Ansprachen seiner Majestät König Autistiko II., in denen sich dieser selbst in aller epischen Breite lobt. In der Vergangenheit anwesende Kollegen meinten dazu mal, es fehle an den Stühlen der Hinweis „Anschnallen und Schnauze halten“ – Anschallen nur für den Fall, dass man im Laufe der Rezitation einnicken sollte.

Nachdem man in den ersten zwei Stunden einem Monolog seiner Majestät König Autistiko II. lauschen durfte, gibt es im Anschluss daran ein kleines Show-Programm. Irgendwelche drittklassigen chinesischen Artisten hangeln sich an seiner Majestät König Autistiko II. auf und ab, als wäre dieser eine Stange aus der Peepshow. Ich habe keine Ahnung, wem diese Peinlichkeit eingefallen ist. Derjenige sollte jedoch unbedingt aufpassen, dass er auf der eigenen Schleimspur nicht ausrutscht ;-)

Eine weitere Stunde später, einige Kollegen stehen kurz vom Verhungern und haben mit dem Rumoren ihres Bauches schon mehrfach die künstlerische Darbietung akustisch verschmutzt, was jedoch seine Majestät König Autistiko II. nicht gestört hat, werden dann die mikroskopisch kleinen Häppchen verteilt. Da ist der, der noch einen Rest Pausenbrot in seiner Tupperdose hatte, fein raus.

So richtig einen hinter die Binde kippen fällt dann logischerweise aus. Selbst wenn seine Majestät König Autistiko II. die Drinks bezahlen würde, wäre es taktisch äußerst unklug, sich bis zum Delirium vollaufen zu lassen.

Auf das Versprühen von Aphrodisiaka brauche ich dann gar nicht mehr einzugehen: Rumbaggern geht nicht, da die Sitzordnung von seiner Majestät König Autistiko II. festgelegt wurde und auf den Sitzpolstern doppelseitiges Klebeband angebracht ist. Einfach Aufstehen sieht seine Majestät König Autistiko II. nämlich gar nicht gern!

Na ja, wie auch immer. Weihnachtsfeiern müssen aber nicht zwangsläufig uncool sein. Es gibt doch so viele Möglichkeiten, sowohl eine Weihnachtsfeier als auch den Büroalltag ein wenig interessant zu gestalten.

In diesem Sinne werde ich wohl auch in diesem Jahr unerlaubt auf der Weihnachtsfeier fehlen ;-)

PS: Schönen Nikolaus :-)

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Sonntag, 12. November 2006

Entspannung im Büro II

Spielen Sie mal wieder, im Büro. Ja, einfach mal so. Es entspannt ungemein, wirklich! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Denken Sie sich einfach was Schönes aus und begeistern Sie ein paar Kollegen. Hier eine Empfehlung: Ritterspiele im Büro





Und das Argument "zu zeitaufwendig" oder "zu teuer" zählt nicht. Einfach die ohnehin nutzlos herumliegenden vorhandenen Büroutensilien einer zweiten Verwendung zuführen :-)

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Sonntag, 29. Oktober 2006

Entspannung im Büro I

Wem sportliche Betätigung als Ausgleich zur monotonen Bürotätigkeit dann doch ein wenig zu hektisch ist, sollte es mal mit unkonventionellen Entspannungsübungen probieren. Mit der neuen Generation der Bürostühle, den so genannten Büro-Lümmelkissen, ist ein hervorrangender Anfang gemacht - bitte selbst einmal vergleichen:





Sicher, es bedarf ein wenig Gewöhnung. Aber sind wir doch mal ehrlich: Immer das Gleiche ist doch einfach nur langweilig ;-)


PPS: Das Gewinnspiel nicht vergessen :-)

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Freitag, 22. September 2006

Rauchen am Arbeitsplatz

Hinsichtlich der Vielfalt, mit der die Belegschaft schikaniert wird, lässt sich seine Majestät König Autistiko II. definitiv nicht lumpen. Vor allem auch deshalb nicht, weil in schöner Regelmäßigkeit eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Wobei natürlich angemerkt werden muss, dass nicht manchmal ein Spleen einen anderen Tick ablöst. Es ist vielmehr so, dass sich die autistischen Eigenschaften bei seiner Majestät König Autistiko II. addieren.

Als neustes Betätigungsfeld hat seine Majestät König Autistiko II. das Rauchen am Arbeitsplatz auserkoren. Irgendwie war allerdings absehbar, dass das Thema Rauchen irgendwann einmal kommt, da seine Majestät König Autistiko II. ein militanter Ex-Raucher ist - und die sind bekanntermaßen die schlimmsten Nichtraucher ;-)

Bei uns ist das mit dem Rauchen am Arbeitsplatz wie folgt geregelt (gewesen): Es gibt in der ICE-Wartehalle ein abgetrenntes Separee mit Dunstabzug und Fenstern. In diesem Raum hat sich das rauchende Viertel der Belegschaft zur Ankurbelung der Tabaksteuereinnahmen getroffen. Insgesamt empfand zumindestens ist die Regelung in Ordnung, da auch die Luftverschmutzung insgesamt recht begrenzt war.

Anfang der Woche hat seine Majestät König Autistiko II. dann Frau Ekel bei einem Kiffchen, äh beim Rauchen erwischt und, auch weil er um die extrem devote Grundhaltung von Frau Ekel wusste, einmal ordentlich zum verbalen Rundumschlag ausgeholt. Schade, dass er mich nicht dort getroffen hat: Wir beide hatten dieses Thema schon häufiger und konsequentes Ignorieren des geistigen Unruhestifters hat bislang erstklassig geholfen. Anyway ... nun haben wir den Salat :-(

Rauchen im Palast seiner Majestät König Autistiko II. ist also ab sofort inoffiziell offiziell verboten - eine entsprechende Mitteilung seitens seiner Majestät König Autistiko II. gab es nicht und wird es, wie immer, auch nicht geben.

Eigentlich wäre das Ganze gar nicht so schlimm, wenngleich ich mir gewünscht hätte, dass man wenigstens einen Interessensausgleich auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners gefunden hätte. In der Praxis bleiben dann folgende Optionen übrig:

Man stellt sich zum Qualmen auf der Vorderseite des Gebäudes auf die Straße.
Das wirkt jedoch nicht wirklich repräsentativ auf Besucher. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit, Besuch zu empfangen, relativ gering, da wir ja mangels Firmenschild und Hausnummer inkognito wohnen.

Man stellt sich mit dem Lungenbrötchen auf die Rückseite des Gebäudes.
Schon besser, aber leider nicht wirklich clever: Da man somit in der direkten Einflugschneise seiner Majestät König Autistiko II. steht, ist das dann in etwa so, als wenn man auf dem Überholstreifen auf der Autobahn ein Picknick macht.

Man geht auf die Besuchertoilette für Damen und pfeift sich dort ein Lungentorpedo rein.
Prima, damit wären die Contrapunkte der vorherigen Alternativen elegant umschifft. Allerdings möchte ich nicht derjenige sein, den man dort auf frischer Tat ertappt. Anmerkung: Es gibt dort auch ein paar Kapazitätsengpässe.

Man ignoriert das Gefasel seiner Majestät König Autistiko II. und zieht die Fluppen am alten Standort durch.
Möööp - geht leider nicht: Seine Majestät König Autistiko II. hat, ganz im Sinne, keine halben Sachen zu machen, die geselligste Ecke im ganzen Gebäude einfach abgeriegelt.

Man stellt einfach den Konsum von Glimmstängeln ein.
Das ist die vermutlich beste Alternative. Aber einfach nachgeben geht einer ganzen Reihe von Mitarbeitern ziemlich gegen den Strich.


Ein erstes Resümee nach knapp einer Woche hat in erster Linie gezeigt, dass der Einfaltreichtum der Belegschaft nach wie vor ungebrochen ist. Die so genannten Outdoor-Lösungen haben einen gemeinsamen Nachteil: Man setzt sich zwangsläufig den beleidigenden und anderen, völlig überflüssigen Kommentaren seiner Majestät König Autistiko II. aus.

Am besten fand ich allerdings den Kollegen, der den Zigarettenqual stumpf in die Ansaugöffnung der Klimaanlage gepustet hat, gefolgt von den Toilettenrauchern. Jungs, macht weiter so. Ich finde es herrlich :-)

Übrigens: Ich glaube ich explodiere, wenn seine Majestät König Autistiko II. mir gegenüber einen dummen Kommentar zum Thema Rauchen abgibt ...

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Mittwoch, 16. August 2006

Der Betriebsrat

oder: Die spannenste Unterhaltung außerhalb der Prime Time

Das Thema Betriebsrat hat bei uns eine wirklich lange Tradition. Na ja, eigentlich ist es lediglich der Versuch, einen Betriebsrat zu gründen. Das allein ist jedoch besser, als alles, was ich bislang gelesen, gehört oder gar selbst erfahren habe. Die merkbefreite Zone seine Majestät König Autistiko II. war dabei in absoluter Höchstform zu beobachten - dagegen versinken selbst die Schwarzbücher der Gewerkschaft in der gleichen Bedeutungslosigkeit wie Grimms Märchen in Papua-Neuginea.

Ich halte von einem Betriebsrat normalerweise nicht sonderlich viel. Das liegt vermutlich auch daran, dass in vielen Unternehmen die Institution Betriebsrat in erster Linie als Speerspitze des Sozialstaates verstanden wird. Auch durchaus häufiger bei Angehörigen des Betriebsrats anzutreffen ist die Auffassung, es der Geschäftsführung mal ordentlich zeigen zu wollen. Per Saldo gilt es daher zu differenzieren: Sofern sich sowohl das Management als auch der Betriebsrat darüber im Klaren sind, dass es in erster Linie darum geht, eine wirtschaftliche Schieflage zu korrigieren oder einen Interessensausgleich zwischen Unternehmen und Angestellten zu schaffen, dann ist ein Betriebsrat sicherlich OK. Dies bedarf jedoch auch einer kritischen Betrachtung der Ursachen.

In unserem Unternehmen wäre ein Betriebsrat substanziell nicht erforderlich. Für die bei seiner Majestät König Autistiko II. tief verwurzelte Realitätsferne sowie das fehlende zwischenmenschliche Taktgefühl hätte ein Betriebsrat eh kein plausibel reproduzierbares Mandat. Aus Gründen ausgleichender Gerechtigkeit fände ich ein Betriebsrat im Imperium seiner Majestät König Autistiko II. aber geradezu genial. Allein des Unterhaltungswertes wegen würde ich vermutlich freiwillig noch ein Weilchen ausharren :-)

Nun jedoch zurück zur Story: Auch im Imperium seiner Majestät König Autistiko II. gab es in den letzten Jahrzehnten hin und wieder einige renitente Mitarbeiter, die einen Betriebsrat installieren wollten. Insgesamt sind mir drei Versuche bekannt – vielleicht gab es in der protoindustriellen Phase noch weitere, undokumentierte Anläufe.

Typischerweise verläuft das Ritual wie folgt ab: Eine kleine Gruppe von Mitarbeitern nimmt mit der Gewerkschaft Kontakt auf, um die Gründung eines Betriebsrates vorzubereiten. Die Gewerkschafter sind jedes Mal hoch erfreut und bilden sofort eine Special Task Force. Im weiteren Verlauf wird das Projekt gegenüber den Mitarbeitern publiziert und kommt so über kurz oder lang auch bei seiner Majestät König Autistiko II. an. Und in dem Moment beginnt das kollektive Martyrium für die Belegschaft. Ab sofort werden keine halben Sachen mehr gemacht. Jeder einzelne Mitarbeiter wird persönlich durch seine Majestät König Autistiko II. überwacht. Der kurzfristig einsetzende, bürgerkriegsähnliche Zustand wird von seiner Majestät König Autistiko II. egalisiert. Allein der Versuch des Luftholens in, dem Gusto seiner Majestät König Autistiko II. nach, unpassenden Moment wird mit disziplinarischen Maßnahmen wie Abmahnung oder Kündigung geahndet.

Oft, aber nicht immer, kommt es dann zur konstituierenden Belegschaftsversammlung, auf der der Betriebsrat dann offiziell aus der Wiege gehoben werden soll. Ob an diesen Versammlungen neben den Wasserträgern seiner Majestät König Autistiko II. tatsächlich auch einmal andere Mitarbeiter teilgenommen haben, ist unbekannt. So recht äußern möchte sich niemand von den Kollegen. Na ja, spätestens zu Beginn der Versammlung ist seine Majestät König Autistiko II. darüber informiert, wer mal wieder den Aufstand gewagt hat.

Noch bevor die zur Wahl stehenden Mitarbeiter überhaupt die Enttäuschung über den Fehlschlag verdaut haben, wartet der Kurierdienst schon vor der eigenen Haustür, um die fristlose Kündigung zu überreichen.

Der informierte und mit einem juristischen Grundverständnis ausgestattete Leser wird nun sofort einwenden, dass das ja gar nicht möglich sei. Tja, ja und nein. Die sich jedes Mal über mehrere Instanzen erstreckende Prozesse vor dem Arbeitsgericht bestätigen ohne jeden Zweifel die Position der gekündigten Mitarbeiter. Das interessiert die merkbefreite Zone seine Majestät König Autistiko II. aber nicht. Der Mitarbeiter wird trotzdem gefeuert. Basta. Dank eines halbwegs funktionierenden Rechtsstaates wird seine Majestät König Autistiko II. jedes Mal zur Zahlung einer Strafe verurteilt, die selbst ihm weh tut. Jedoch scheint der Schmerz, in der eigenen obstinaten Betrachtungsweise gekränkt zu werden, sehr viel größer zu sein. Da ändert auch eine Auszeichnung der Gewerkschaft für die mittlerweile als legendär geltende Resistenz nichts.

Und die Lehre aus dieser Geschichte: Wenn es Mitarbeitern mit der Tendenz zur Selbstkasteiung mal wieder langweilig wird, dann versucht man halt einen Betriebsrat zu gründen.

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Samstag, 12. August 2006

Büro-Hymne

Der Zeitungsleser hat eine schöne Hymne für die Lakaien seiner Majestät König Autistiko II. gefunden, die ich den Lesern nicht vorenthalten möchte:



Schade dass die PCs im Büro keinen Sound abspielen können ;-)

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Dienstag, 20. Juni 2006

Fernsehen während der Arbeitszeit

oder: Großwildjagd zum Schützenfest

Ich habe keine Ahnung, wie man es geschafft hat, aber bei uns steht ein Fernseher in der ICE-Wartehalle alias im Sozialraum. Da Elsbeth, die persönliche Adjutantin seiner Majestät König Autistiko II., auch unter der Schar der Anwesenden ist, kann man davon ausgehen, dass seine Majestät König Autistiko II. davon in Kenntnis gesetzt wurde.

Selbstverständlich geht Fernsehen während der Arbeitszeit nur gegen Ausstempeln, auch wenn Deutschland zur Fußball-WM spielt, und schon gar nicht ohne Bezahlung. Jeder Mitarbeiter hat einen Obolus für die Nutzung des Fernsehapparates zu leisten. Na ja, das mit dem Ausstempeln aus der Zeiterfassung sehe ich ja noch ein, aber wenigstens das TV-Gerät hätte man der Belegschaft kostenfrei zur Verfügung stellen können.

Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass Majestät König Autistiko II. in aller Heimlichkeit das Spiel in seinem Büro verfolgt und nach einer Torchance im Schweinsgalopp in den Sozialraum im Keller geht, um die Belegschaft verbal mal wieder ordentlich rund zu machen. Eine so einmalige Chance eine große Gruppe von Mitarbeitern auf einmal verbal zu konditionieren, wird er sich mit Sicherheit nicht entgehen lassen. Das ist dann in etwa so, wenn man mit einer Pumpgun auf eine eingepferchte Herde Elefanten oder Zebras schießt und sich maßlos darüber ärgert, dass das Ding so lange beim Nachladen braucht ;-)

In diesem Sinne: Feuer frei ... und volle Deckung.

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Donnerstag, 8. Juni 2006

Upgrade

Nachdem sich die Wartezeit am Kopierer zu einem dauerhaften Ärgernis entwickelt hat, habe ich mir schon einmal ein paar Gedanken über die Ausstattung der Bar-Ecke am Kopierer gemacht. Für den Tresen habe ich bereits etwas gefunden: Die I-Bar



Der mit wirklich weitem Abstand coolste Bar-Tresen der Welt :-)

Gefunden im Taxi-Blog - danke, fühle Dich eingeladen, wenn der Tresen steht ;-)

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Mittwoch, 31. Mai 2006

Die Themenwoche

Hin und wieder bringt der eine oder andere Kollegen freundlicherweise einige Leckereien mit, und das obwohl man damit gegen eine ausdrückliche Anweisung seiner Majestät König Autistiko II. verstößt. Ja, das finde ich sehr kollegial :-)

In den letzten Tagen konnte ich einen Trend hinsichtlich der angebotenen Leckereien ausmachen: Es gab in dieser Woche fast ausschließlich Kekse. Also nicht, dass ich Kekse nicht mag, aber die angebotenen Kekse hatten durchweg eine Restfeuchtigkeit von weniger als 0,1% und waren somit staubtrocken.

Aber vielleicht liegt das ja daran, dass die Leckereien jede Woche unter einem anderem Motto stehen. Diese Woche scheinen die Wüste Gobi oder die Kalahari das Motto zu stellen.

Aber was tut man nicht alles für das Wohlwollen der Kollegen. Im Zweifelsfall prügelt man sich auch ein halbes Dutzend staubtrockene Kekse rein, nur um bloß keine Angriffsfläche zu bieten. Aber bitte immer darauf achten, dass mindestens ein halber Liter Flüssigkeit pro Kubikzentimeter Keks griffbereit ist ;-)

Was gibt es sonst noch an Neuigkeiten zu berichten? Nun, nicht viel. In erster Linie beschäftigen wir uns eigentlich den ganzen Tag nur mit der Wahl der Todesart, vollstreckt durch seine Majestät König Autistiko II. persönlich.

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Montag, 22. Mai 2006

Höflichkeitsbarometer

So etwas könnte man bei uns installieren, nachdem heute mal wieder einer der gefürchteten Ankackmontage war. Gegen Mittag hat sich die Hälfte der Belegschaft mal wieder mindestens ein verbales Gefecht geliefert und war demzufolge nicht mehr ansprechbar.

Das Spektrum an Themen respektive Gründen war, wie immer, sehr breit. Das absolute Highlight war "Schmutz im Treppenhaus". Ein Kollege, heute wohl als Inkarnation von Miss Marple beauftragt, lief durch die Etage und ließ sich von jedem Mitarbeiter die Schuhsohlen zeigen. Nachdem einige Kollegen dies mit dem Hinweis der Lächerlichkeit ablehnten, entbrannte ein Streit über die Frage, welche Dinge den wichtig sind: Ein Geschäft abzuschließen oder die Frage zu klären, wer für die Matschspur im Treppenhaus verantwortlich war.

Während der, sagen wir mal, angeregt laufenden Diskussion schlug ich vor, nach einer Person zu suchen, die heute mit Unimog-Bereifung anstatt Schuhen unterwegs ist. Im weiteren Verlauf, ich hatte schon die Tränen vom Lachen über die geplante Gegenüberstellung in den Augen, kam der obligatorische Vorschlag nach einer Sedimentanalyse.

Da ich mir das Lachen irgendwann dann doch nicht mehr verkneifen konnte, bin ich gegangen. Die Antwort auf die Frage nach der Wichtigkeit kann also nicht berichten. Das eigentlich schlimme daran war jedoch die Tatsache, mit welch hohem Maß an Ernsthaftigkeit die Klärung der Frage betrieben wurde.

Sind wir denn alle nicht mehr normal oder habe ich einfach nicht die richtige Wellenlänge? Ich glaube, ich bin schon drin ...

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Freitag, 14. April 2006

Verbote

Emily beschrieb neulich u.a. ihren Schreibtisch bzw. ihren Arbeitsplatz. Ich bin neidisch!

Schauen wir mal kurz, ob wir herausfinden, woran es liegen könnte:

  • Pflanzen auf dem Schreibtisch, der Fensterbank oder sonst wo im Büro: Strikt verboten!
  • Bilder von Freunden, Familie & Co. auf dem Schreibtisch oder an der Wand: Strikt verboten! 1)
  • Verzehr von Lebensmitteln im Gebäude: Strikt verboten! 2)
  • Lachen im Büro: Strikt verboten!
  • Betreten der firmeneigenen Rasenfläche: Strikt verboten!

So, ich setze die Liste der Verbote mal ein wenig fort:

  • Klo-Papier verwenden: Strikt verboten!
  • Papier zum Drucken verwenden: Strikt verboten!
  • Denken am Arbeitsplatz: Strikt verboten!


Und um die Angelegenheit nicht zu einseitig zu gestalten, hier ein paar Dinge, die erlaubt sind:

  • Untätig rumsitzen und nichts merken: Ausdrücklich erwünscht!
  • Dem Vorgesetzten bei der Entscheidungsfindung für eine Investition von 8 EUR assistieren: Ausdrücklich gefordert!
  • Gehirn beim Betreten des Gebäudes deaktivieren: Zwingend erforderlich!
  • Geld für ein Geburtstagsgeschenk für seine Majestät König Autistiko II. abdrücken: Unentbehrlich!
  • Unqualifiziert Dummschwätzen: Karrierefördernd!


Ergo: Es ist nur eine Frage wie tief man sinkt bzw. ob man die eigene Selbstachtung als entbehrlich einstuft.


1) Gilt auch für notwenige Büroutensilien wie Kalender
2) Gilt sowohl die selbst mitgebrachten Lebensmittel, was ja sowieso untersagt ist, als auch die "Brot und Wasser"-Rationen von seiner Majestät König Autistiko II.

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Mittwoch, 12. April 2006

Verbitterung

Während ich seit zwei Stunden aufgrund der grellen Sonneneinstrahlung arbeitsunfähig vor meinem Monitor sitze, grübele ich über die Seltsamkeiten der vergangenen Tage. Ich stelle daher fest, dass die Verbitterung sowohl über die Art und Weise des gemeinsamen Umgangs in unserer Company als auch das Erreichte bzw. Nicht-Erreichte nicht nur bei mir sehr groß ist.

Allein die Tatsache, dass ich wieder einmal stundenlang nicht arbeiten konnte ist geradezu irrwitzig. Es scheint tatsächlich niemanden zu interessieren, dass ein Dutzend Kollegen bei grellem Sonnenschein mehrere Stunden völlig nutzlos herumsitzen. Der Gipfel der Arroganz ist dann erreicht, wenn man sich diesbezüglich noch einen als geistigen Tiefflieger einzustufenden Kommentar von seiner Majestät König Autistiko II. bekommt.

Ich bin demotiviert und habe wirklich keine Lust mehr. Bald ist Feierabend ...

PS: Von meinem neuen Job habe ich leider noch nichts wieder gehört. Lieber Gott: Mach' das es klappt!

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Dienstag, 28. März 2006

Das Wort zur Woche

Wie der Titel dieses Posting schon vermuten ließ, wollte ich den Artikel eigentlich schon Ende letzter Woche schreiben. Mangels Zeit bin ich allerdings erst jetzt dazu gekommen.

Ich war am Freitag auf einer netten Party zum Absprung eines Kollegen. Herr Igel hat nach vielen Jahren Leidensfähigkeit endlich einen neuen Job bei einem Mitbewerber gefunden. Die Eingewöhnung dürfte ihm aber nicht so schwer fallen, da er auf altbekannte Kollegen trifft.

Insgesamt fand ich die Party recht nett. Ich habe viele alte und neue Stories über die Company gehört und viel gelacht.

Zu den Erzähl-Highlights gehörten die Abmahnung eines Kollegen, nur weil der sich, mangels alternativer Vorgaben seiner Majestät König Autistiko II., bei der Schreibweise für die Verpackung eines neuen Produktes an die neue Rechtschreibung gehalten hat, und die Tatsache, dass ein Kollege, der vor einigen Monaten wegen offensichtlich monatelang zur Schau gestellter Inaktivität, von seiner Majestät König Autistiko II. wieder rekrutiert werden soll.

Das Zusammensitzen nutze der eine oder andere Kollege auch dazu, über die Entwicklungen und Trends in unserer Company ein wenig zu sinnieren. Heraus kam beispielsweise eine Feststellung zur Umschlagshäufigkeit der Belegschaft: Tendenziell gibt es, bis auf eine knappe Hand voll Ausnahmen, keine Kollegen, die mehr als fünf Jahre Betriebszugehörigkeit vorweisen können. Es gibt ganze Abteilungen, bei denen ist die Fluktation in der Belegschaft so groß, dass binnen drei Jahren mehr als einmal die gesamte Mannschaft komplett ausgetauscht wurde.

Da man davon ausgehen kann, dass es seiner Majestät König Autistiko II. nicht wirklich um den Aspekt der Diversität geht, dürften entsprechende Fakten eine recht deutliche Sprache sprechen. Bemerkenswert ist aber auch, dass die Signale ungehört und unbeachtet im Universum seiner Majestät König Autistiko II., welches scheinbar, ganz wie im wirklicklichen Leben, ein aukustisches Raumvakuum ist, verhallen.

Nicht in Einklang mit dieser These ist jedoch das zwangshaft ausgeprägte Schreiverhalten seiner Majestät König Autistiko II. - er sollte doch wissen, dass im Vakuum eine Ausbreitung von Schall mangels des Vorhandenseins eines Mediums wie z.B. Luft gar nicht möglich ist.

Na ja, vielleicht handelt es sich um eine Art Paralleluniversum, in welches ich versehentlich hineingeraten bin. Vermutlich muss ich nur versuchen, die Gründe der temporären Anomalie bei meinem Eintritt in das Arbeitsverhältnis mit der Company herauszufinden, um sie dann zu negieren ;-)

Oder wie sagte der französische Dichter Paul Valéry zum Thema Traum: "All das, woraus man erwachen kann."

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