Donnerstag, 29. November 2007

Das Wunderland

Ich stelle fest, dass bei seiner Majestät König Autistiko II. das Tempo des geistigen Verfalls soweit zugenommen hat, dass man mittlerweile schon im Vergleich von einem Monat zum darauffolgenden Monat eine Reduktion der Durchblutung des Frontallappens erkennen kann. Über die Ursachen kann man freilich nur spekulieren. Kalkablagerungen möchte ich aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen, da der Druck, mit dem das Blut durch die Rübe seiner Majestät König Autistiko II. spritzt, entspricht dem eines Hochdruckreinigers und wird eine mindestens ebenso große Wirkung auf Sedimentablagerungen im Kanalnetz haben. Die recht häufig einer Rundumleuchte gleichende Birne seiner Majestät König Autistiko II. hat also bestätigt, dass wenigstens die Blutzirkulation im Kopf noch intakt zu sein scheint. Ich vermute daher, dass das Sprachzentrum von einer Art energetischer Überversorgung betroffen ist, was wiederum die Verstärkung des Dummrumsabbelns gut erklären würde.

Bei der Gelegenheit möchte ich bekanntgeben, dass ich die Tochter seiner Majestät König Autistiko II., Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, umgetauft habe: Ab sofort werde ich sie als Prinzessin Incompetencia I. erwähnen. Zum Anlass der Umtaufung werde ich in den kommenden Tagen (hoffentlich) noch etwas ausführlicher Stellung nehmen.

Nun jedoch zurück zum Wunderland seiner Majestät König Autistiko II. und dem Dummrumsabbeln. Probleme, das erwähnte ich ja schon einmal, sind laut Albert Einstein "Lösungen in Arbeitskleidung" - streng genommen ist dieses Zitat jedoch nicht exakt belegt. Aber egal, als Aufhänger ist es allemal in Ordnung. Per Definition seiner Majestät König Autistiko II. sind Probleme Dinge, die erst durch die Beschäftigung mit selbiger zum Problem werden. Beispiele hierfür finden sich zu Hauf in diesem Blog ;-)

Neulich dokumentierte seine Majestät König Autistiko II. aber selbst sehr eindrucksvoll, dass sowohl meine Dummrumsabbel-Theorie als auch meine These zur Problemdefinition nicht unrealistisch sind - ein Abriss aus einem Gespräch über die Schlechtigkeiten der Belegschaft:

seine Majestät König Autistiko II. (sMKA) zu Herrn $: Erzählen Sie mal wie es ab sofort laufen soll.


Herr $: Wenn der Kunde anruft und eine Bestellung aufgibt, dann liefern wir die Ware aus und schreiben eine Rechnung.


sMKA: Nun reden doch nicht! Ich weiß ja, dass Sie es geistig verstanden haben, aber ihre Sprache ... das hat doch niemand verstanden!


Herr $ (schaut sich in der Runde der anwesenden Kollegen um): Hmpf ...


sMKA: Nun sagen Sie doch mal was Herr $. Sie reden immer so technisch. Das ist doch das ganze Problem in diesem Haus. Es wird immer nur geredet und keiner versteht was.


Herr $ an die anwesenden Kollegen: Wer hat nicht verstanden, wie der Ablauf sein soll?


Es meldet sich keiner. Die Kollegen nicken zustimmend.

sMKA: Das ist ja unglaublich. So kommen wir nicht voran. Nun reden Sie doch mal in einer klaren Sprache!


Herr $: Was wollen Sie den hören?


sMKA: Ich kann mit Ihnen einfach keine geistige Verständigung erreichen. Ich will ihnen mal erklären, was Herr $ meint: "Wenn ein Kunde anruft und etwas bestellt, dann liefern wir die Ware aus und schreiben eine Rechnung dafür". Haben Sie das jetzt endlich verstanden?


Herr $: Ich glaube das hat jeder auch vor Ihrer Erklärung schon verstanden.


sMKA: Nein, nein, nein. Nun reden Sie doch nicht. Hier hat niemand bislang etwas verstanden!


Herr $: Sicher ...


Frau $ (ebenfalls anwesend): Was war eigentlich neu an dem Vorgehen? So machen wir das schon seit Jahren.


sMKA: Sehen Sie, dass ist genau das was ich meine. Ich erreiche die Leute geistig einfach nicht.


Die Unterhaltung ging dann auf diesem Niveau noch einige Stunden weiter.

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Donnerstag, 12. Juli 2007

Schein und Wirklichkeit

Die Kommunikation mit seiner Majestät König Autistiko II. gestaltet sich von Monat zu Monat schwieriger. Seit einiger Zeit paart sich zu dem ewigen Genörgel auch noch Vergesslichkeit. Und das ist echt beschissen, da seine Majestät König Autistiko II. eine tief verwurzelte Aversion gegen Arbeitsanweisungen oder sonstige Arbeitsaufträge in schriftlicher Form hat. Er scheint seine Statements als das Wort Gottes zu verstehen und vertraut auf der unaufgeforderten Niederschrift in Form von salomonischen Versen - universell interpretierbar.

Mit beängstigendem Selbstvertrauen wird dann inbrünstig das Vergessen als Nichtwissen verteidigt. Die Ausrichtung der Argumentation oszilliert dabei von Pro nach Contra - es ist also "Reden um zu reden" und viel heiße Luft um rein gar nichts. Gebt dem Mann doch einfach ein paar Euro mit dem Hinweis, er möge einfach eine Parkuhr beschwatzen.

Usprünglich hatte ich eine Parallele zu Kapitän Ahab aus Moby Dick gesehen, musste jedoch erkennen, das Kapitan Ahab im Gegensatz zu seiner Majestät König Autistiko II. sehr wohl wusste, was er wollte - nämlich den Wal ;-)

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Dienstag, 17. April 2007

Begabung

oder: Wie man es schafft, binnen kürzester Zeit eine maximale Anzahl von Feinden im Büro zu gewinnen

Die Hoffnung stirbt zuletzt - so lautet eine bekannte Weisheit. Ich gebe zu, auch Anhänger dieser Devise zu sein. Und das, obwohl ich bei seiner Majestät König Autistiko II. jahrelang leidvoll andere Erfahrungen machen musste.

Ich bin eigentlich kein Anhänger von Meetings, doch manchmal muss man sich mit einem Kunden oder Lieferanten einmal persönlich von Angesicht zu Angesicht treffen. Das passiert bei mir nicht wirklich häufig. Aber so drei- bis viermal pro Jahr komme ich nicht um ein persönliches Gespräch mit einem externen Partner umhin und benötige einen Konferenzraum.

Wir haben hier ein halbes Dutzend Konferenzräume und, man mag es kaum glauben, auch einen Nutzungsplan respektive eine Reservierungsliste. Da ich typischerweise durchaus rund einen Monat im voraus weiß, wann ich einen Konferenzraum benötige, platziere ich eine entsprechende Reservierung.

Bekommen habe ich einen Raum bis auf eine Ausnahme in den letzten zwei Jahren nie. Seine Majestät König Autistiko II. setzt sich grundsätzlich über die Reservierungsliste hinweg - oft wird aus zwei Räumen ein Raum gemacht, damit seine Majestät König Autistiko II. dem einzigen Gesprächspartner ein möglichst opulentes Raumgefühl zu vermitteln.

Die eigentliche Härte dabei ist jedoch, dass ich jedes Mal genau 15 Minuten vorher informiert wurde und die für die Nutzung der Konferenzräume zuständige Kollegin ihre Aufgabe mit der Überbringung der Nachricht in einem stets brassigen Ton als erfüllt ansieht. Gut zu wissen, dass ich mit diesem Eindruck nicht allein stehe. Die entsprechende Kollegin, die im Übrigen die Nachfolge von Frau Klimper-Schüttel angetreten hat, hat augenscheinlich eine Begabung dafür zu wissen, wie man sich unbeliebt macht ;-)

Summa summarum kann man resümieren, dass die besagte Kollegin, nennen wir sie einfach mal Frau von Sinnen, eine in jedem Fall würdige Nachfolgerin von Frau Klimper-Schüttel ist. Sie ist zwar nicht ganz so zickig wie ihre Vorgängerin, gleicht dieses Manko jedoch mit einem Mehr an Penetranz und Aggressivität aus. Das wird bestimmt noch lustig :-)

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Donnerstag, 15. März 2007

Businessdeutsch

Eine Kollegin neulich im Meeting: "Ich verstehe eure Fachausdrücke nicht. Könntet ihr bitte mal deutsch mit mir sprechen?"

Antwort: "Was hast du denn zum Beispiel nicht verstanden?"

Kollegin: "Na ja, ziemlich viele Dinge - unter einem Organigramm kann ich mir nicht so recht etwas vorstellen."

Frage eines Kollegen: "Wie, Sie wissen nicht was ein Organigramm ist?"

Ich habe ihr dann das dann erklärt, worauf ihr dann ein Licht auf ging: "Ach so, Sie meinen ein Pfeilogramm also, dann sagen Sie das doch auch!"

Herrlich, wir haben Tränen gelacht ;-)

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Mittwoch, 28. Februar 2007

Makabere Optionen

Oh je, ich habe das Blog in den letzten Tagen ganz schön vernachlässigt. Das macht mich traurig, zumal ich schon im letzten Posting Besserung versprochen habe.

Im Moment habe ich jedoch extrem viel zu tun und sitze teilweise bis 2000 im Büro. Danach habe ich dann eher weniger Lust, die durchaus vorhandenen Absurditäten noch wiederzugeben.

Zurück zur Frage nach dem Warum meiner Arbeitsüberlastung: Seine Majestät König Autistiko II. hat im Moment mal wieder eine Phase erhöhter Seltsamkeit. So habe ich mich gestern drei Stunden lang mit zwei Anwälten über die Frage unterhalten, wie man eine Lebensversicherung, die uns ein Kunde als Sicherheit abgetreten hat, verwerten kann, wenn die Zession mit dem Vokabular eines Laien verfasst wurde. Das wiederum verdanken wir einigen Pappnasen aus der Vertragsabteilung, die bis heute in ihrer alt hergebrachten Blauäugigkeit verharren und jegliche Änderung des Prozederes vehement ablehnen. Aber OK, lasst die Arbeitsabläufe wie sie sind - sonst hätte ich ja nichts zu tun.

Nun haben wir eine Sicherheit und können diese nicht sofort verwerten. Uns bleiben hier vier Optionen:
  1. Wir warten, bis die Lebensversicherung regulär abgelaufen ist. Das ist der, wenn die versicherte Person verstorben ist.

  2. Wir beschleunigen den Eintritt des Versicherungsfalls.

  3. Wir kündigen den Vertrag und lassen uns das Kapital auszahlen.

  4. Wir verkaufen die Police.


1. dauert unter Zugrundelage der aktuellen Sterbetafel einfach zu lange. 2. ist sehr makaber. Aufgrund der laienhaften Verfassung der Zession haben wir leider nicht alle Rechte, also einschließlich dem Recht auf vorzeitige Kündigung, erworben, so dass 3. ausfällt. Und bei 4. muss, genau wie bei 3., der Versicherungsnehmer zustimmen, was er leider ablehnt.

Und warum ist dieses Meeting unsinnig gewesen? Weil uns der Schuldner gar nichts mehr schuldet. Seine Majestät König Autistiko II. wollte einfach nur mal probieren, ob er an die Kohle kommen kann.

Bleibt von mir nur noch die Frage zu beantworten, was das Ergebnis war respektive worauf seine Majestät König Autistiko II. eigentlich hinaus wollte.

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Dienstag, 6. Februar 2007

Resteficken

oder: Wie man Meetings produktiv gestalten kann

In der heutigen Besprechung der Abteilungsleiter, bei der seine Majestät König Autistiko II. ausnahmsweise nicht anwesend war, driftete das Niveau der Unterhaltung schon binnen der ersten halben Stunde merklich ab. Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, vermute allerdings, dass es daran gelegen haben könnte, dass ich die anwesenden Kollegen gefragt habe, ob sie mit dem Begriff "Resteficken" etwas anfangen könnten.

Nun ja, ich konnte mit dem Begriff bis zum Wochenende auch nichts anfangen. Nachdem ein Freund mir die Herkunft erläuterte, wusste ich wieder, dass ich offensichtlich nicht zur primären Zielgruppe der zwischenzeitlich zur informellen Grundversorgung gehörenden Talkshows am Nachmittag gehöre ;-)

Ach so, nur für diejenigen Leser, die (auch) noch nicht im Bilde sind: Als Resteficken bezeichnet man das Abschleppen von Mädels, die bis zum Ende der Öffnungszeit der Disco solo anwesend sind.

Die, wie gesagt, recht heitere Gesprächsrunde warf ein, dass man u.U. auch so genannte Ü30-Parties mit Resteficken assoziieren kann. Nun ja, das mag ich mir jetzt nicht ausmalen ;-)

Nachdem die Kollegen bereits literweise Tränflüssigkeit vom Lachen absondert haben, kam der ultimative Brüller von einem Kollegen, als der einen, zugegeben, etwas älteren Gutschein vom Sozialamt aus dem Portemonnaie zog:


Die Spinnen im Norden ;-)

So richtig rausgekommen ist bei dem Meeting dann doch noch etwas. Ich glaube das ist der Beweis, dass ein gutes Betriebsklima die Motivation der Mitarbeiter weitaus mehr fördert, als Geld. Es könnte jedoch auch an der Abwesenheit seiner Majestät König Autistiko II. gelegen haben.

Das erinnert mich an meinen dauerhaft mit der Bahn fahrenden Kollegen, der gerade von der heutigen "Fehlermeldung" respektive Ausrede der Bahn berichtete: "Der ICE $Name hat heute wie immer mindestens eine halbe Stunde Verspätung. Heute ist die eingleisige Bahnstrecke aufgrund von Bauarbeiten einseitig gesperrt." Und schon weiß ich wieder, warum es heißt "Humor ist wenn man trotzdem lacht" ;-)

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Freitag, 1. Dezember 2006

Alles nur Show

Vor einiger Zeit gab es im Rahmen eines Projektmeetings für unser ERP-System eine lebhafte Auseinandersetzung zur Sinnhaftigkeit verschiedener logistischer Gegebenheiten. Mehrere Stunden lang wurde das Für und Wider verteilter Lagerhaltung und mehrstufiger Versandkonzepte kontrovers diskutiert. Seine Majestät König Autistiko II. schloss sich dem Konsens, die Anzahl der Lagerorte drastisch zu reduzieren an.

Einige Monate später gab es erneut ein Meeting, in dem u.a. auch der Status des Abbaus der immensen Anzahl an Lagerorten von seiner Majestät König Autistiko II. hinterfragt wurde. Na ja, so richtig passiert ist eigentlich nichts. Es wurde zwar eine Reihe von externen Lagern aufgelöst, im Gegenzug aber fühlten sich einige Vertriebskanonen, allen voran Mr Twenty-in-One, dazu berufen, mal ganz fix ein paar neue Lagerorte einzurichten.

Nachdem man sich während der nächsten Stunde gegenseitig mangelnde Teamfähigkeit und Ignoranz in Verbindung mit fehlendem wirtschaftlichen Denkvermögen vorgeworfen hat, brachte es ein ebenfalls anwesender externer Berater ganz trocken auf den Punkt: Wenn seine Majestät König Autistiko II. jemals vor hatte, wirtschaftliche Gesichtspunkte in sein Tun und Handeln einfließen zu lassen, dann hätte es niemals mehr als ein Lager geben dürfen. Man möge sich doch deshalb mal ganz schnell von dieser Argumentation verabschieden - das ist nämlich alles nur Show.

Na ja, recht hatte er ja. Und ich fand es gut, dass das mal jemand so prägnant auf den Punkt gebracht hat. Unter dem Strich läuft das heute deshalb genauso wie früher. Die ursächlich für die ganze Diskussion verantwortlichen Probleme wie Lagerdifferenzen sowie unverhältnismäßig hohe Logistikkosten sind omnipräsent, aber schön, dass wir mal darüber gesprochen haben.

Ich hatte die ganze Zeit eigentlich eher das Gefühl, dass es seiner Majestät König Autistiko II. bei Licht betrachtet nie darum ging, das Thema konstruktiv anzugehen. Das hätte nämlich auch bedeutet, dass er sich hätte entscheiden müssen ;-)

Und weil das eine richtige schöne Posse war, sollten wir das zukünftig auch entsprechend begehen: Jeder zieht ein schönes Kostüm seiner Wahl an - ein Weihnachtsmannkostüm wäre in diesen Wochen sicherlich angebracht - und veranstalten ein Unternehmenstheater. Der Eintritt wird der Belegschaft dann gleich vom Gehalt abgezogen ;-)

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Mittwoch, 29. November 2006

9+15=0

oder: Wie löst man ein 150 EUR-Problem nicht

Gestern hatte ich ein Erlebnis der ungewöhnlichen Art: Ein Meeting mit seiner Majestät König Autistiko II. mit weniger als einer halben Stunde Dauer.

In Praxi lief die Besprechung mit seiner Majestät König Autistiko II. (sMKA) in etwa so:

Punkt 1 der Tagesordnung

sMKA: Wie ist der Stand der Verhandlung bezüglich des Einkaufs der $Rohstoffe?


Antwort: Keine Veränderung. Sie wollten eine Preisvorgabe machen. Darauf warten wir seit gut drei Wochen.


sMKA: Nein, nein, nein. Daran hätten Sie mich doch erinnern müssen.


Antwort: Nun, das haben wir am 03.11./08.11./14.11./22.11.2006 gemacht. Ich habe Ihnen Kopien der Memos mitgebraucht.


sMKA: Ach, hören Sie mir auf mit den Ausreden! Ich kümmere mich gleich darum.



Punkt 2 der Tagesordnung

sMKA: Wurden die Retouren im Werk $Name nun endlich erledigt?


Antwort: Nein, wir warten seit August diesen Jahres auf eine Entscheidung von Ihnen, wie die Retouren in der Materialwirtschaft behandelt werden sollen.


sMKA: Das kann doch wohl nicht wahr sein! Können Sie den gar nichts alleine?


Antwort: Oh doch, aber Sie bestanden darauf, den Arbeitsablauf vorab neu zu organisieren.


sMKA: Dann müssen Sie mich auch daran erinnern!


Antwort: Haben wir insgesamt mehr als ein Dutzend Mal. Wollen Sie die Memos sehen?


sMKA: Ich will Ihre Ausreden nicht hören!


Antwort: OK, aber vielleicht sehen ... dann kümmere ich mich sofort um die Erledigung.


sMKA: Nein, ich mache das.


Antwort: Fein, wann darf ich Ihnen die Unterlagen übergeben?


sMKA: Alles muss man alleine machen. Ich werde das erledigen.



Punkt 3 der Tagesordnung

sMKA: Haben sie noch etwas?


Antwort: Ja, Sie erinnern sich bestimmt noch an die Sache mit der Mehrwertsteuer bei Schadenersatz. Der Lieferant $Name besteht nach wie vor auf der Rückzahlung der 150 EUR Mehrwertsteuer, die wir ihm berechnet haben.


sMKA: Das kommt gar nicht in Frage!


Antwort: Hm ... das hatten wir schon mal. Der Lieferant hat aber recht. Schadenersatz ist gem. Umsatzsteuergesetz steuerfrei.


sMKA: Dann erledigen Sie das doch einfach.


Antwort: Ja, das versuchen mittlerweile 15 Mitarbeiter einschließlich ihnen seit knapp neun Monaten. Wenn Sie sich entweder aus der Sache raushalten oder aber klar ansagen, was Sie möchten, dann wären wir schon längst fertig.


sMKA: Ähm, ja ... also, ich kümmere mich darum.


Antwort: Schön, die Unterlagen haben Sie ja bereits.


sMKA: Wie? Ich habe gar nichts.


Antwort: Hm ... das ist schade. Da Sie schon vor Monaten auf der Übergabe der Unterlagen bestanden - anwesende Kollegen nicken zustimmend geschlossen, habe ich lediglich eine Kopie der Akte.


sMKA: Das ist ja eine unglaubliche Schweinerei! Können Sie gar keine Ordnung halten?


Antwort: Kollegen rollen mit den Augen und schütteln den Kopf ...


Vielen Dank.

Puh, nach der glatten 0:3-Niederlage hatte seine Majestät König Autistiko II. offensichtlich keine Lust mehr und brach das Meeting ab.

Chakka – wir schaffen es :-)

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Mittwoch, 11. Oktober 2006

Böse Falle

Ich muss wirklich unbedingt herausfinden, was ich in den vergangenen Tagen anders gemacht habe als sonst. Die momentane Frequenz der Meetings mit seiner Majestät König Autistiko II. ist ja nicht mehr zum aushalten.

So what ... ich sitze also wieder einmal mit seiner Majestät König Autistiko II. in einem Meeting zusammen. Heute läuft die Unterhaltung vorwiegend in normaler Zimmerlautstärke. Seine Majestät König Autistiko II. muss sich offensichtlich schon heute Morgen ordentlich verausgabt haben, wenngleich die normale Gesichtsfarbe in Verbindung mit der gleichmäßigen Atemfrequenz eigentlich dagegen spricht.

Neben mir waren noch zwei Kolleginnen anwesend: Eine war unglaublich langweilig und die andere sehr sexy. Das Meeting hat sich also für mich formell durchaus gelohnt ;-)

Den beiden Mädels wurde gleich zu Beginn von seiner Majestät König Autistiko II. bescheinigt, dass sie nicht in zusammenhängenden Sätzen denken können - wie auch immer das geht. Vermutlich bedarf es eines gewissen Intelligenz-Koeffizienten, den Frauen laut seiner Majestät König Autistiko II. evolutionsbedingt eben nicht haben können.

Irgendwann postulierte seine Majestät König Autistiko II. dann eine Annahme zum Ablauf eines Geschäftsvorfalls. Schon aus eigenem Interesse hakte ich irgendwann ein und machte seine Majestät König Autistiko II. darauf aufmerksam, dass die Annahme leider sehr unrealistisch ist. Ich konnte mir leider nicht verkneifen, seine Majestät König Autistiko II. in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam zu machen, dass es genau für diesen Geschäftsprozess bereits seit Jahren ein fertig entwickeltes Konzept für unser ERP-System gibt, dessen Umsetzung allerdings an seiner Unentschlossenheit hängen geblieben ist.

Die Reaktion darauf war unerwartet: Er schaute mich an und brachte mit einem sehr überzeugend wirkenden Gesichtsausdruck seine Verwunderung darüber zum Ausdruck: Er wisse von nichts.

Schon klar, Meister ... entweder wollte er mich ordentlich auf die Rolle nehmen oder aber einige meiner Vorgesetzten haben das gesamte Projekt systematisch unter den Teppich gekehrt. Wie auch immer die Wahrheit auch aussieht: Ich denke da wird wohl kurzfristig noch jede Menge Gesprächsbedarf bestehen. Ich hoffe jedoch nur, dass, sofern hier tatsächlich jemand das Projekt versenkt hat, diejenigen dafür gerade stehen. Die Erfahrungswerte aus der Vergangenheit sprechen jedoch eindeutig gegen diese Annahme :-(

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Freitag, 6. Oktober 2006

Verdammt

Manchmal frage ich mich wirklich ernsthaft, was zur Hölle ich gestern oder heute anders gemacht habe, als die Tage und Wochen zuvor. Es muss sich jedoch etwas verändert haben, da ich neuerdings wohl Inhaber einer Dauerkarte für Meetings zu sein scheine. Jetzt kann auch ich nachvollziehen, wie lästig es ist, Juror für die Oscar-Verleihung oder Bodygard von Paris Hilton zu sein: Andauern hängen die wissbegierigen Kollegen einem am Rockzipfel und wollen das Neuste über respektive von seiner Majestät König Autistiko II. wissen. Na ja, eigentlich wollen die meisten Kollegen nur wissen, ob der eigene Name gefallen ist.

Nein, liebe Kollegen, es gibt absolut keine Neuigkeiten. Ihr seid alle blöd, die Erde ist immer noch eine Scheibe und seine Majestät König Autistiko II. der einzige normal denkende Mensch. Alles andere wäre ja wohl auch ziemlich wirklichkeitsfremd, oder?

So what ... gestern gab es von 0900 bis 1800 einen der epochalen Monologe seiner Majestät König Autistiko II. - gegen das geballte Ablassen von sinnfrei zu Sätzen zusammengefügten Wörtern durch seine Majestät König Autistiko II. ist selbst die Ilias von Homer leichte Lektüre im Stil der "Dr. Frank"-Romane.

Das Thema des Meetings war nicht allen Teilnehmern bekannt. Das macht aber nichts, da das Gros der Anwesenden nur als Zuschauer geladen war. Ins Detail will ich hier gar nicht gehen. Schön finde ich allerdings immer wieder, wenn seine Majestät König Autistiko II. das Meeting damit beginnt zu erzählen, warum einige Kollegen nicht anwesend sind. Das Spektrum der Gründe beginnt dabei stets bei offenkundiger Blödheit, geht meistens über naive Dummheit und endet garantiert beim Abzählen der X-Chromosomen.

Ich sollte mir vielleicht mal ein Diktiergerät in die Brusttasche meines Jacketts stecken und die Mitschnitte dann als Podcasts veröffentlichen ;-)

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Donnerstag, 5. Oktober 2006

Mit gehangen, mit gefangen

Da meine renitente Einstellung schon vor einiger Zeit von seiner Majestät König Autistiko II. zur Kenntnis genommen wurde, stehe ich Gott sei Dank nicht mehr pauschal auf der Liste der Teilnehmer für Meetings aller Art. Seither hat meine Produktivität deutlich zugenommen. Über das Bestehen eines Konnexes herrscht unter den Kollegen eine sozialistische Einigkeit.

Es verwundert mich daher einigermaßen, dass ich trotzdem geplant oder unerwartet auf der Teilnehmerliste von Meetings mit seiner Majestät König Autistiko II. auftauche. Die nach Geltung haschenden Kollegen, allen voran Frau Ekel, fühlen sich selbstredend geschmeichelt - die Süffisance wird auch nicht dadurch geschmälert, dass es jedes Mal voll eins an den Ballon gibt. Man könnte die Ausprägung der devoten Lebenseinstellung zwischenzeitlich auch als pathologisch bezeichnen. Das wiederum erklärt durchaus schlüssig, warum Frau Ekel oft und ungefragt Ratschläge für psychologische Betreuung gibt.

Vor einigen Tagen, ich wollte gerade zur Mittagspause gehen und hatte den rechten Fuß schon auf öffentliches Gelände gesetzt, höre ich meinen Namen durch die Halle bölken. Verdammt - man kann aber auch ein Pech haben ...

Auch wenn ich die Auffassung und insbesondere die Art und Weise seiner Majestät König Autistiko II. nicht schätze, und das ist noch relativ human ausgedrückt, so stehe ich doch zu meinem Job. Ergo habe ich dem Marschbefehl seiner Majestät König Autistiko II. Folge geleistet und mich in den Konferenzraum getrollt, wo seine Majestät König Autistiko II. exakt eine Viertelstunde vor der Mittagspause ein Meeting angesetzt hat.

Ich betrat also den Verhörsaal und hörte mir als erstes die verbale Jammerei seiner Majestät König Autistiko II. an. Im Laufe der nächsten halben Stunde habe ich dann herausgefunden, dass offensichtlich ein paar Kollegen trotz Vorbereitungszeit reichlich unvorbereitet (ganz schlecht!) zum Meeting erschienen sind und es somit tatsächlich ein reproduzierbaren Gesprächsbedarf gab. Das wiederum war gut und nicht gut. Nicht gut, weil es ein Thema war, von dem alle Beteiligten wussten, dass seine Majestät König Autistiko II. aufgrund der legendären Technikfeindlichkeit absolut keine Ahnung hatte. Und genau das macht Meetings mit seiner Majestät König Autistiko II. zum Alptraum jedes Didakten. Es ging um das Thema Computer.

Seit einigen Monaten haben wir massive Probleme mit der Performance unseres ERP-Systems. Der Verursacher war, wie schon vermutet, seine Majestät König Autistiko II. selbst. Das Dilemma fing an, als seine Majestät König Autistiko II. eine Extremmodifikation des Controllingsystems angeordnet hat. Seine Majestät König Autistiko II. hat ein eigenes betriebswirtschaftliches Kennzahlensystem entwickelt, welches logischerweise auf das ERP-System übertragen werden muss. Und da die Auswertung von Umsätzen nach Mondphasen und Schuhgrößen der Verkäufer keine standardisierten Reports sind, produzieren die angepassten und in Realtime laufenden Reports eine Mords Systemlast.

Irgendwann ist die grauenvolle Systemperformance auch bei seiner Majestät König Autistiko II. angekommen und begriffen worden, so dass, da ja alles Chefsache ist, seine Majestät König Autistiko II. eine Entscheidung treffen muss.

In dem besagten Meeting ging es also um die Frage, was an Hardware und Software angeschafft werden muss. Anstatt sich auf die Kompetenz der fachkundigen Kollegen aus dem IT-Department zu halten, fing seine Majestät König Autistiko II. an die gesamte Kalkulation für die Investition in Frage zu stellen. Warum? Er kannte nicht den Unterschied zwischen Hardware und Software.

In den nächsten zwei Stunden versuchten fast alle anwesenden Kollegen seiner Majestät König Autistiko II. den Unterschied zwischen Hardware und Software auf einem didaktischen Niveau für Drittklässler zu erläutern. Irgendwann, der Erklärungsbedarf war nach wie vor riesig und ich stand aufgrund des permanenten Redeschwalls kurz vor der vollständigen Dehydrierung, machte seine Majestät König Autistiko II. einen inhaltlichen Schwenk und fragte Root nach seiner Meinung zu dem vorliegenden Angebot. Root, als Experte im Umgang mit pathologischen Nervensägen, erkannte den offensichtlichen Zeitdruck seiner Majestät König Autistiko II. und nickte das Angebot als OK ab.

Seine Majestät König Autistiko II. setzte kommentarlos sein leicht epileptisch anmutendes Handzeichen unter das Angebot, sprang auf und verließ mit einer seiner berüchtigten Slapstick-Einlagen den Konferenzraum.

Geht doch, warum nicht gleich so.

Ach so: Das IT-Department möge bitte daran denken seiner Majestät König Autistiko II. ein Zertifikat für die Teilnahme am Computer-Grundkurs für Grundschüler auszustellen ;-)

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Dienstag, 26. September 2006

Projektmeetings

Der Grundgedanke eines Projektmeetings, insbesondere dann, wenn das Projekt schon länger läuft und keine revolutionären Änderungen im Ablauf von Geschäftsabläufen mit sich bringt, besteht im Austausch von Gedanken und Ideen rund um die Umsetzung einzelner Teilbereiche des Projekts sowie einer Kontrolle des aktuellen Status.

Bei uns läuft das, wie schon befürchtet, deutlich anders: Seine Majestät König Autistiko II. ist bei vielen Projektmeetings anwesend und trägt unbewusst dazu bei, dass definitiv nichts geklärt wird. Hauptgrund dürfte vermutlich die Tatsache sein, dass das Gros der zur Verfügung stehenden Zeit dafür verwendet werden muss, seiner Majestät König Autistiko II. die Grundlagen jedes einzelnen Arbeitsablaufes detailliert darzulegen. Da seine Majestät König Autistiko II. organisationstechnisch auf Nachkriegsniveau stehen geblieben ist, wobei man hier durchaus die Frage stellen könnte, um welchen Krieg es sich handelte, gestalten sich entsprechende Erklärungsversuche unglaublich schwierig.

Per Saldo führt der Schulungsbedarf seitens seiner Majestät König Autistiko II. zu einem astronomischen Zeitverbrauch. Unabhängig davon kann der Typ auch nicht einfach mal die Klappe halten und zuhören, sondern muss permanent Parallelen zu mediävistischen Arbeitsmethoden herausstellen - da war selbst der Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung zu Gründungszeiten weiter. Auch wenn das dazu führt, dass ganze Generationen von Unternehmens- und IT-Beratern in ihrer Existenz dauerhaft gesichert werden - Geld spielt ja bekanntermaßen bei seiner Majestät König Autistiko II. eine eher untergeordnete Rolle - ist zwischenzeitlich auch bei den externen Beratern eine gewisse Beratungsmüdigkeit festzustellen.

Ich werde mir daher überlegen müssen, meine pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten auszubauen, um wenigstens meinem Lehrauftrag halbwegs gerecht zu werden. Das hat uns dann zwar nicht wirklich vorangebracht, aber wenigstens wird mit dem konsequenten Streichen illusorischer Ansprüche an Dinge wie Problemlösung und Verbesserung des Einsatzes vorhandener Ressourcen das persönliche Seelenheil wiederhergestellt.

Übrigens: Der Unterhaltungswert der Projektmeetings ist dank seiner Majestät König Autistiko II. jedoch ausgesprochen hoch. Schon zu Beginn, seine Majestät König Autistiko II. ist sowohl Portier als auch Platzanweiser, gibt es ein grandioses Opening. Er beeindruckt das anwesende Publikum mit Slapstick Comedy und Wortwitz. Diese Einlagen versteht zwar niemand, aber seine seiner Majestät König Autistiko II. fühlt sich erkennbar großartig. Warum nur hat er sich bislang nicht eine von diesen Las Vegas-Glamourjackets zugelegt?

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Donnerstag, 31. August 2006

Stop and Go

Der geneigte Leser meint nur oberflächlich, dass jetzt ein Artikel zum Thema Straßenverkehr und den täglich inkarnierenden Stau zur Rush Hour folgt. Tatsächlich bietet auch das abnorme Universum seiner Majestät König Autistiko II. eine pseudo-haptische Form des Stop-and-Go-Verkehrs. Manchmal zumindestens geht es nach vorn, meistens jedoch nach hinten oder eben gar nicht mehr.

Gestern hatte ich eine sehr reale verbale Halluzination, bin jedoch recht schnell Opfer meines Gottvertrauens geworden. Man könnte im Grunde auch "selbst schuld" als Untertitel der Anekdote wählen. Anyway ... zurück zur Story:

Seit vielen Monaten gibt es einen mehr oder minder schweren Disput mit einem Lieferanten und insbesondere der Abrechnung von Schadensersatzansprüchen. Nachdem sich seine Majestät König Autistiko II. hinsichtlich der Bemessungsgrundlage des Schadensersatzes schweigend durchgesetzt hat, ging es in den letzten Wochen nur noch um eine Detailfrage. Die, wie gesagt, von mehrwöchigen Funkpausen auf beiden Seiten gekennzeichnete Verhandlung zog sich schon über ein knappes Jahr hin und ich habe mich während dessen verzweifelt bemüht, aus der Zuständigkeit entlassen zu werden. Da diese Versuche ausnahmslos daneben gingen, hatte ich vor einigen Tagen die Flucht nach vor angetreten und seiner Majestät König Autistiko II. eine Vernunftmemorandum zukommen lassen. Es ging um die Frage, ob Schadensersatzansprüche von der Umsatzsteuer befreit sind oder nicht. Der Lieferant hat in der Zwischenzeit gebetsmühlenartig seine Forderung nach Rückzahlung der bei Zahlung seiner Rechnungen zum Abzug gebrachten Umsatzsteuer für Schadensfälle untermauert.

Nachdem ich prompt eine Audienz erhielt, war ich guter Dinge. Gestern nun gab es eine abschließende Besprechung, in der sich seine Majestät König Autistiko II. für den Vorschlag wie jeder normale Unternehmer Umsatzsteuer bei Schadensersatzansprüchen nicht zu berechnen, aussprach. Erleichtert und nicht ohne Stolz verließ ich mit dem Persilschein in der Hand die Kathedrale seiner Majestät König Autistiko II., um die Sache nunmehr einer Endlösung zuzuführen.

Ich kümmerte mich also um die Anpassung unseres ERP-Systems, damit die Abrechnung von Schadensersatzforderungen zukünftig korrekt, also ohne Märchensteuer ausgestellt werden können. Recht schnell stellten mein Kollege und ich fest, dass das ohne Inanspruchnahme des kostenpflichtigen Helpdesks für das ERP-System nicht möglich war. Mein Kollege stellte also fix einen Investitionsantrag bei seiner Majestät König Autistiko II. und lehnte sich zurück.

Seltsam war es allerdings schon, da das Ganze eigentlich viel zu glatt lief - der erfahrene Mitarbeiter ist stets mit einem hohen Mass an Skepsis ausgestattet, ganz besonders in unserer Company ;-)

Na ja, es kam so, wie nicht vermutet, aber doch insgeheim befürchtet: Seine Majestät König Autistiko II. meldete sich eine Stunde später, lehnte den Mini-Investitionsantrag für die Anpassung des ERP-Systems ab und widerrief seine Zustimmung zum Deal, die bislang gekürzte Umsatzsteuer zurückzuzahlen.

Ich frage mich nun, was das Ganze gebracht hat? Nun, faktisch nichts. Nach vielen Stunden Arbeit für die Ausarbeitung eines Kompromisses stehe ich wieder genau dort, wo ich angefangen habe: Der Lieferant fordert die Mehrwertsteuer und seine Majestät König Autistiko II. bewegt sich nicht. Genau das ist das eingehend erwähnte Phänomen des organisationstechnischen Stop-and-Go-Verkehrs. Einen Schritt vor und, noch bevor der Fuß den Boden wieder berühert hat, einen Schritt zurück - praktisch betrachtet könnte das durchaus witzig aussehen.

Leute, so wird das nichts. Ich will diesen Scheiß echt nicht mehr. Das ist mal wieder wie im Kindergarten ...

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Freitag, 21. Juli 2006

Druckbetankung

Heute gab es mal wieder "Seine Majestät König Autistiko II." satt. Über sieben Stunden lang erhielten ein Dutzend Kollegen und ich von seiner Majestät König Autistiko II. eine verbale Druckbetankung mit subversiven und wirren Gedankengut.

Die mit der üblichen Lautheit von deutlich über 30 Sone geführte Schlacht wurde bereits von Beginn an eindeutig von seiner Majestät König Autistiko II. dominiert - Widerstand war zwecklos. In beeindruckender Art und Weise wurde geschwafelt was das Zeug hält. Üblicherweise werden die Themen wie die Hemden gewechselt, nur eben ein wenig schneller. Bei den Monologen seiner Majestät König Autistiko II. kann man auch nach mehrstündigem Zuhören nicht erkennen, wohin die Reise eigentlich gehen sollte. Das verbale Abreagieren wird nur durch im Grunde sehr seltsam anmutende und offenbar feingeistig gemeinte Einlagen unterbrochen, bei denen jedoch ausschließlich seine Majestät König Autistiko II. die Zielgruppe zu sein scheint. Vielleicht braucht er diese Ruhephasen aber auch nur zum Luftholen.

Wenn ich resümiere, dann war es aber gar nicht so schlimm respektive hätte auch wesentlich dramatischer ausgehen können. Gott sei Dank waren ausschließlich sehr professionelle Kollegen anwesen, so dass niemand unnötigerweise versuchte, sich zu rechtfertigen oder auf alternative Betrachtungsweisen aufmerksam zu machen. Der Kenner weiß nur zu gut, dass das die Besprechungsdauer auf locker zwölf Stunden verlängert hätte. Und da wir heute Freitag haben, hätte sich die Knalltüte darauf einstellen müssen, dass nach dem von seiner Majestät König Autistiko II. abgehaltene Tribunal der Kollegenmob Lynchjustiz üben würde ;-)

Während des Besprechungsmarathons ist selbstverständlich rein gar nichts entschieden oder geklärt worden. Bloß gut, dass der Gerichtssaal klimatisiert war. Anderenfalls hätte ich vermutlich gegen 1300 in Badehose dort gesessen oder gekündigt. Der Rest der Brathähnchen, äh Kollegen, hat sich artig im nicht-klimatisierten Büro bei deutlich über 35 °C grillen lassen. Und, nicht vergessen: Regelmäßig drehen, damit man gleichmäßig knusprig wird :-)

Nächste Woche habe ich noch ein paar Termine auswärts und gegen Ende der Woche Urlaub. Mit ein wenig Glück ist die Wahrscheinlichkeit, seine Majestät König Autistiko II. bis dahin noch einmal zu begegnen, nahe Null. Yeah, die nächsten vier Wochen sind gerettet, die Stimmung steigt und die Welt ist wieder in Ordnung :-)

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