Donnerstag, 12. April 2007

Sunshine zum Mitmachen

Ich habe so den leisen Verdacht, dass das halbwüstenartige Biotop alias Garten im Hinterhof unserer Firmenzentrale zwischenzeitlich aufgegeben wurde. Nachdem Frau Klimper-Schüttel verdient das Unternehmen verlassen hat, gibt es niemanden mehr, der wenigsten mit homöopathischen Wassergaben dem Rest der lange Dürreperioden durchaus gewohnten Vegetation zum Überleben hilft. Es geht zu Ende.

Der oft gesehene und sehr kreative Talpa europaea hat zwischenzeitlich auch das Feld geräumt. Geblieben sind lediglich einige Grasnarben als Überbleibsel architektonisch äußerst produktiver Phasen. Und dabei war der kleine schwarze Kerl der Liebling der Belegschaft ;-)

So insgesamt ist der Garten seiner Majestät König Autistiko II. die konsequente Fortsetzung imperialer Entscheidungsunfähigkeit. Hin und wieder wird mal ein kleiner Schritt voran gemacht - letztes Jahr haben wir sogar eine Regenwasserpumpe angeschafft -, um dann letztendlich wieder in die bekannte Lethargie zu verfallen.

Ich glaube damit manifestiert man einzig die stadtbekannte Auffassung über seine Majestät König Autistiko II., Spezialist für halbe Sache zu sein. Über den Unkenrufen aller zu stehen hat meines Erachtens jedoch eher weniger mit einem gesunden Ego, sondern vielmehr mit Dickfälligkeit respektive einer außergewöhnlichen Obstination zu tun. Unter dem Strich ist seine Majestät König Autistiko II. somit die Inkarnation des Grundes, warum das Wahlrecht, genau wie das Führen eines Fahrzeuges, an das Ablegen eines Befähigungszeugnisses gebunden sein sollte ;-)


Ach so: Der am 19.04.2007 anlaufende Film Sunshine stand Pate für den Titel dieses Posts.

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Dienstag, 21. November 2006

Das Garten-Projekt

Seiner Majestät König Autistiko II. ist offensichtlich der erbärmliche Zustand des Gartens hinter dem Bürogebäude langsam aber sicher auf den sprichwörtlichen Zeiger gegangen. Er hat begriffen, dass ein Serengeti-gleiches Biotop in unseren Breiten weder Stil hat, geschweige denn ein Garant für das Gewinnen eines Preises für den besten Unternehmensgarten ist. Nein, auch einen Trostpreis gibt es für so eine jämmerliche Vorstellung nicht.

Er hat also gleich zwei Mitarbeiter damit beauftragt, ein Kostenvoranschlag für das Projekt zu besorgen. Dumm nur, dass sowohl beide Kollegen nichts vom Glück des jeweils anderen wussten, als auch die Vorgaben seiner Majestät König Autistiko II. in beiden Fällen völlig divergent werden. Nachdem sich dann beide eine verbale Kopfnuss abgeholt haben, wurde das Bewässerungsprojekt aufgrund der, seiner Majestät König Autistiko II. nach, astronomischen Kosten von 15.000 EUR abgebrochen.

Sind wir aber mal ehrlich: Wenn die Vorgabe beispielsweise lautet, der Regen aus der Bewässerungsanlage darf die konisch angeordneten Wegflächen nicht berühren, dann bedarf die Aufstellung und Dimensionierung der Rasensprenger schon eines geometrisch ausgeklügelten Konzepts. Und wenn man dann noch auf dem Bau einer unterirdischen Zisterne für 5.000 Liter Regenwasser besteht, dann kann man sich als normal denkender Mensch durchaus gut vorstellen, dass das nicht für 1.000 EUR machbar ist - auch nicht mit den freundlichen Bauarbeitern aus Polen und Rumänien.

Zur Strafe ist dann der Rest der spärlichen Vegetation von seiner Majestät König Autistiko II. zum Vertrocknen verurteilt worden. Diesmal war jedoch der Gärtner schuld: Hätte er die Pflanzen gegossen, was zwar nicht seine vertragliche Pflicht war, dann hätte er auch sein Geld bekommen.

Ich schäme mich für seine Majestät König Autistiko II., wenn ich den Gärtner morgens auf dem Gelände treffe. Der Typ verdient ohnehin kaum richtig Geld und wird auch noch von einem pathologischen Choleriker ausgenommen. Das kotzt mich echt an!

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Montag, 15. Mai 2006

Fata Morgana

Unglaublich - ich dachte ich kann meinen Augen nicht mehr trauen: Der Gärtner scheint jetzt jeden Tag zu kommen und gießt auch die Pflanzen.

Da musste ich doch glatt mal rausgehen und mich davon überzeugen, dass es sich tatsächlich nicht um eine der sagenhaften Fata Morganen aus der lybischen Wüste handelt und statt Wasser nur Sand aus dem Wasserschlauch rieselt. Wundern würde mich dass nicht. Was tut man nicht alles für den Titel "Bestes Serengeti-Biotop nördlich von Tunis". Im Zweifelsfall wird, wenn Nichtgießen nicht ausreicht, eben mit Sand nachgeholfen.

Wie ich mich also an den Gardener - da der Schauwerbegestalter zwischenzeitlich auch zum Visual Merchandiser mutiert ist, ist Gärtner keine adäquate Bezeichnung mehr für den Mann mit dem Grünen Daumen - so angenähert habe, fragte ich mich, ob der Typ in den Garten schifft oder Wasser lediglich in homöopathischen Dosen an die notleidende Flora verteilt. Der mehrere Meter lange gelbe Schlauch hat mich dann jedoch erkennen lassen, das letzteres der Fall ist.

Entweder der Typ wird nach Stunden bezahlt oder 10 Liter Wasser müssen für 1.000 m² Fläche reichen. Die halbstündige Fraternisierungsphase hat leider nicht ausgereicht, um weitere Details des Auftrags in Erfahrung zu bringen ;-)

Ehrlich: Irgendwo musste ja der Haken sein. Zumindestens in diesem Punkt ist seine Majestät König Autistiko II. berechenbar. Geiz ist nun mal eben richtig geil - auch bei uns und bei seiner Majestät König Autistiko II. erst recht.

Merke: Je skurriler eine Idee ist, desto hoher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie verwirklicht wird. Ich denke daher, dass jeder versteht, warum ich mich stets für progressive Transportsysteme á la Zwergenkatapult einsetze ;-)

Ich bin mal gespannt wie ein Flitzebogen, was bei dem ominösen Gartenwettbewerb raus kommt.

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Freitag, 12. Mai 2006

Edge of Reason

oder: Am Rande der Lächerlichkeit

Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich schon einmal mit unserem Garten. Den Zustand des Gartens kann man eigentlich ganz gut als Schein des Nichts, von verschiedenen pelzigen Wirbeltieren mit Erdhügel im Bauhausstil aufgelockert, umschreiben. Selbst aus der Satellitenperspektive in Google Earth ist das ohne jeden Zweifel erkennbar.

Die vom Papier bekannte Sparsamkeit wurde heimlich oder ganz bewußt auch auf das Wasser übertragen, so dass der Garten schon nach einer Woche einem Serengeti-Biotop ebenbürtig ist. Andererseits bietet unser Garten so aber die Möglichkeit, Kurse zum Thema Florales Gestalten auf verbrannter Erde abzuhalten.

Letzte Woche tauchte eine Nachricht im Äther des Bürofunks auf, deren Glaubwürdigkeit doch arg zu wünschen übrig lies: Es gibt einen Wettbewerb für Unternehmen zum schönsten Garten und die Hohe Priesterin Frau Klimper-Schüttel hätte uns angemeldet.

Nachdem nunmehr der Fotograf für diese Aktion hier aufgetaucht ist, bleibt mir nichts weiter übrig als zu resümieren, dass die Anzahl der Mitarbeiter, die nicht alle Latten am Zaun zu haben scheinen, wieder einmal größer geworden ist.

Aber vielleicht ist die ganze Angelegenheit tatsächlich nicht so, wie ich mich das vorgestellt habe. Es könnte theoretisch sein, dass es auch einen Themenwettbewerb gibt. In der Kategorie Serengeti respektive wüstenähnliches Biotop hätten wir mit unserer fein-säuberlich aufgeräumten Gartenlandschaft nämlich durchaus ganz gute Chancen.

Anyway ... während also der Fotograf das ganze Elend so begutachtet und erwähnt, dass Wasser der Flora durchaus gut zu Gesicht stehen würde, klinkt sich seine Majestät König Autistiko II. verbal ein und merkt an, dass auch er nicht wüsste, warum in seinem Garten so wenig gegossen werden würde.

Darauf habe ich gewartet: Ab nächster Woche wird dann die Belegschaft stundenweise zum Gießen der 1.000 m² großen Fläche abgestellt. Kannen und Wasser sind selbstredend mitzubringen und während der Verrichtung der Gartenarbeit ist an der Zeiterfassung auszustempeln.

PS: Das Betreten des Gartens bleibt natürlich auch weiterhin für die Belegschaft strengstens untersagt.

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Montag, 27. Februar 2006

Pimp my Garden

Hinter dem Haus haben wir einen großen Garten. Na ja, eigentlich ist es eher eine steril wirkende Rasenfläche ... zu mindestens bis vor Kurzem. Vor einiger Zeit sind einige unter der Grasnarbe wohnende Säugetiere eingezogen und verzieren seit dem den Rasen mit architektonischen Patchworks in großer Anzahl. Das ist toll, weil die botanische Monotonie ein wenig im Bauhausstil aufgelockert wird.

Seine Majestät König Autistiko II. ist auf Talpa europaea und Arvicola terrestris leider ganz und gar nicht gut zu sprechen. Da ihn, neben der Belegschaft, auch Oryctolagus cuniculus regelmäßig zur Weissglut treibt, habe ich den Eindruck, er ist auf Spezies aus dem Stamm der Chordata grundsätzlich nicht gut zu sprechen. Im Gegensatz zur Belegschaft ließen sich die Leporidae-Verwandten bislang nicht mit Verbalattacken konditionieren.

Das Problem mit Oryctolagus cuniculus hat er vor einiger Zeit auf die rabiate Tour erledigt: Ein Ranger mit Lizenz für die Extermination kümmerte sich darum. Bei Talpa europaea sieht die Sache aber schon anders aus: Nachdem traditionelle Vergrämungsmethoden, von denen sich einige jedoch am Rande der Legalität bewegt haben dürften (bekanntlich gibt es leider die Rote Liste gefährdeter Arten im Bereich der Flora und Fauna), nichts gebracht haben, kommt der Gärtner neuerdings einmal pro Woche mit schweren Baumaschinen. Ich habe allerdings meine Zweifel daran, ob das dem Rasen, der ohnehin Wasser nur zu ausgewählten Feierlichkeiten sieht und somit als Serengeti-Biotop einzustufen ist, wirklich gut tut.

In der Zwischenzeit erfreuen sich die Mitarbeiter an der Kreativität und ungebremsten Schaffenskraft der kleinen scharzen Kerlchen, die getreu der Devise "Pimp my Garden" selbst bei Tageslicht aktiv sind.

PS: Die Analyse der Bauhöhe einiger "Kunstwerke" lässt die Vermutung aufkommen, dass da bald eine Baugenehmigung fällig wird ;-)

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