Donnerstag, 13. September 2007

Didaktik

Widmen wir uns heute mal einem eher unspannenden Thema: Der Didaktik. Die Didaktik ist, vereinfacht ausgedrückt, die Wissenschaft des Lehrens. Der geneigte Leser wird sich daher durchaus zu recht fragen, welche wichtige Rolle der Didaktik in einem mittelständischen Unternehmen zukommt. Da wäre zunächst, selbstverständlich, das Thema Ausbildung zu nennen - Auszubildenden muss natürlich vernünftig und vor allem strukturiert Wissen vermittelt werden. Auch neue Mitarbeiter oder Mitarbeiter, die mit neuen Aufgaben oder Tätigkeiten betraut werden, sollten eine fundierte Einweisung erhalten. Aber das meine ich gar nicht. Es geht eigentlich, wie schon vermutet, um seine Majestät König Autistiko II. und dessen enorme Defizite im Umgang mit Problemen und Menschen. Streng genommen verlangt seine Majestät König Autistiko II. ausnahmslos von jedem Mitarbeiter ein enormes Maß an didaktischen Fähigkeiten. Mich wundert daher schon, dass die Akademikerquote bei uns allenfalls homöopathisch ist ;-)

Aber OK, zurück zum Auslöser der Anekdote: Wir benötigen durchaus recht große Mengen an Devisen. Die Beschaffung von ausländischen Währungen ist recht komplexes Geschäft, da diese einerseits börsennotiert sind und ihr Preis somit üblichen wirtschaftlich und/oder politisch motivierten Schwankungen unterlegen ist und andererseits kalkulatorisch bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden müssen.

Ich bin kein ausgewiesener Experte für den Forex respektive Devisenmarkt, habe jedoch eine Reihe von Kollegen (gehabt), die sich auf diesem Gebiet wirklich exzellent auskennen. Diese Exzellenz messe ich dabei in erster Linie am langfristigen Erfolg ihrer Tätigkeit.

Die eingehend erwähnte Komplexität des Devisenmarktes entsteht in erster Linie dadurch, dass es eine Vielzahl von Instrumenten gibt, mit denen man die Devisenbeschaffung strategisch kurz-, mittel- oder langfristig steuern kann. Zu nennen wären in diesem Zusammenhang Swaps oder Futures.

Und nun kommt seine Majestät König Autistiko II. ins Spiel: Seine Majestät König Autistiko II. hat schlicht keine Ahnung von Swaps & Co., bestreitet dies jedoch vehement und kaschiert dieses Nichtwissen, indem er den Experten im eigenen Haus Unfähigkeit vorwirft. Viele Versuche der Kollegen seiner Majestät König Autistiko II. wenigstens einige Basiskenntnisse zu vermitteln, sind ausnahmslos fehlgeschlagen - vielleicht lag es auch der Einstellung seiner Majestät König Autistiko II. selbst, der nämlich glaubt, man könne dieses Trallala mal eben im Flur erklären.

Na ja, irgendwann war seine Majestät König Autistiko II. die als unangemessene Belehrungsversuche verstandenen Erklärungen leid und erklärte auch die Devisenbeschaffung zur Chefsache. Unter dem Strich waren die ursprünglich damit beauftragten Kollegen ausnahmslos erleichtert, da man so schlagartig die Anzahl der täglichen Feindkontakte signifikant reduziert hat.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Seine Majestät König Autistiko II. begann ohne Verzögerung mit seinen Forex-Aktivitäten. Auf eine Strategie und entsprechende Kapitalmarkinstrumente hat er mal gleich ganz verzichtet und einfach intuitiv mal hier und mal da in den Markt gepickt. Das mit dem Picken hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Man findet nicht immer das richtige Korn und hin und wieder pickt man auch mal in die Scheiße des Nachbarn - ganz bildlich ausgedrückt.

Das Ergebnis seiner Majestät König Autistiko II. ist nach einem halben Jahr jedoch recht passabel ausgefallen: Er hat binnen dieses Zeitraums mehr verzockt, als alle Kollegen in den letzten Jahrzehnt zusammen.

Und was lernen wir (mal wieder) daraus: Es geht um nichts! Anstatt einmal anzuerkennen, dass es Menschen gibt, die sich über die Konsequenzen ihres Tun und Handels im Klaren sind und deren Kompetenz konkret messbar ist, werden diese lieber für ihre didaktischen Schwächen verbal ausgepeitscht und das ganze Unternehmen als Voluntary Playground betrachtet.

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1 Kommentare:

Am/um Donnerstag, September 13, 2007 5:11:00 nachm. , Anonymous Anonym meinte...

Krass!
Aber immerhin hat Euer Chef wenigstens was gemacht. Meiner hätte gesagt, er kümmere sich darum und auch nach 6 Monaten wäre immer noch nichts passiert. Der Erfolg wäre aber wahrscheinlich derselbe gewesen, hihi!

 

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