Freitag, 30. November 2007

Namen und Taten

Gestern erwähnte ich ja bereits, dass Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause ab sofort Prinzessin Incompetencia I. heißt. Hier nun, wie versprochen, eine kurze Erklärung:

Auch nach wie vor ist mir nicht klar, was genau eigentlich die Aufgabe von Prinzessin Incompetencia I. im Reich seiner Majestät König Autistiko II. ist. Das gelegentliche Erscheinen in Lederröckchen ließ zwar vermuten, dass Mitarbeiterbespaßung zu ihren Kompetenzen gehören könnte, doch so recht wollte das niemand glauben. Das wiederum könnte an ihrem Mundpullover liegen ;-)

Anyway ... die zweifellos höchste Kompetenz hat Prinzessin Incompetencia I. beim Delegieren von Entscheidungen. Ganz egal um was es sich handelt - sie verweist konsequent auf ihren alten Herrn. Und wenn sie, was hin und wieder versehentlich mal passiert, doch etwas entscheidet oder in die Hand nimmt, dann ist das blanker Unsinn. Am besten fand ich dabei die Sache mit dem Notebook:

Prinzessin Incompetencia I. besitzt standesgemäß ein Notebook von der Firma. Der Admin hat ihr bei Übergabe in weiser Voraussicht empfohlen, das Gerät wenigstens einmal im Monat einzuschalten, damit der Akku ein wenig im Training bleibt. Ein Jahr später schaltete sie das Notebook vermutlich irrtümlich (das erste Mal) ein und stellte fest, dass es nicht funktioniert. Anstatt jedoch den Admin der Company anzusprechen marschierte sie direkt zu Karstadt - da gibt es ja schließlich auch Notebooks der Marke $Name. Voller Stolz verkündete sich dann dem Admin, dass sie sich selbst einen neuen Akku für ihr Notebook gekauft hat. Die Frage, warum sie den vorhandenen Akku nicht einfach aufgeladen hat, konnte sich nicht beantworten.

Ich denke den neuen Namen hat sich sich verdient :-)

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Montag, 29. Oktober 2007

Onomastik

oder: Namenkunde für Anfänger

Aus verschiedenen Reaktionen in der Vergangenheit konnte ich entnehmen, dass die Wahl des Namens seiner Majestät König Autistiko II. noch nicht jedem Leser klar ist. Das ist schade, aber nicht weiter schlimm. Ich werde es nämlich im Rahmen eines kleinen Kurses zum Thema Namenkunde erklären.

Zunächst einmal ist anzumerken, dass der Name seiner Majestät König Autistiko II. an sein täglich zu erlebendes Auftreten angelehnt ist. Es handelt sich dabei um eine Mischung von Despotismus und einer Art charakterlichen Autismus, garniert mit leicht schizophrenen Anwandlungen. Allerdings gehen die Meinungen hinsichtlich der Schizophrenie innerhalb der Belegschaft deutlich auseinander. Das liegt vermutlich daran, dass zwischen den Persönlichkeitswechseln typischerweise mehrere Stunden liegen und somit ein direkter Vergleich nur selten gelingt.

Die Frage der Therapierbarkeit wurde hingegen mit beinahe schon unheimlich anmutender Einhelligkeit falsifiziert. Obwohl ... Halt, da gab es durchaus den einen oder anderen alternativen Ansatz für ausgewählte Symptome: Bei einigen Körperteilen seiner Majestät König Autistiko II. verspricht man sich von Akupunktur mittels Stricknadeln eine Verbesserung des Krankheitsbildes. Na, ob das nicht ein wenig gewagt ist ;-)

Man könnte glatt den Eindruck haben, man ist im Büro von kleinen Sadisten oder unverbesserlichen Altruisten umgeben.

Über den Zähler am Namen herrscht eine gewisse Uneinigkeit darüber, ob man unbeteiligte Ahnen mitzählen soll oder nicht. Ich fand die Zwei gut ;-)

Summa summarum hoffe ich, gegebenenfalls vorhandene Unklarheiten rund um den Namen seiner Majestät König Autistiko II. klären zu können. Ergänzend kann man in einer Fülle von wunderbar einseitig gefärbten Anekdoten eine Bestätigung finden oder eben nicht. Den Unterhaltungswert der Auftritte seiner Majestät König Autistiko II. kann man dieser Form jedoch nicht vermitteln. Da gilt nach wie vor die Devise: Dabei sein ist alles - und zwar in der ersten Reihe :-)

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Montag, 17. September 2007

BWL leicht gemacht

und andere unglaubliche Erkenntnisse

Was tun, wenn man gemerkt hat, vollständig im Chaos versunken zu sein? Gar nichts, oder einfach warten auf Feierabend - denn es bringt nichts, noch mehr Energie in eine Sache zu investieren, bei der es definitionsbedingt um nichts mehr geht.

Ich habe mir daher heute ein wenig Zeit genommen, um seine Majestät König Autistiko II. mal wieder etwas ausgiebiger zu beobachten. Ein paar Kollegen haben mir bei dieser kleinen anthropologischen Studie geholfen - herzlichen Dank an dieser Stelle für den fruchtbaren kollektiven Meinungsaustausch ;-)

Eines kann ich vorweg nehmen: Es gab erwartungsgemäß viel zu lachen. Das Einparken und Abwürgen des Pkws zählen sicher zu den Klassikern, wenngleich dreimal Abwürgen auf 5 Metern Strecke schon fast rekordverdächtig ist - gebt dem Mann einen Tretroller, aber ohne Gangschaltung ;-)

Im Laufe des Tages wurde ein Kollege von seiner Majestät König Autistiko II. dafür gelobt, dass er den Kopierer so gut bedienen kann - gleich 5 Kopien auf einmal. Das ist ja eine dolle Sache - "ob den das Gerät neu sei" fragte er prompt. Gott behüte: Wir sind doch nicht des Wahnsinns fette Beute und ersetzen Kopierer einfach so und ohne zu fragen. Ach so: Junge, hole dir mal schnell einen Lolly oder Fruchtdrops in der Personalabteilung ab ;-)

Nach einem kleinen dreistündigen Meeting, bei dem es erfahrungsgemäß um nichts ging, merkte dann ein Kollege an, dass er tief davon beeindruckt sei, mit welchem Elan seine Majestät König Autistiko II. gegen den geistigen Verfall trainieren würde. Nun ja, Penetranz ist es, wenn man selbst nichts mehr merkt.

Ach so - die Erkenntnis des Tages lautet wie folgt: Das Controlling liefert nur Scheiße. Die merken nicht mal, dass die Zahlen nicht stimmen. Hätten sie sich die Energiekosten angesehen, hätten sie gemerkt, dass da was nicht stimmt. Zwischen 2004 und 2007 sind die Energiekosten doch gar nicht gestiegen - seine Majestät König Autistiko II. verbraucht heute wie vor 10 Jahren 3.500 kWh pro Jahr. Hm ... zwischen Kosten und Verbrauch besteht schon noch ein kleiner Unterschied!

Herrlich, nun ist auch der Tanken-für-10-EUR-Witz bei seiner Majestät König Autistiko II. angekommen :-)

So, in diesem Sinne gute Nacht.

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Mittwoch, 5. September 2007

Familienbande

In der Vergangenheit erwähnte ich schon das eine oder andere Mal, dass seine Majestät König Autistiko II. mit seinem Managementstil auch unter den Mitgesellschaftern nicht ganz unumstritten ist. Na ja, "unumstritten" ist vielleicht ein ganz klein wenig untertrieben: Meinen Informationen zufolge ist das Heer der Anwälte, die die einzelnen Mitglieder des Familienclans zwischenzeitlich aufbieten, so groß geworden, dass man sich eigentlich mal Gedanken machen könnte, eine mittelgroße Anwaltskanzlei komplett zu beschäftigen - da könnte man wenigstens noch einen Gruppenrabatt rausholen ;-)

Unter dem Strich geht es um eine Fülle von unterschiedlichen Themen. Am besten finde ich aber immer noch die Sache mit dem Taschengeld: Einige Gesellschafter bekommen schon seit vielen Jahren ein vergleichweise winziges Taschengeld, das noch nicht einmal ausreicht, um die eigenen Anwälte zu bezahlen.

Herrlich - es geht um nichts!

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Donnerstag, 23. August 2007

Theorien

Vor einigen Tagen habe ich mich gemeinsam mit einigen Kollegen an einer alternativen Theorie, die das cholerische Verhalten seiner Majestät König Autistiko II. erklären könnte, versucht. Die folgenden Optionen sind dabei herausgekommen:

a) Seine Majestät König Autistiko II. hört sich gerne reden. Und da er schwerhörig ist, muss er halt schreien.

b) Seine Majestät König Autistiko II. ist permanent hyperaktiv, weil er zu viele Testosteronpflaster im Sack hat.

c) Seine Majestät König Autistiko II. ist total aufgedreht, weil er sich morgens Anabolika in Müsli schüttet.

d) Seine Majestät König Autistiko II. ist übernatürlich aktiv, weil er morgens ein Marihuana-Zäpfchen von der Größe einer Küchenrolle mit einer Druckluftpistole in den Hintern geschossen bekommt.

e) Seine Majestät König Autistiko II. ist nicht ausgelastet, weil der Anti-Aggressionstherapeut schon vor vielen Jahren gekündigt hat und er das immer noch nicht gemerkt hat.

f) Seine Majestät König Autistiko II. will nun endlich auch mal hipp sein und probiert die LSD-Pillchen seiner Großeltern - leider hat er das mit der Dosierung noch nicht im Griff. Vielleicht ähnelte der Name Lysergsäurediethylamid auf dem Tablettenröllchen dem seiner Tranquillantien aber auch nur.

g) Seine Majestät König Autistiko II. ist die Reinkarnation eines minoischen Galeerenbesitzers, der die Bedeutung der Begriffe Innovation und Reaktionismus verwechselt hat.

Mein persönlicher Favorit ist a) und f), wobei ich mir d) schon ganz gerne mal angesehen hätte ;-)

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Montag, 30. Juli 2007

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon vor über einem Jahr veröffentlichen, aber irgendwie bin ich immer wieder davon abgekommen. Möglicherweise lang es auch daran, dass mir kein Titel eingefallen ist. Nun ja, ich hole das heute nach. Es geht um ein paar Gedanken zur Kindheit seiner Majestät König Autistiko II. und deren Einfluss auf dessen Charakter. Vielleicht nennen wir das auch eine Art behavioristische Analyse - eine Verhaltensanalyse nach Freud ist mir als Laie ein klein wenig zu komplex ;-)

Vorab möchte ich einen kleinen Exkurs zum Ansatz des Behaviorismus unternehmen. Der Behaviorismus gilt als eine Art naturwissenschaftlicher Ansatz, das Verhalten von Individuen zu analysieren. Ich denke daher, dass man auf dieser Grundlage mit ein wenig deduktiver Logik, gesundem Menschenverstand und eine Prise Humor ganz gut vorankommen kann.

Nun jedoch zu seiner Majestät König Autistiko II. und dem Versuch, die Ursache seiner Verhaltsstörung zu ergründen. Seine Majestät König Autistiko II. ist kein Einzelkind – mehr will ich an dieser Stelle nicht dazu sagen; es ist daher unsinnig anzunehmen, dass die Anzahl der Geschwister aus der nachfolgenden Wortwahl ermittelt werden kann, zumal ich Aussagen dazu im Zuge der Lesbarkeit etwas freizügig gestaltet habe. Im Gegensatz zu seinen Geschwistern stand seine Majestät König Autistiko II. schon in frühen Jahren unter der Knute seines Vaters, seine Majestät König Autistiko I.!, der, dem Vernehmen nach, die gleiche Verhaltensauffälligkeit wie seine Majestät König Autistiko II. zeigte.

Interessant dabei ist ein direkter Vergleich seiner Majestät König Autistiko II. mit seinen Geschwistern: Das Naturell seiner Majestät König Autistiko II. habe ich hier ja schon recht umfassend an einer Vielzahl von Beispielen umrissen. Seine Geschwister sind, zumindest was unternehmerische Aspekte anbetrifft, das ganze Gegenteil: Entscheidungen werden rational und vor allem nicht erst dann, wenn man mit dem Arsch an der Wand steht, gefällt.

Es ist naheliegend anzunehmen, dass seine Majestät König Autistiko II. unter einem erheblichen Erfolgsdruck seines Vaters stand. Mangels einer ausgewogenen Erziehung hat seine Majestät König Autistiko II. das unausstehliche Verhalten seines Vaters im Laufe der Zeit übernommen. Seine Majestät König Autistiko II. ist im Grunde nicht im Stande mit Dingen wie Misserfolg oder anderen Meinungen normal umzugehen. Er flippt jedes Fall total aus. Das bringt uns natürlich zwangsläufig zur Frage nach dem, was man als normal ansieht. Auch wenn ich hier in ganzer epischer Breite den Fassettenreichtum von Normalität betrachten könnte, so soll einfach mal meine Toleranz der Maßstab sein – ich weiß, wie oberflächlich ;-)

Na ja, wie auch immer (hm ... ich glaube das hat Lisa Simpson für sich als verbalen Ausdruck von Coolness deklariert) ... das Auftreten als Kackvogel hat seine Majestät König Autistiko II. dabei nicht nur auf das eigene Unternehmen beschränkt, sondern auch im Privatbereich praktiziert. Es ist daher wenig verwunderlich, dass seine Majestät König Autistiko II. auf zwei geschiedene Ehen zurückblickt. Seltsam oder vielleicht doch klar ist die Tatsache, dass es seinem Vater sehr ähnlich ging. Die eingehend erwähnte Unfähigkeit mit Niederlagen umzugehen ist wiederum die Ursache für das berühmt-berüchtigte frauenfeindliche Verhalten. Tja, wie man in den Wald reinschallt, so hallt es hinaus.

Das Ergebnis ist ein Mensch mit einer pathologischen Verhaltensstörung. Persönlich glaube ich, dass eine Psychotherapie bei seiner Majestät König Autistiko II. aufgrund der Ausprägung der Verhaltensstörung nichts mehr bringt. Das muss man halt akzeptieren ;-)

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Mittwoch, 11. April 2007

Der feminine Mundpullover

oder: Das Grauen ist immer und überall

Ich glaube ich bin ein toleranter Mensch. Das heißt natürlich nicht, dass ich bereit bin Anarchie, Eier von unglücklichen Hühnern aus Legebatterien, beschissene Garantiebedingungen von Online-Shops für Handys oder iranische Atomsprengköpfe zu akzeptieren. Ich rege mich jedoch nicht (mehr) darüber auf, dass man es tagtäglich im Berufsverkehr mit Kampfblinkern oder, hinsichtlich der Fahrtrichtung, chronisch unentschlossenen und wahrscheinlich sexuell genauso unausgeglichenen Verkehrsteilnehmern zu tun hat. Ich kann auch die Homo-Ehe tolerieren - Zungenküsse in der Öffentlichkeit müssen dann aber doch nicht sein, gell. Was aber definitiv gar nicht geht sind Damenbärte. Nein, das grenzt beinahe schon an visuelle Körperverletzung und hat, das möchte ich ausdrücklich den Anhängern von Alice Schwarzer mitgeben, definitiv nichts mit einer sexistischen Grundeinstellung (von Männern) zu tun.

Kommen wir nun jedoch zurück zum Auslöser dieses Exkurses in meine Persönlichkeit: Neulich stand ich Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, der Tochter seiner Majestät König Autistiko II., unmittelbar gegenüber und dabei ist mein Blick ganz unweigerlich auf den üppig vorhandenen Mundpullover gefallen.

Auch wenn das Gespräch nicht ansatzweise sexuelle Phantasien meinerseits ausgelöst hat, so hat es mich doch innerlich geschüttelt. Ich glaube daraus können Albträume entstehen ;-)

Schätzchen, im Notfall kann man auch mit dem Ladyshaver mal fix über die Oberlippe rutschen. Ansonsten gibt es durchaus eine Reihe professionell wirkende Methoden, um einen Oberlippenbart bei Frauen dauerhaft zu entfernen.

Ich denke schon, dass man das erwarten kann, wenn man als Tochter eines Big-Players im Business mitmischen will. Ich trage im Büro schließlich auch meistens Oberhemden und geben irgendwelchen vom Aussterben bedrohten Urwaldspezies kein Biotop in einer jahrlang naturbelassenen Kopf- und Gesichtsbehaarung ;-)

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Freitag, 19. Januar 2007

Erkenntnis des Tages

Schade, dass man geistigen Müll nicht sehen kann. Dann müsste man nämlich am Haus seiner Majestät König Autistiko II. ein Schild mit der Aufschrift "Müllkippe" anbringen ;-)

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Montag, 13. November 2006

Koordinationsschwierigkeiten

Mit der Koordination von Geschäftsabläufen im Allgemeinen und einzelnen Aufgaben im Speziellen ist seine Majestät König Autistiko II. ziemlich oft überfordert. Das liegt sicherlich in erster Linie an der strengen zentralistischen Organisation des totalitären Regimes seiner Majestät König Autistiko II., aber auch an der Tatsache, dass die blöden Tagen einfach nicht länger als 24 Stunden werden. So ergibt es sich relativ häufig, dass wichtige Entscheidungen einfach liegen bleiben.

Koordinationsschwierigkeiten im wahrsten Sinne des Wortes scheinen aber ein Phänomen zu sein, dass nicht ausschließlich auf seine Majestät König Autistiko II. beschränkt ist. Auch innerhalb des Familienclans häufen sich organisatorische Desaster mittlerweile.

Seine Majestät König Autistiko II. hat neulich ein kleines Fest im privaten Bereich veranstaltet. In diesem Zusammenhang hat er Tochter No. 1, Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, mit dem Versand der Einladungen betraut. Diese wiederum fühlte sich offenbar geistig unterfordert und hat die Aufgabe an ihre Schwester, Tochter No. 2, delegiert.

Die Aufgabe an sich war denkbar einfach: 100 Einladungen müssen gedruckt werden. Dafür werden, logischerweise, 100 Briefumschläge sowie ebenso viele Adressaufkleber benötigt.

In der Praxis lief das dann so: Drei Wochen vor der Party, meines Erachtens schon reichlich spät, durfte ein Kollege hurtig 100 Adressaufkleber anfertigen. Da der Kollege schon länger dabei ist und weiß was ihn erwartet, wenn er wichtigere Dinge nicht stehenden Fußes liegen lässt und statt dessen lieber Nebensächlichkeiten erledigt, hat das auch prompt geklappt. Nun lagen die Aufkleber eine Woche rum, da sowohl die Einladungen als auch die passenden Briefumschläge fehlten - da hat die Kommunikation zwischen Tochter No. 1 und Tochter No. 2 total versagt.

Na ja, eine Woche später kamen dann die Einladungen und Umschläge. Spaßeshalber habe ich mir den Text der Einladung einmal durchgelesen und spontan drei Rechtschreibfehler entdeckt. OK, das Proof-Reading wurde dann offenbar aus Zeitgründen eingespart. Vielleicht gehört ein wenig Peinlichkeit aber einfach nur zum Konzept der Party.

Das halbe Büro hat dann, weil es mittlerweile sehr eilig war, die privaten Einladungen kuvertiert. Bei Einladung No. 60 war dann Schluß - es gab nicht genügend Umschläge. Eigentlich hätte ich erwartet, dass man die Anzahl der Einladungen und Umschläge bei Erhalt von der Druckerei einmal durchzählt. Das war dann wohl wieder mal die Zeit zu knapp. OK, kann ja mal passieren.

Drei Tage später, mittlerweile sind es nur noch gut eineinhalb Wochen bis zur Party, kamen dann Umschläge. Von den bei Tochter No. 1 georderten 40 Stück kamen jedoch nur 20. Bei der Gelegenheit habe ich dann mal die verbliebenen Einladungen durchgezählt: Hoppla, das sind ja auch nur 20 anstatt der erwarteten 40 Stück.

Gut, kann ja mal passieren, also nochmals 20 Umschläge und 20 Einladungen bei Tochter No. 1, Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, nachbestellt.

Eine gute Woche später kamen dann Umschläge und Einladungen. Schade war jedoch, dass es zwar 20 Briefumschläge, aber nur 10 Einladungen gab.

So what ... die Zeit läuft - nur noch vier Tage bis zur Party und 20 Gäste haben immer noch keine Einladung. Die Hälfte von denen konnten wir dann noch verarzten. Der Rest hat Schwein gehabt und ist um die Einladung zum Fest der gesellschaftlichen Steifigkeit bei seiner Majestät König Autistiko II. herumgekommen.

Leider war die Sache damit aber noch nicht erledigt: 10 Stunden vor Beginn der Festivitäten fiel Tochter No. 2 dann plötzlich ein, dass irgendwie die Tischkärtchen fehlen. Prima, ob sie das wohl allein festgestellt hat oder Hilfe von ihrer Schwester hatte?

Bloß gut, dass das Büro Freitags bis 1500 arbeitet. Die Hälfte der Mitarbeiter hat sich dann ein klappe Stunde Zeit genommen und ein paar hübsche Tischkärtchen gemacht. Ich fand das sehr drollig, die Kollegen hoch konzentriert beim Schnippeln von Tischkärtchen am Schriebtisch zu beobachten.

Achtung: Hier wird nicht gequatscht! Maul halten und Fertigschnippeln. Es ist erst Feierabend, wenn ihr die Tischdeko auch noch gefaltet habt.

Übrigens, Herr Burgvogt aus der Personalabteilung: Bitte schauen Sie mal die Personalakten durch und suchen Sie nach Mitarbeitern mit Origami-Ausbildung. Was - das haben Sie nicht notiert? Nein, nein, nein, so kann ich nicht arbeiten ;-)

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Freitag, 10. November 2006

Familienportrait I

Vor einiger Zeit hatte ich zugesagt, ein paar Anmerkungen zur Persönlichkeit seiner Majestät König Autistiko II. zu machen. Es hat zugegebenermaßen ein klein wenig gedauert, aber versprochen ist versprochen :-)

Das Persönlichkeitsprofil seiner Majestät König Autistiko II. lässt sich eigentlich recht kurz umschreiben: Er ist einerseits hochgradig beratungsresistent in Verbindung mit einer stark ausgeprägten Technikfeindlichkeit. Andererseits besitzt er eine ausgesprochen hohe Fachkompetenz im Kernbereich seines Unternehmens.

Gleichzeitig ist er allerdings absolut unfähig seine Gedanken und Vorstellungen gegenüber seinen Mitarbeitern zu kommunizieren. Immerhin ist er sich dessen bewusst, versucht aber offensichtlich das ausgeprägte Kommunikationsdefizit durch cholerisches Auftreten und pauschales Aberkennen geistiger Fähigkeiten - vgl. hierzu auch die Sache mit dem Intelligenz-Koeffizienten - zu kompensieren. Die volle Ausprägung dieser Einstellung ist bei der Geschäftsprozessorganisation recht schön zu beobachten: Es gibt zwar eine mittlerweile gut ausgebaute Managementebene, die jedoch praktisch unfähig ist, Probleme zu lösen.

Das wiederum liegt in erster Linie daran, dass seine Majestät König Autistiko II. nicht bereit ist anzuerkennen, dass man als Gesellschafter respektive Eigentümer zunächst einmal ein geschäftliches Ziel definieren muss. Wenn man dann feststellt, dass auch für einen selbst der Tag nur 24 Stunden hat, muss man im Zweifelsfall Aufgaben und Verantwortung delegieren. Das funktioniert jedoch nur dann zuverlässig, wenn man einerseits den Zuständigkeitsbereich klar definiert und andererseits die Entscheidungsträger mit einem notwendigen Handlungsrahmen ausstattet sowie deren Methodenkompetenz anerkennt. Hält man sich jedoch selbst für die einzige Person, die geradeaus denken kann, dann ist das objektiv betrachtet kontraproduktiv, da die Arbeitsmoral im Unternehmen von kollektiver Gleichgültigkeit geprägt ist - vgl. hierzu auch die Theorie zum so genannten Grassroot Management.

So what ... im privaten Bereich ist seine Majestät König Autistiko II. jedoch nicht sehr viel anders eingestellt. Die Quittungen von Ehefrau 1 bis 3 vor dem Scheidungsgericht sind gedanklich offensichtlich nie angekommen - zumindest ich hätte mit einer Selbstreflexion meines Verhaltens begonnen, nachdem die monatliche Zahlung für Alimente fünfstellig geworden sind. Jedoch nicht, weil man das Geld nicht hätte, sondern einfach weil man sich darüber ärgert ;-)

Verärgerung kann man dann aber auch kollektiv zelebrieren: Ob aber der Gerichtsvollzieher der geeignete Gesprächspartner dafür ist, möchte ich bezweifeln. Der Gerichtsvollzieher sieht es aber entspannt und freut sich jeden Monat darüber, dass es nicht nur Kohle sondern auch Kaffee und Kuchen gibt ;-)

Im Laufe der Jahre ist selbst mir als Außenstehenden jedoch deutlich geworden, dass auch innerhalb der Familie die pathologische Verhaltungsstörung seiner Majestät König Autistiko II. nicht mehr als Tabuthema angesehen wird. Einige zaghafte Protestansätze sind hin und wieder zu beobachten: So hat offenbar Tochter No. 2 keinerlei Ambitionen auf Fortführung des Familienerbes und der Rest der Familiengesellschafter kommt bei Gesellschafterversammlungen, getreu der Devise "Viel hilft viel", grundsätzlich nur noch in Begleitung von mindestens drei Anwälten.

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Freitag, 3. November 2006

Kann ja mal passieren

Neben den grässlichen Momenten mit seiner Majestät König Autistiko II. gibt es hin und wieder aber auch mal Dinge zum Schmunzeln. Das liegt in erster Linie sicherlich an den skurrilen Wortschöpfungen und Versprechern seiner Majestät König Autistiko II., daneben bietet er aber auch so ganz und gar nicht in die extrem geizige Mentalität passende Ausgaben.

Im laufe der Jahre haben sich dabei eine ganze Reihe von absurden Investments angesammelt, so dass die Auswahl der Highlights einigermaßen schwierig ist. Ich beschränke mich daher heute mal auf eine Aktion, die mir hinsichtlich ihres Unterhaltungswertes erwähnenswert erscheint ;-)

Seine Majestät König Autistiko II. hat, neben Tochter No. 1, Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, noch eine weitere Tochter. So richtig einschätzen kann ich sie leider nicht, denn sie taucht allenfalls namentlich auf. Vor einigen Monaten wollte also Tochter No. 2 mal wieder reiten. Selbstverständlich auf ihrem eigenem Pferd. Bedauerlicherweise fiel ihr das während eines einwöchigen Aufenthaltes auf Neuseeland ein. Wir hatten aber Glück im Unglück, da sie sich bereits am zweiten Tag meldete.

Hinsichtlich dem eigenen Fleisch und Blut, Ehefrauen sind selbstverständlich ausgeschlossen, gilt seine Majestät König Autistiko II. als führsorglich, nicht jedoch großzügig. Mehr als ein abgewrackter Kleinwagen ist für die lieben Kinderchen nicht drin. In so fern verwundert es dann schon, dass seine Majestät König Autistiko II. prompt nach dem Anruf von Tochter No. 2 die Priorität in der Company fix neu sortiert und gleich ein halbes Dutzend Mitarbeiter damit beauftragt, den scheiß Gaul binnen 24 Stunden nach Auckland auszufliegen.

Der Vergleich verschiedener Angebote, was sonst immer mehrere Wochen in Anspruch nimmt, wird von seiner Majestät König Autistiko II. ersatzlos gestrichen und der Pförtner wird zwangsweise mit einer Generalvollmacht ausgestattet. Der geneigte Leser kann sich vorstellen, was für eine Irritation das ausgelöst hat. Einige Kollegen waren schon drauf und dran seine Majestät König Autistiko II. zwangsweise zu einem Alkoholtest und Drogenscreening vorzuführen ;-)

Anyway ... zum Schluß wurde der klapprige Gaul dann per Expresskurier nach Frankfurt/Main gekarrt und für 8.000 EUR - selbstverständlich pro Strecke - nach Neuseeland ausgeflogen. Tochter No. 2 hat, so berichtet der zum Tierpfleger degradierte Kollege, der den Klepper während der Reise begleitet hat, dann aber doch keine Lust mehr auf Reiten gehabt.

Na ja, kann ja mal passieren ;-)

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Montag, 9. Oktober 2006

Styling

oder: Das stylische Funkenmariechen

Die Tochter No. 1 seiner Majestät König Autistiko II., Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, ist für ihr ästhetisches Gefühl bei der Auswahl der Bekleidung hinlänglich bekannt. Heute erschien sie wieder einmal mit einem recht ausgefallenden Outfit: Schweinchenrosa dominiert eindeutig das gesamte Erscheinungsbild.

Wenngleich ich nicht zu der Gruppe von Menschen, die den Gegenüber ausschließlich nach seinem äußeren Erscheinungsbild beurteilen, so kann ich mir das Schmunzeln nicht so recht verkneifen.

Es könnte allerdings sein, dass sie heute Mittag noch eine Probe bei ihrem Karnevalsverein hat und sich einfach das Umziehen des Kostüms sparen wollte ;-)

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Mittwoch, 30. August 2006

Die Expertenrunde

oder: Ja ist denn jetzt schon Karneval?

Auf vielfachen Wunsch gibt es heute mal wieder eine Story über Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, ihres Zeichens erste Tochter seiner Majestät König Autistiko II., aber trotzdem irrelevant in den Augen ihres Vaters.

Vor einigen Monaten berichtete ich von der Rückkehr von über Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause in die Company ihres alten Herren. Voreilig, wie ich nun bemerke. Insofern gibt es vergleichsweise wenig Neues über sie zu berichten. Sie scheint nur noch wie ein scheues Reh das Revier ihres Vaters zu besuchen.

Spontan fällt mir aber ein, dass Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause ein Faible dafür hat, sich über Dinge zu unterhalten, von denen sie keine Ahnung hat. Es ist aber nicht so, dass man sie aus Gehässigkeit vorführt. Vielmehr ist sie es selbst, die Gespräche zu Themen initiiert, von denen sie nicht die leiseste Ahnung hat. Das kann man ja durchaus machen, aber wenn jemand ein Gespräch beginnt und sofort zu erkennen gibt, dass man der Experte ist, dann ist der Ausgang der Konversation so vorhersehbar wie die nächste Mehrwertsteuererhöhung. Panne Argumentationsketten, aus dem Sinnzusammenhang gerissene Fakten und seltsame Schlußfolgerungen. Hätte sie ein buntes Hüttchen auf, könnte sie mit ihrem scharfen Lederröckchen fast als Funkenmariechen durchgehen. Oder auch nicht, denn die wäscht sich ja schließlich regelmäßig die Haare und überlässt das Phrasendreschen lieber dem geübten Büttenredner. Und das ist auch gut so.

Na ja, lustig ist die Unterhaltung mit, oder besser gesagt von Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause allemal. Das einzige Problem dabei ist nur zu berücksichtigen, dass Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause die Tochter seiner Majestät König Autistiko II. ist und dementsprechend am längeren Hebel sitzt - zu recht oder zu unrecht. Müdes Belächeln fällt also aus - leider ...

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Freitag, 25. August 2006

Die Uhren ticken anders

Das dürfte zwischenzeitlich dem auf aufmerksamen Leser vermutlich deutlich geworden sein. Seine Majestät König Autistiko II. lebt in einer in sich abgeschlossenen Welt und verweigert sich konsequent jeglicher Form des Realitätsbezugs. Diese Einstellung schwappt gerade zu zwangsläufig auch in das private Umfeld seiner Majestät König Autistiko II. über. Die in diesem Zusammenhang zu beobachtenden Ereignisse sind jedoch ausgesprochen unterhaltsam.

Neulich hat die Tochter seiner Majestät König Autistiko II., Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, geheiratet und stellte ihren Ehemann trophähenartig in der Company ihres alten Herren vor. Die ohnehin an Steifigkeit kaum zu überbietende Vorstellung erhielt ihr sprichtwörtlichen I-Tüpfelchen von Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, die ihren Ehemann mit den Worten "Das ist Herr $Nachname!" vorstellte.

Herrlich ... fehlt nur noch das Vorzeigen des Personalausweises – wie bei der Passkontrolle am Airport. Ein verwundertes Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, zumal ich nachlegen wollte, dass das schon klar ist. Aber wäre eine Vorstellung mit den Worten "Das ist mein Mann." oder "Das ist mein Ehemann." nicht normal?

Anyway ... wahrscheinlich Siezen sich die beiden auch privat ;-)

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Freitag, 21. April 2006

Die Prinzessin ist zurück

Die Tochter seiner Majestät König Autistiko II., Prinzessin Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, erschien heute nach mehreren Monaten kommentarloser Abwesenheit mal wieder im Büro. So wirklich aufgefallen ist ihr Fehlen eigentlich niemanden. Das liegt vermutlich daran, dass irgendwie niemand genau weiß, was tatsächlich ihre Aufgabe oder Position ist. Im Übrigen ist die Bezeichnung Prinzessin nur zum Zweck der Dokumentation der imperialen Machtverhältnisse gewählt worden. Um hübsch zu sein bedarf es ein klein wenig mehr als Netzstrumpfhosen und handbreite Lederröckchen. Haarewaschen gehört auch dazu ;-)

Anyway ... Mich hat, ehrlich gesagt, gewundert, dass sie überhaupt wieder aufgetaucht ist. Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause hatte es während ihrer kurzen Anwesenheit so gar nicht einfach. Das lag jedoch nicht an der restlichen Belegschaft sondern vielmehr an seiner Majestät König Autistiko II., der seine Tochter bei quasi jeder passenden Gelegenheit vor versammelter Mannschaft verbal abgekanzelt hat.

Auch wenn das keine akzeptable Art und Weise des gemeinsamen Miteinanders ist, so hat es doch das Gros der Belegschaft getröstet: Seine Majestät König Autistiko II. lässt auch gegenüber dem eigenem Fleisch und Blut in gleichem Maß die Basics kommunikativer Hygiene missen, wie gegenüber der Belegschaft. Das bringt mich zwar substanziell auch nicht weiter, verschafft mir aber ein gewisses Maß an Genugtuung.

Da Urlaub bei uns mit unerlaubtem Entfernen von der Truppe respektive dem Desertieren gleichzusetzen ist, wird sie wohl ihre Fehlstunden nacharbeiten müssen – vielleicht im Garten ...

Übrigens: Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause kam zu ihrem Namen, weil sie typischerweise mit sehr fettigem Haar im Büro erscheint. Das legt den Schluß nah, dass sie vermutlich kein fließendes Wasser zu Hause hat, um sich wenigstens jeden zweiten Tag mal das Hauthaar zu waschen.

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Mittwoch, 1. März 2006

Alles total normal oder was?

oder: Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen*)

Ich habe neulich im Handelsblatt unter dem Titel "Ist Ihr Chef ein Psychopath" eine Kolumne gelesen in der es um die Analyse der sozialen Kompetenz von Managern in Deutschland ging. Das Fazit des Autors war ernüchternd: Durchschnittlich sind rund 1% der gesamten Bevölkerung Psychopathen. Bei den Managern ist die Quote mit über 3% mehr als dreimal so hoch.

Ursächlich wurde der unbedingte Wille zum Siegen der Psychopathen ausgemacht. Dies macht den psychopathischen Manager im ersten Moment zu einem attraktiven Typus Mensch. Gleichzeitig wird aber auch auf die im Schatten liegende Seite aufmerksam gemacht. Es handelt sich, um es mit einfachen Worten auszudrücken, um Management by Noah: Ein tolles Boot bauen und nach mir die Sintflut.

Die gedankliche Auseinandersetzung mit typischerweise bei Psychopathen zu beobachtenden pathologischen Verhaltensweisen sowie der Vergleich mit seiner Majestät König Autistiko II. brauchte erstaunliche Übereinstimmungen:

  • Sie diskutieren nie eine Sache, außer mit sich selbst.
  • Sie kennen keine moralischen Wertvorgaben.
  • Sie halten sich nicht an die Regeln.
  • Sie reagieren stets überzogen und expressiv.
  • Sie behandeln Untergebene in einem feudalistischen Stil.


Hinweise zum Umgang mit seiner Majestät König Autistiko II. gab es nicht. Ich habe aber Gewissheit dahingehend erlangt, dass entsprechende Verhaltensmuster bereits mit dem 20. Lebensjahr als nicht mehr therapierbar gelten. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass hier nur schulmedizinisch anerkannte Methoden berücksichtigt wurden. Ich habe mir daher überlegt, es einmal mit, sagen wir einmal, traditionellen Praktiken auszuprobieren. Spontan fällt meine Wahl auf Voodoo. Auch wenn dies durchaus als Indiz für meine sadistische Ader zu werten ist, muss ich deutlich darauf hinweisen, dass das Manipulieren von Voodoo-Puppen mit Nadeln als Erfindung der Filmindustrie zu den klassischen urbanen Legenden gehört - aber ein diabolischer Spaß könnte das trotzdem werden ;-)

Tja, per Saldo hilft vermutlich nur durchhalten und der Weisheit von Lucius Annaeus Seneca vertrauen: Ducent vollentem fata nollentem trahunt (lat.: Den Willigen führt das Schicksal, den Widerstrebenden schleppt es mit).


*) Zitat von Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

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Montag, 16. Januar 2006

Urlaub gegen Inventur des Klopapiers

Mein Kollege erzählte mir heute eine Geschichte, die ich, obwohl ich ja schon einiges an Stories gewohnt bin, die ich bald nicht glauben wollte: Mein Kollege wollte gerne ein paar Tage Urlaub. Also füllte er einen Urlaubsschein aus und legte ihn Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause zwecks Genehmigung vor.

Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause fiel spontan nichts besseres ein, als eine schriftliche Inventur des Bestandes an Klopapier von ihm zu fordern - anderenfalls bekäme er keinen Urlaub.

Mein Kollege machte sich also, in Ermangelung passender Alternative (oder viel mehr gesagt passender Argumente) auf die Socken und notierte die Anzahl der "neuen" und angebrochenen Rollen Klopapier auf jeder Etage. Das Ergebnis fasste er in einer schriftlichen Inventur zusammen.

An dieser Stelle sei vielleicht noch angemerkt, dass mein Kollege keinen zusätzlichen 400 EUR-Job als Putzfrau hat und auch sonst nicht für derartige Aufgaben zuständig ist.

Nachdem er die Bestandsliste Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause übergeben hatte, wurde ihm der Urlaub genehmigt.

Und was lernen wir daraus: Kollegen, seid gewarnt! Beim Klopapier wurde seitens seiner Majestät König Autistiko II. ein immenses Sparpotential ausgemacht. Das Papier wird ab sofort strikt rationiert. Vermutlich erhalte ich in den kommenden Tagen eine der bekannten Klo-Mails mit weiteren Instruktionen. Die Verteilungsformel soll, so trugen mir bereits einige gut informierten Quellen zu, wie folgt aussehen: 1 Blatt pro Person und Tag. Das Ansparen der Blätter ist möglich, nicht jedoch der freihändige Verkauf an Dritte. Im Notfallprogramm wurde bereits die doppelseitige Verwendung fest eingeplant.

Also: Nicht mehr so viel Scheiß im Büro machen, oder anders ausgedrückt: Es möge niemand mehr behaupten, Schwangerschaft sei keine Krankheit ;-)


Übrigens: Da es schon einige Fragen zur Entstehung des Namens von Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause gab, hier eine kurze Erläuterung: Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, ihres Zeichens Tochter von seiner Majestät König Autistiko II., wird recht häufig mit einer äußerst fettigen Haarpracht im Büro gesichtet. Ich schließe daraus, das Haarewaschen mangels fließendem Wasser öfters mal ausfällt ;-)

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