Montag, 16. Januar 2006

Urlaub gegen Inventur des Klopapiers

Mein Kollege erzählte mir heute eine Geschichte, die ich, obwohl ich ja schon einiges an Stories gewohnt bin, die ich bald nicht glauben wollte: Mein Kollege wollte gerne ein paar Tage Urlaub. Also füllte er einen Urlaubsschein aus und legte ihn Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause zwecks Genehmigung vor.

Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause fiel spontan nichts besseres ein, als eine schriftliche Inventur des Bestandes an Klopapier von ihm zu fordern - anderenfalls bekäme er keinen Urlaub.

Mein Kollege machte sich also, in Ermangelung passender Alternative (oder viel mehr gesagt passender Argumente) auf die Socken und notierte die Anzahl der "neuen" und angebrochenen Rollen Klopapier auf jeder Etage. Das Ergebnis fasste er in einer schriftlichen Inventur zusammen.

An dieser Stelle sei vielleicht noch angemerkt, dass mein Kollege keinen zusätzlichen 400 EUR-Job als Putzfrau hat und auch sonst nicht für derartige Aufgaben zuständig ist.

Nachdem er die Bestandsliste Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause übergeben hatte, wurde ihm der Urlaub genehmigt.

Und was lernen wir daraus: Kollegen, seid gewarnt! Beim Klopapier wurde seitens seiner Majestät König Autistiko II. ein immenses Sparpotential ausgemacht. Das Papier wird ab sofort strikt rationiert. Vermutlich erhalte ich in den kommenden Tagen eine der bekannten Klo-Mails mit weiteren Instruktionen. Die Verteilungsformel soll, so trugen mir bereits einige gut informierten Quellen zu, wie folgt aussehen: 1 Blatt pro Person und Tag. Das Ansparen der Blätter ist möglich, nicht jedoch der freihändige Verkauf an Dritte. Im Notfallprogramm wurde bereits die doppelseitige Verwendung fest eingeplant.

Also: Nicht mehr so viel Scheiß im Büro machen, oder anders ausgedrückt: Es möge niemand mehr behaupten, Schwangerschaft sei keine Krankheit ;-)


Übrigens: Da es schon einige Fragen zur Entstehung des Namens von Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause gab, hier eine kurze Erläuterung: Frau Wir-haben-kein-fließend-Wasser-zu-Hause, ihres Zeichens Tochter von seiner Majestät König Autistiko II., wird recht häufig mit einer äußerst fettigen Haarpracht im Büro gesichtet. Ich schließe daraus, das Haarewaschen mangels fließendem Wasser öfters mal ausfällt ;-)

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2 Kommentare:

Am/um Dienstag, Januar 17, 2006 4:07:00 nachm. , Blogger Alan Smithee meinte...

Es gibt doch so hübsche Häkelklorollen fürs Auto. So was kann man sich doch auch auf den Schreibtisch legen und sein eigenes Klopapier von zuhause mitbringen...

 
Am/um Dienstag, Januar 17, 2006 9:18:00 nachm. , Blogger The Renitenz meinte...

Nein, das geht leider nicht. Seine Majestät König Autistiko II. hat selbst das Mitbringen eigener Getränke, Topfpflanzen oder Blumensträuße sowie sonstiger persönlicher Utensilien wie Kleiderbügeln oder Familienfotos strikt untersagt. Teilweise wurden entsprechende Gegenstände sogar schon zwangsentsorgt (natürlich ohne vorher zu fragen).

 

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