Montag, 21. Januar 2008

Der Matchcode-Krieg

Hin und wieder frage ich mich doch ernsthaft, was einigen Kollegen während der Arbeit durch den Kopf geht. Ich vermute lange Weile als Triebkraft für so manchen ausgemachten Blödsinn.

Wie schon häufiger erwähnt, erfreuen wir uns an einem schönen ERP-System. Logischerweise gibt es dort auch Stammdaten für Kunden und Lieferanten. Und da wir schon ein kleines Stück größer als der Kiosk um die Ecke sind, hat kein Mitarbeiter alle Nummern der Stammdaten von Kunden und Lieferanten im Kopf. Das macht aber nichts, denn es gibt ja einen Suchbegriff, auch Matchcode genannt.

Ein Matchcode macht selbstverständlich nur dann Sinn, wenn ein halbwegs einheitliches System bei dessen Vergabe für Kunden- und Lieferantenstammdaten verwendet wird. Nun kann man sicher vortrefflich über das beste System für Matchcodes palavern. Fakt ist, dass jeder halbwegs systematisch betriebene Ansatz eine gute Lösung ist.

Als wir unser ERP-System vor einigen Jahren eingeführt respektive gelauncht, wie der Consultant sagen würde, haben, einigten sie die verschiedenen Abteilungen auf ein ordentliches Modell. Ich fand es gut, weil es schön einfach war und selbst die Spielgruppe aus meinem Dunstkreis damit umgehen konnte.

Im Laufe der Jahre gab es, soweit ich mich erinnern kann, eigentlich keine nennenswerten Probleme - wenigstens hat niemand darüber geredet. In den letzten Monaten häuften sich jedoch skurrile Diskussionen zwischen verschiedenen Abteilungen über das Thema Matchcode. Irgendwann ist das Hot Topic (leider) auch bei mir gelandet. Bei dem, was ich da von verschiedenen Seiten zu hören und vor allem zu sehen bekommen habe, haben mir ziemlich häufig die Ohren geklingelt. Hier mal ein paar Beispiele:

Kiefer Sutherland Baumschule KG - Matchcode = LISA
Apple Computers, Inc. - Matchcode = COMPUTER
ERP-Partners GmbH - Matchcode = GMBH
Williams Real Estate AG - Matchcode = ESTATE
Daimler AG Niederlassung Düsseldorf - Matchcode = AUTOMOBIL

Das eigentlich Schlimme daran ist die Tatsache, dass das weder Einzelfälle noch Versehen sind. Faktisch jeden Kollegen, den ich zu seinem Unsinn befragt habe, lieferte mir eine Antwort, von der dieser selbst zutiefst überzeugt schien. Anstatt sich also mal gemeinsam an einen Tisch zu setzen und zu überlegen, wie man für alle Beteiligten einen größtmöglichen Nutzen erzielen kann, wird stumpf eine Art Guerillakrieg um den armen Matchcode geführt :-(

Nein, liebe Kollegen, es ist nicht logisch, dass der Matchcode für die Kiefer Sutherland Baumschule LISA lautet, nur weil eine Lisa immer im Verkauf anruft und etwas bestellt. Da Lisa die Rechnung logischerweise nicht aus eigener Tasche bezahlt und Kiefer die Bedeutung von Kunden- und Rechnungsnummer unbekannt ist, sucht sich die Buchhaltung dumm und dusslig nach seinem Kundenkonto.

Ich habe veranstalte daher seit einiger Zeit jeden Tag eine 15-minütige Besprechung der am Vortag verbrochenen Kriegsverbrechen am Matchcode.

Ach so, die Verwendung von Rechtsformen oder Gattungsbegriffen wird ab sofort mit dem Tragen eines McFly-Aufklebers auf dem Rücken bestraft ;-)

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Freitag, 21. Dezember 2007

Sammelsurien

Am quasi letzten Arbeitstag vor Weihnachten gibt es ein paar Wortfetzen zum Schmunzeln.

Neulich vor einem Meeting:

Kollege 1 fragt Kollegen 2: Was machst du gerade?


Kollege 2: Ich lese ein E-Book auf meinem PC.


Kollege 1: Ach so. Ich lese lieber ein richtiges Buch, so aus Papier.


Kollege 2: Wieso?


Kollege 1: Na hör mal, hast du schon mal auf dem Klo gesessen und einen Monitor auf dem Schoß gehabt?



Vor einiger Zeit in der Mittagspause:

Kollege 1 zu Kollege 2: Sag mal, ich sehe dich neuerdings recht häufig vor dem Kopierer rumlungern.


Kollege 2: Na und, wo ist das Problem?


Kollege 1: Sieht schon komisch aus.


Kollege 2: Das ist total interessant. Solltest du auch mal machen.


Kollege 1: Wieso?


Kollege 2: Ist doch ganz einfach. Du achtest darauf, dass immer 2 Blatt Papier im Kopierer sind. Wenn eine weibliche Mitarbeiterin kommt und kopieren will, muss sie sich zwangsläufig nach Nachschub bücken.


Kollege 1: Na und?


Kollege 2: Ist doch klar, man. Du weißt sofort bescheid, wer ein neues Arschgeweih hat.


An dieser Stelle wünsche ich meinen Lesern frohe Weihnachten. Aufgrund des am morgigen 22.12.2007 bevorstehenden zweijährigen Jubiläums dieses Blogs möchte ich mich auch ganz herzlich für die Treue beim Lesen und Kommentieren bedanken.

Wie es im kommenden Jahr sowohl bei mir beruflich als auch in diesem Blog weitergeht, weiß ich noch nicht so richtig. Ich aber guten Mutes :-)

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Mittwoch, 12. Dezember 2007

Eintracht

Mit fast schon halsbrecherischer Schleimerei versucht Mr Twenty-in-One bei seiner Majestät König Autistiko II. einen guten Eindruck zu machen. Viele Kollegen zerbrachen sich schon den Kopf über seine Motivation, denn sonderlich viel auszuhalten hat er (immer noch ) nicht und eine Zuhälterkarre hat er sich schon vor Urzeiten selbst verordnet. Aber das Rätseln hat ein Ende: Mr Twenty-in-One möchte seine Majestät König Autistiko II. beerben. Na, wenn dieses Ziel nicht doch ein wenig unrealistisch ist. Es setzt nämlich voraus, dass sich seine Majestät König Autistiko II. von den Insignien der Macht trennen will. Das aber wird er, und das unterschreibe ich ohne mit der Wimper zu zucken, nie im Leben machen. Solange wie die Vitalfunktionen intakt sind, wird seine Majestät König Autistiko II. Tag für Tag auf der Matte stehen - und wenn er sich auf einer Sackkarre ins Büro schieben lässt. Spaß muss sein! Was soll er sonst auch machen?

Aber zurück zur Perfektionierung der meinungstechnischen Kongruenz von Mr Twenty-in-One. Meetings mit Mr Twenty-in-One sind, gleich nach denen mit seiner Majestät König Autistiko II., immer ganz großes Kino. Woran es bei seiner Majestät König Autistiko II. liegt, erläuterte ich hoffentlich nachvollziehbar. Bei Mr Twenty-in-One unterscheidet sich die Ursache ein wenig. Mr Twenty-in-One gilt innerhalb der Belegschaft ohne jede Ausnahme als hochgradig arrogant, asozial und kaufmännischer Super-GAU. Letzteres hat er quasi seit Beginn seiner Tätigkeit im Reich seiner Majestät König Autistiko II. lückenlos Jahr für Jahr bewiesen. Niemand schafft es mehr Kapital zu vernichten als Mr Twenty-in-One - und glauben Sie mir, seine Majestät König Autistiko II. bemüht sich diesbezüglich wirklich sehr!

Aber OK, jetzt aber wirklich zur unheimlich wirkenden Fraternisierung von Mr Twenty-in-One mit seiner Majestät König Autistiko II. sowie allen sonst noch unfreiwillig anwesenden Kollegen ;-)

Seine Majestät König Autistiko II. hört sich gerne, ach was sage ich, unglaublich gerne reden. Mr Twenty-in-One schüttelt offenbar gerne seinen Kopf - von welchem Körperteil er das wohl abgeschaut hat ;-)

Mist, ich schweife schon wieder aber. So, jetzt aber: Die beiden, hinsichtlich ihrer charakterlichen Degeneration durchaus als Geschwister einzustufende Blendgranaten unterhalten sich sehr gerne. Neben dem verbalen Ablecken und schizophren wirkenden Lachern wird aber nichts entschieden. Man sitzt ein Weilchen oder auch mal ein paar Stündchen zusammen, labert über dies und das, seine Majestät König Autistiko II. stellt fest, dass das, was Mr Twenty-in-One gemacht hat, große Scheiße ist, und stimmt überein, dass trotzdem alles ganz prima war. Ich habe so das Gefühl, dass sich beide gar nicht so richtig mal die Meinung sagen können. Nein, selbst böse mag man sich nicht sein. Bei soviel Herzlichkeit fühlt man sich als Außenstehender schon schlecht, wenn man nur an etwas Böses denkt ;-)

Sobald seine Majestät König Autistiko II. allerdings das SM-Studio, äh Büro von Mr Twenty-in-One verlassen hat, zeigt Mr Twenty-in-One sein hässliches Gesicht. In aller Heimlichkeit macht sich Mr Twenty-in-One die Welt, wie sie im gefällt. Dabei gibt es jedoch erhebliche Diskrepanzen zwischen der Vorstellung über den zu erreichenden Idealzustand. Und wenn seine Majestät König Autistiko II. dann doch mal was merkt, dann schnellt der Finger von Mr Twenty-in-One schneller auf einen seiner Untergebenen, als dass dieser überhaupt fragen kann, um was es geht.

Traurig bin ich allerdings nicht, weil sich hier gerade unglaublicher Stoff für weitere Geschichten ergibt. Und ich dachte schon, ich müsste zum zweijährigen Jubiläum am 22. Dezember das Projekt mangels Inhalt einstellen.

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Mittwoch, 28. November 2007

Panik

Mit chronischen Misstrauen hat seine Majestät König Autistiko II. offenbar auch einige Kollegen angesteckt. Mit fast schon panischem Gesichtsausdruck begegnen gelegentlich einige Mitarbeiter dem Admin, wenn dieser auf ihrem Computer ein paar Updates installiert. Woran das wohl liegen könnte?

OK, es könnte ja theoretisch eine Software für das Productivity Management sein. Dass einige Kollegen damit ein ernsthaftes Problem hätten, könnte ich mir durchaus vorstellen - und dabei handelt es sich nicht manchmal nur um die Wahrung des Datenschutzes oder der Persönlichkeitsrechte. Insbesondere Letztere habt ihr doch schon mit Unterzeichnung des Arbeitsvertrages an der Garderobe abgegeben ;-)

Nein, liebe Kollegen, der Admin installiert den Damen den neuen Otto-Katalog, und für die Herren wird der neue Conrad-Katalog eingespielt.

So, ich will keine Diskussionen mehr dazu hören, sonst wird der Admin eure E-Mails mal genau untersuchen ;-)

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Montag, 19. November 2007

Verschleiß

So, seine Majestät König Autistiko II. hat den nächsten Geschäftsführer verschlissen. Er verlässt uns voraussichtlich zum Ende des Jahres. Verschlissen ist aber ein wenig negativ ausgedrückt, weil das eine Art der gemeinsamen Interaktion bedingt. Tatsächlich hat er ihn, wie auch seine Vorgänger, mit Nichtachtung und ohne klar definierten Kompetenz- und Handlungsspielraum bestraft.

Unter dem Strich teilt der Geschäftsführer, den ich persönlich außerordentlich schätze, ein Schicksal, das mehr als der Hälfte der Belegschaft seiner Majestät König Autistiko II. zuteil geworden ist: Sie wissen nicht, was sie eigentlich machen sollen oder was genau ihre Aufgabe ist - mal abgesehen von ihrer Rolle als Statist im täglichen Schauspiel respektive als Empfänger des Hochgeschwindigkeits-Dumm-Rumsabbeln seiner Majestät König Autistiko II. - unmöglich ;-)

Die Betrachtungsweise ist so allerdings ein wenig einseitig: Es bedarf hier einer generalistischen Betrachtung. Es gilt nämlich eine volkswirtschaftliche Abwägung anzustellen: Entweder man beschäftigt ganze Heerscharen von Mitarbeitern, die man gar nicht braucht, und zahlt aufgrund hoher Personalkosten wenig Steuern auf einen kleinen Betriebsgewinn oder man beschäftigt wenig Personal und zahlt viel Steuern auf einen hohen Betriebsgewinn.

PS: Auch so, seine Majestät König Autistiko II. hat erwartungsgemäß den Rechtsstreit mit der kommunalen Körperschaft verloren - der Bautrupp hat zum Zeichen der Freude ein großes Pin-up-Girl an die Außenseite des Bauwagens geklebt und stöhnt lautstark bei jedem Spatenstich :-)

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Freitag, 9. November 2007

Wie man schnell zu Geld kommt

Diese Anekdote betrifft ausnahmsweise nicht seine Majestät König Autistiko II., aber der weiß ja eher viel besser, wie man schnell viel Geld los wird.

Neulich erzählte ein Kollege ganz enttäuscht, dass ihm sein geliebtes Fahrrad gestohlen wurde. Das ist leider auch in unserer Stadt nicht ungewöhnlich, aber ärgerlich ist so ein Diebstahl trotzdem. Gott sei Dank war der Drahtesel versichert, so dass der finanzielle Schmerz nicht all zu groß war.

Recht schnell hat er sich dann mit seinem Versicherungsmakler geeinigt und mit 500 EUR seinen Schmerz ertränkt. Bis hierher ähnelt die Analogie vermutlich den meisten Fahrraddiebstählen. Was danach jedoch kam, ist beinahe unglaublich.

Zwei Wochen später geht der Kollege durch die Stadt und erblickt an einem öffentlichen Platz sein als vermisst geltendes Fahrrad. Die Freude wehrte jedoch nur kurz, da er feststellte, dass das Schloss, mit dem Fahrrad angekettet war, seinem verdammt ähnlich war.

Den Schlüssel für das Fahrradschloss hatte er zwischenzeitlich konsequent entsorgt - was will man denn auch mit einem Schlüssel für ein Fahrradschloss, das nicht mehr existiert. So ganz aufgeben wollte er allerdings nicht und rief die Polizei. Den Polizisten sagte er natürlich nicht, dass das Schloss, mit dem das Rad angekettet war, sein eigenes war. Die Polizisten schritten prompt zur Tat und knackten das Schloss.

Zufrieden fuhr er mit seinem alten Fahrrad nach Hause. Kurze Zeit später stellte er dann fest, dass das Rad damals eigentlich gar nicht gestohlen wurde - er konnte es nach einer kleinen Kleipentour nur einfach nicht wiederfinden. Geläutert meldete er den Fund dann auch seinem Versicherungsmakler und kaufte das Rad von ihm für 50 EUR zurück.

Und die Moral von der Geschichte: Zum Saufen sollte man immer mit dem Fahrrad fahren, weil man sich dann umsonst einen hinter die Binde gießen kann ;-)

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Samstag, 27. Oktober 2007

Männer

Nachdem ich mich vor einigen Tagen mit Frauen beschäftigt habe, nehme ich mir - der Gleichberechtigung wegen - nun das männliche Geschlecht vor.

Männer sind leicht zu begeistern - meistens. Es bedarf dabei keiner großartigen Dinge. So freut sich der Mann, wenn er auf einer Party jemanden trifft, der die gleichen Klamotten trägt. Daraus könnte nämlich eine Freundschaft fürs Leben werden. Männer freuen sich auch darüber, dass sie breitbeinig sitzen können, egal was sie anhaben.

Dumm ist natürlich schon, dass es keinen internationalen Männertag gibt. Aber das ist eigentlich auch egal für jemanden, der mit 15 Schüssen die Weltbevölkerung theoretisch verdoppeln kann.

Ach so: Bis heute erhielten 743 Männer und lediglich 34 Frauen einen Nobelpreis ... also nur so zur Info ;-)

PS: Und wer noch nicht ganz überzeugt ist, kann mal im Internet schauen, ob es noch weitere Gründe gibt, warum es toll ist eine Frau oder ein Mann zu sein.

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Donnerstag, 25. Oktober 2007

Frauen

oder: Eine lange Geschichte von Missverständnissen

Frauen sind leicht zu beeinflussen. Das kann man schön erkennen, wenn sie sich freuend und nickend offenkundig unrealistische Aussagen lesen. Hier ein Beispiel:

Wenn Frauen älter werden, nehmen sie an Gewicht zu. Das liegt daran, weil sie Unmengen an Informationen im Kopf anhäufen. Bleibt allerdings die Frage zu beantworten, warum dann so wenige dicke Frauen einen Nobelpreis erhielten ;-)


Und Frauen können ihr Selbstbewusstsein stärken, in dem sie sich darüber bewusst werden, dass sie sowohl einen nationalen als auch einen internationalen Frauentag haben. Ja, das stimmt, aber nur weil die restlichen Tage nicht alle Männertage heißen, bedeutet das nicht, dass sie nicht für Männer sind ;-)

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Montag, 3. September 2007

Kannibalismus

Da bin ich mal eine gute Woche außer Haus und verpasse eine wirklich gute Show. Das ist sehr unfair von den Kollegen gewesen ;-)

Was ist passiert: Vor knapp zwei Wochen beschäftigten sich einige Kollegen mal wieder mit dem leidigen Thema Kopierer. Ich hatte das Thema eigentlich schon längst ad acta gelegt, freue mich jedoch, dass sich freundlicherweise mal wieder jemand an Dingen, die offensichtlich so gewollt sind, die Zähne ausbeißt.

Na ja, nachdem der Techniker irgendwann keinen Bock mehr hatte jede Woche die Mechanik des Gerätes komplett zu überholen, beschloss einer meiner Kollegen die Notbremse zu ziehen. Er entschied einfach so, dass auch technische Geräte wie Kopierer ein Recht auf ein würdevolles Leben haben. Er beendete die Quälerei, indem er das Gerät gegen ein Gerät an einem anderen Standort austauschte, der hinsichtlich des zu erwartenden Kopieraufkommens wesentlich besser zur Leistungsfähigkeit des armen Kopierers passen würde.

Leider hat er da die Rechnung ohne die betroffenen Kollegen gemacht: Nachdem er die Geräte durchgetauscht hatte, entflammte prompt ein Zwergenaufstand in der Abteilung, die "ihren" Kopierer hergeben musste. Mit rationalen Argumenten, wenngleich diesbezüglich definitiv kein Erklärungsanspruch besteht, konnte er den Mob nicht besänftigen, so dass man sich mit der verbalen Übergabe einer Kriegserklärung getrennt hat.

Während man mir die Geschichte so erzählt, habe ich nur noch fassungslos den Kopf geschüttelt. Nachdem nun wirklich jedem Mitarbeiter bekannt sein sollte, dass das ganze Dilemma ausschließlich an der pathologischen Entscheidungsunfähigkeit seiner Majestät König Autistiko II. liegt, hätte ich ein Minimum an Kollegialität und vor allem gesundem Menschenverstand erwartet. Aber nein, stattdessen geht man dazu über, sich über Büromaschinen-Kannibalismus zu ereifern. Man, man, man ... was für ein Affentheater ;-)

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Freitag, 24. August 2007

Zitat des Tages

Neulich bemerkte ein Kollege nach dem 7. Espresso im Laufe eines Vormittags: "Ich stehe kurz davor, Fliegen als neue Fortbewegungsmethode für mich zu entdecken."

Na dann: Fly away ;-)

PS: Da fällt mir spontan ein, dass es tatsächlich auch bei uns Kollegen gibt, die Expresso trinken - na ja, zumindest glaube sie das ;-)

Also: Es heißt "Espresso" und nicht "Expresso" - ist kein Scheiß!

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Donnerstag, 9. August 2007

Der Umfaller des Monats

Auch ich Reich seiner Majestät König Autistiko II. gibt es die fast schon natürliche Rivalität zwischen einzelnen Abteilungen innerhalb des Unternehmens. Besonders ausgeprägt scheint mir die Rivalität zwischen dem Vertrieb und dem Rechnungswesen zu sein - hier herrscht faktisch Kriegsrecht.

Interessant an dieser kaufmännischen Vendetta ist die Rolle seiner Majestät König Autistiko II.: Er wiegelt die einzelnen Abteilungen gegeneinander auf und diese merken es nicht, dass sie zum Schluss gemeinsam an der Wand stehen.

Na ja, egal ... ein wahrer Klassiker bei der Auseinandersetzung zwischen Vertrieb und Rechnungswesen ist das Thema Skonto. Der Vertrieb findet es nicht gut, wenn ein Kunde Skonto zum Abzug bringt, wenn die Skontofrist schon vor 10 Tagen abgelaufen ist. Das ist auch nachvollziehbar, zumal Skonto ein Finanzierungsvorteil ist, der strikt an die Einhaltung der vereinbarten Skontofrist gebunden ist. Das Rechnungswesen empfindet unberechtigte Skontoabzüge nur lästig, weil sie nur zusätzliche Arbeit verursachen.

Irgendwann haben sich beide Abteilungen darauf verständigt, die lästigen Skontosünder nach einem standardisierten Modell zu behandeln: Einmal wird im Rahmen von Kulanz akzeptiert. Der Vertrieb wird darüber informiert. Ab dem zweiten Mal werden unberechtigte Skontoabzüge vom Kunden nachgefordert. Auch hierüber wird der Vertrieb informiert.

Nun begab es sich (mal wieder), dass ein Kunden einfach Skonto weit außerhalb der Skontofrist kürzt. Turnusmäßig wurde der Abzug anerkannt und eine freundliche Ermahnung verschickt. Das fand der Vertrieb nicht gut und ließ mit dem Hinweis, dass der Skontoabzug unverschämt sei, die 20 EUR prompt nachfordern. Das wiederum fand der Kunde nicht gut und jammerte ein paar Tage später am Telefon ordentlich rum. Darauf hin ist der Vertrieb erwartungsgemäß umgefallen, weil man auch nicht so recht sagen konnte, warum man denn so intolerant sei.

Fazit: Nachdem der Vertrieb also eine Riesenwelle um nichts gemacht hat, ist man zum Schluss doch wieder umgefallen. Das gute daran war aber, dass man die "faulen Säcke" aus dem Rechnungswesen bei der Gelegenheit noch mal ordentlich beschäftigt hat.

Danke Jungs, als Zuschauer fand ich die Show sehr schön :-)

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Dienstag, 24. Juli 2007

Mundraub

Nichts ahnend gehe ich heute Mittag zur einzigen sozialen Errungenschaft der Belegschaft im Reich seiner Majestät König Autistiko II., dem Mitarbeiterkühlschrank. Ich öffnete den Kühlschrank und griff mit tiefer Vertrautheit an die Stelle, an der ich heute Morgen meinen Joghurt platziert habe. Dementsprechend fassungslos war mein Gesichtsausdruck, als dieser Griff ins Leere ging: Man hat mir meinen Joghurt gestohlen!

Unglaublich, da wird man selbst von den eigenen Kollegen beklaut - alles Diebe ;-)

Das erinnert mich an eine ähnliche Episode aus meiner Zeit als Azubi: In dem Unternehmen gab es auch eine Küche für die Belegschaft. Eine Kollegin platzierte dort Tag für Tag ihr Obst. Eines Tages fing es dann an: Es fehlte ihr Apfel. Nun, dachte sie sich, das kann ja mal passieren. Ein Kollege hat aus Versehen oder wegen des großen Hungers zugelangt. Auch am nächsten Tag war ihr morgens mitgebrachter Apfel mittags nicht mehr im Kühlschrank. Am Ende der Woche, zwischenzeitlich sind bereits vier Äpfel in Folge kommentarlos verschwunden, machte sie sich Gedanken über die Ursache.

In der darauf folgenden Woche hatte sie einen genialen Einfall: Der Apfel bekam ein Namensschild. Nun, was soll ich sagen, gebracht hat es nichts. Zur Mittagspause lag zwar noch das Namensschild im Kühlschrank, nicht aber der Apfel.

Trotz intensiver Nachforschungen und persönlicher Befragungen konnte sich nicht klären, warum ihr Apfel immer wieder verschwunden ist. Nach diesem Tag hat sie meines Wissens nie wieder einen Apfel in den Kühlschrank gelegt.

Und was lehrt uns die Geschichte: Erkundige die nach den kulinarischen Vorlieben deiner Kollegen bevor du die fette Beute im Kühlschrank platzierst ;-)

PS: Ich hoffe es hat geschmeckt :-)

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Montag, 23. Juli 2007

Wochenstart

Zum Beginn dieser Woche möchte ich kurz über das vergangene Wochenende resümieren. Es war, wie immer, viel zu kurz. Nichtsdestotrotz war es aber auch ein Stück weit lehrreich: Unangenehme Kollegen sind in besoffenen Zustand noch unangenehmer und nette Kollegen, insbesondere weiblichen Geschlechts, sind ab dem Unterschreiten eines gewissen Blutpegels im Alkohol anhänglich, um nicht zu sagen lästig ;-)

In jedem Fall erwähnenswert sind die ab vier Bier verstärkt auftretenden freudschen Versprecher – da kann man ganz schön in Patrolie kommen - gemeint war natürlich die Bredouille ;-)

Den Rest des feucht-fröhlichen Zusammenseins werde ich aus Rücksicht auf die Kollegen nicht weiter kommentieren. Das kostet euch aber in jedem Fall eine Tafel Schokolade!

So, ich werde mich nun mit der äußerst spannenden Frage beschäftigen, warum in einem Container anstatt der erwarteten Waren nur Sand enthalten war. Vorsorglich werde ich meine Sandförmchen sowie Schaufel rauskramen, um die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken :-)

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Mittwoch, 11. Juli 2007

Eventualität

oder: Die Omnipräsenz des Vielleicht

Mit konkreten Aussage im Reich seiner Majestät König Autistiko II. ist das so wie mit Unfallversicherungen: Sie versprechen viel, aber eine persönliche Bürgschaft für die unbürokratische und vor allem außergerichtliche Regulierung im Schadensfall bekommt man vom Vertreter nicht.

Ich gehe also auf der Suche nach Lösungen für Probleme Tag für Tag los und spreche mit meinen Kollegen. Es ist durchaus hilfreich, wenn man auf eine gestellte Frage eine verlässliche Antwort bekommt. Es ist meines Erachtens gar nicht schlimm zu sagen, man weiß es nicht. Es treibt mich aber auf die Palme, wenn ich fast ausnahmslos mit Antworten wie "das könnte so sein" oder "das wird wohl so stimmen" bekomme. OK, vielleicht habe ich nur eventuell gefragt ;-)

Ich glaube jedoch, dass die vage Ausdrucksweise ein Teil der Taktik gegenüber seiner Majestät König Autistiko II. ist: Bloß nicht einen Standpunkt fest vertreten, da man ja nie weiß, wie die Meinung seiner Majestät König Autistiko II. zu diesem Thema heute ist. Das könnte nämlich eventuell ganz böse ausgehen.

Pssst - ich gebe euch einen Tipp: Es ist egal was ihr versucht, in der Arsch werdet ihr sowieso getreten ;-)

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Dienstag, 3. Juli 2007

Die Profis

Heute haben wir ausnahmsweise mal selbst und ganz ohne Zutun seiner Majestät König Autistiko II. eine Angelegenheit versenkt. Na ja, eigentlich ist keiner der anwesenden Kollegen der Verursacher, sondern ein ehemaliger Mitarbeiter - wir wissen nun aber, warum er nicht mehr für uns tätig ist ;-)

Wir nutzen für verschiedene innerbetriebliche Abläufe Aufkleber mit EAN-Codes zur Identifizierung. Das System ist zwischenzeitlich eingespielt und funktioniert ganz gut. Insgesamt haben wir im Laufe der letzten Jahre mehr als 100.000 Etiketten mit EAN-Codes erstellt.

Neulich bin ich in die Verlegenheit gekommen, einen neuen Satz Etiketten für ein Projekt anzufordern. Warum auch immer habe ich meine Kollegen darum gebeten vorab einmal zu prüfen, ob die Scanner die Etiketten auch lesen und interpretieren können. Nun ja, was soll ich sagen: Sie können mit den Etiketten rein gar nichts anfangen. Nach einigen Versuchen mit anderen Formaten haben wir dann Erfolg gehabt.

Eine Feststellung meines Kollegen machte mich stutzig: Er merkte an, dass das schon seltsam sei, dass der neue EAN-Code nicht funktionieren würde, zumal er auf dem alten Code-Exampel basieren würde.

Da ich das auch seltsam fand, habe ich von den bisherigen Etiketten mal einige scannen lassen. Das Ergebnis war ernüchtern: Kein Etikett war lesbar. Super - hat den niemand mal geprüft, ob die EAN-Codes auf den Etiketten auch lesbar sind?

Egal, dann drucken wir halt 100.000 Etiketten neu ...

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Montag, 25. Juni 2007

Die Suggestionsfalle

E-Mails entwickeln sich bei mir langsam aber sicher zu einer echten Plage. Ich habe mir daher seit geraumer Zeit jeden Freitag einen E-Mail-Beantwortungstag eingerichtet. Das finden einige Kollegen zwar nicht so prall, aber irgendwie muss ich der Plage Herr werden.

Die nähere Analyse vieler Mails offenbart eine ganze Reihe recht interessanter Dinge. So sind wir hinsichtlich des Anspruchs unserer täglich zu verrichtenden Arbeit auf Hobby-Liga-Niveau angekommen. Oder wie könnte man sonst erklären, dass pausenlos Fragen zum Ablauf von Geschäften, die sich über Jahre hinweg nicht im Mindesten geändert haben, bekommen? OK, vielleicht liegt es daran, dass heute Montag ist.

Aber zurück zum eigentlichen Thema E-Mail: Besonders spannend finde ich Mails mit suggestiven Inhalt bzw. mit nichtssagenden Aussagen. Da frage ich mich doch ernsthaft, ob man die Zeit, in der man die betreffende Mail verfasst hat, nicht lieber das Klopapier aufgefüllt hätte - das wäre wenigstens eine Sache, die einen konkreten Nutzen hat ;-)

Ich habe daher beschlossen, einen so genannten Suggestionsfalle in meinem Outlook einzurichten: Eine Regel prüft die Existenz von Fragezeichen oder Wörtern, die eine konkrete Frage vermuten lassen würde. Die besagten Wörter sind "Wie", "Warum", "Wann" oder "Wer". Sollte eine E-Mail keines der Kriterien erfüllen, wird die E-Mail noch vor dem Abholen auf dem Server gelöscht.

Ich hatte mal mit einer Blacklist experimentiert, doch musste ich mir damals einige itzige Fragen von Root gefallen lassen.

So, im Schweiße meines Angesichtes werde ich jetzt ganz konzentriert auf den heutigen Feierabend warten und hoffe wirklich inständig, dass ich seiner Majestät König Autistiko II. nicht über den Weg laufe.

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Freitag, 15. Juni 2007

Porno-Casting

Es gibt Momente, in denen Dinge eindeutig sehr viel anders laufen als man gedacht hat. Man glaubt beispielsweise, Kollegen, mit denen man mehrere Jahre zusammengearbeitet hat, einigermaßen zu kennen. Umso erstaunter ist man, wenn diese Kollegen dann jedoch vollkommen anders reagieren, als man das erwartet hat - und zwar ohne Alkohol- oder Drogeneinfluss!

Ich sitze also vor einigen Tagen gemeinsam mit einigen anderen Abteilungsleitern sowie einem Geschäftsführer in einem Meeting. Die Themen sind relativ vielfältig, jedoch zweifelsohne Geschäftsbezogen. Nach einer knappen Stunde ergibt sich ein Dialog zwischen dem Geschäftsführer und einem Kollegen über die personelle Neubesetzung im Empfang. Nach der Geschäftsführer das Wort "Porno" fallen ließ, wurde, eigentlich logisch, die ganze Aufmerksamkeit auf die kleine Unterhaltung gelenkt: Der Geschäftsführer wollte nämlich wissen, ob am Empfang jetzt eine Art Porno-Casting laufen würde oder die Besetzung nur zufällig etwaige Assoziationen zulassen würde.

Das eigentlich Lustige daran ist jedoch, dass man seit diesem Meeting die damals anwesenden Kollegen stets mit einem Grinsen auf dem Gesicht am Empfang vorbeigehen sieht ;-)

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Donnerstag, 26. April 2007

Suggestion

Mit Frau Gemüse habe ich mich schon länger nicht mehr beschäftigt. Das liegt jedoch nicht unbedingt an der Tatsache, dass sie weniger renitent gewesen ist, sondern vielmehr daran, dass mir oft die Zeit fehlt, die durchaus als spannend einzustufenden Erlebnisse zu dokumentieren.

In den letzten Wochen ist mir jedoch eine Sache mehrfach aufgefallen: Frau Gemüse hat, das muss ich anerkennend erwähnen, durchaus häufiger gute Ideen. Das Dumme daran ist jedoch die Art und Weise, wie sie ihre Ideen verbreitet.

In der Praxis läuft das dann fast immer so: Frau Gemüse hat einen Verbesserungsvorschlag. Im Grunde ist die Idee, wie eingehend erwähnt, gut. Frau Gemüse hat aber keine Lust, ihren Vorschlag in geeigneter Art und Weise zu kommunizieren. Stattdessen ergänzt sie alle bisherigen Vorgänge um die Information aus ihrer Idee oder aber sie ändert heimlich still und leise den Workflow. Anschließend geht sie los und beschwert sich bei ihren Kollegen, da sich diese nicht an ihre Änderung halten. Dabei suggeriert sie den Kollegen, dass das, was sie einfordert, schon seit eh und je gemacht werden würde. Ein Blick in die Vorgänge bestätigt dann zwar die Auffassung von Frau Gemüse, aber ein Blick in die Log-Files offenbart dann, dass die Änderung keine 24 Stunden alt ist.

Wenn man also mit den Kollegen über eine Verbesserung des Workflows nicht spricht, dann kann sich keiner an die nicht existierende Arbeitsanweisung halten. Wenn man dann jedoch noch die Kollegen für dumm erklärt, dann wird das gleich gar nichts mehr.

Fazit: Da ich Frau Gemüse schon mehrfach um die Verbesserung ihres Kommunikationsgebarens erfolglos gebeten habe, werden wir ab sofort mal eine Erziehungsmethode für Kleinkinder probieren. Ich trete auf die Bremse und habe Frau Gemüse gebeten, ihre Ideen vorab kurz schriftlich zu fixieren. Dazu hat sie meistens keine Lust, so dass per Saldo alles beim Alten bleibt. Das ist zwar schade, aber eben nicht zu ändern.

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Mittwoch, 18. April 2007

Beliebtheit

Heute möchte ich mal über ein Thema schreiben, welches mir schon seit einigen Wochen auf dem Herzen liegt: Meine Beliebtheit bei den Kollegen.

Nein, jetzt kommt kein narzisstisches oder vor Selbstgefälligkeit triefendes Gefasel. Es geht vielmehr um ein Phänomen, welches ich seit geraumer Zeit beobachte. Ich wurde vor zwei Monaten befördert und seit dem suchen verstärkt Kollegen den Kontakt mit mir, die bislang peinlich genau darum bemüht waren, möglichst nicht mit mir zusammenzutreffen. Und scheißfreundlich können sie auf einmal auch sein.

Zunächst dachte ich an einen spontanen Sinneswandel, doch je länger und vor allem je intensiver ich über einzelnen Begegnungen nachdenke, desto stärker erhärtet sich die Vermutung, dass es im Grunde nur darum geht, möglichst gut dazustehen - wie tendenziös ;-)

OK, vielleicht liegt meine skeptische Betrachtungsweise auch darin begründet, dass ich eine Art Prinzipienmensch bin. Den Prinzipienmenschen wollen wir aber nicht mit Prinzipienreitern verwechseln. Im Gegensatz zur Prinzipienreiterei beharre ich nicht stur auf einzelnen Ansichten, sondern versuche ein gewisses Maß an Authentizität in Form von Prinzipientreue zu praktizieren. Ich würde daher bestimmte Dinge schon allein aus Überzeugung nicht machen. Hierzu gehört, um den Bogen einmal gedanklich wieder zurückzuspannen, eben auch Heuchelei oder tendenziöses Verhalten.

Aber OK, ich will ja niemanden vorverurteilen. Leben kann ich damit in jedem Fall - ich bin ja kein Prinzipienreiter ;-)

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Dienstag, 17. April 2007

Begabung

oder: Wie man es schafft, binnen kürzester Zeit eine maximale Anzahl von Feinden im Büro zu gewinnen

Die Hoffnung stirbt zuletzt - so lautet eine bekannte Weisheit. Ich gebe zu, auch Anhänger dieser Devise zu sein. Und das, obwohl ich bei seiner Majestät König Autistiko II. jahrelang leidvoll andere Erfahrungen machen musste.

Ich bin eigentlich kein Anhänger von Meetings, doch manchmal muss man sich mit einem Kunden oder Lieferanten einmal persönlich von Angesicht zu Angesicht treffen. Das passiert bei mir nicht wirklich häufig. Aber so drei- bis viermal pro Jahr komme ich nicht um ein persönliches Gespräch mit einem externen Partner umhin und benötige einen Konferenzraum.

Wir haben hier ein halbes Dutzend Konferenzräume und, man mag es kaum glauben, auch einen Nutzungsplan respektive eine Reservierungsliste. Da ich typischerweise durchaus rund einen Monat im voraus weiß, wann ich einen Konferenzraum benötige, platziere ich eine entsprechende Reservierung.

Bekommen habe ich einen Raum bis auf eine Ausnahme in den letzten zwei Jahren nie. Seine Majestät König Autistiko II. setzt sich grundsätzlich über die Reservierungsliste hinweg - oft wird aus zwei Räumen ein Raum gemacht, damit seine Majestät König Autistiko II. dem einzigen Gesprächspartner ein möglichst opulentes Raumgefühl zu vermitteln.

Die eigentliche Härte dabei ist jedoch, dass ich jedes Mal genau 15 Minuten vorher informiert wurde und die für die Nutzung der Konferenzräume zuständige Kollegin ihre Aufgabe mit der Überbringung der Nachricht in einem stets brassigen Ton als erfüllt ansieht. Gut zu wissen, dass ich mit diesem Eindruck nicht allein stehe. Die entsprechende Kollegin, die im Übrigen die Nachfolge von Frau Klimper-Schüttel angetreten hat, hat augenscheinlich eine Begabung dafür zu wissen, wie man sich unbeliebt macht ;-)

Summa summarum kann man resümieren, dass die besagte Kollegin, nennen wir sie einfach mal Frau von Sinnen, eine in jedem Fall würdige Nachfolgerin von Frau Klimper-Schüttel ist. Sie ist zwar nicht ganz so zickig wie ihre Vorgängerin, gleicht dieses Manko jedoch mit einem Mehr an Penetranz und Aggressivität aus. Das wird bestimmt noch lustig :-)

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