Donnerstag, 26. April 2007

Suggestion

Mit Frau Gemüse habe ich mich schon länger nicht mehr beschäftigt. Das liegt jedoch nicht unbedingt an der Tatsache, dass sie weniger renitent gewesen ist, sondern vielmehr daran, dass mir oft die Zeit fehlt, die durchaus als spannend einzustufenden Erlebnisse zu dokumentieren.

In den letzten Wochen ist mir jedoch eine Sache mehrfach aufgefallen: Frau Gemüse hat, das muss ich anerkennend erwähnen, durchaus häufiger gute Ideen. Das Dumme daran ist jedoch die Art und Weise, wie sie ihre Ideen verbreitet.

In der Praxis läuft das dann fast immer so: Frau Gemüse hat einen Verbesserungsvorschlag. Im Grunde ist die Idee, wie eingehend erwähnt, gut. Frau Gemüse hat aber keine Lust, ihren Vorschlag in geeigneter Art und Weise zu kommunizieren. Stattdessen ergänzt sie alle bisherigen Vorgänge um die Information aus ihrer Idee oder aber sie ändert heimlich still und leise den Workflow. Anschließend geht sie los und beschwert sich bei ihren Kollegen, da sich diese nicht an ihre Änderung halten. Dabei suggeriert sie den Kollegen, dass das, was sie einfordert, schon seit eh und je gemacht werden würde. Ein Blick in die Vorgänge bestätigt dann zwar die Auffassung von Frau Gemüse, aber ein Blick in die Log-Files offenbart dann, dass die Änderung keine 24 Stunden alt ist.

Wenn man also mit den Kollegen über eine Verbesserung des Workflows nicht spricht, dann kann sich keiner an die nicht existierende Arbeitsanweisung halten. Wenn man dann jedoch noch die Kollegen für dumm erklärt, dann wird das gleich gar nichts mehr.

Fazit: Da ich Frau Gemüse schon mehrfach um die Verbesserung ihres Kommunikationsgebarens erfolglos gebeten habe, werden wir ab sofort mal eine Erziehungsmethode für Kleinkinder probieren. Ich trete auf die Bremse und habe Frau Gemüse gebeten, ihre Ideen vorab kurz schriftlich zu fixieren. Dazu hat sie meistens keine Lust, so dass per Saldo alles beim Alten bleibt. Das ist zwar schade, aber eben nicht zu ändern.

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2 Kommentare:

Am/um Donnerstag, April 26, 2007 5:22:00 nachm. , Anonymous Anonym meinte...

sind deine kollegen eigentlich schon vollidioten, wenn sie in die firma kommen oder werden sie erst zu solchen durch die sinnlosigkeit jeden denkens in des königs reich? oder gilt beides?

 
Am/um Donnerstag, April 26, 2007 7:55:00 nachm. , Blogger The Renitenz meinte...

Auch wenn es manchmal so herauszulesen ist: Viele meiner Kollegen schätze ich sehr. Das Problem ist nur seine Majestät König Autistiko II., der jedwede Form des komplexen Denkens systematisch zu verhindern weiß, indem er bei jeder passenden Gelegenheit Entscheidungen anderer als falsch einstuft und somit eine riesige Unsicherheit bei jedem einzelnen Mitarbeiter erzeugt. De facto versucht also jeder seinen eigenen Arsch an die Wand zu bekommen und merkt dabei gar nicht, dass seine Majestät König Autistiko II. jeden gegen jeden systematisch ausspielt.

 

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