Dienstag, 16. Januar 2007

Rechts-Links-Briefe

Seine Majestät König Autistiko II. kündigte vor gar nicht langer Zeit an, neben dem bereits partiell bestehenden Telefon- und Faxverbot auch das E-Mailen abzuschaffen. Vor diesem Hintergrund haben sich einige Kollegen über Alternativen Gedanken gemacht. Heraus kam u.a. auch der so genannte Rechts-Links-Brief.

Da auch ich mir den Begriff Rechts-Links-Brief erklären lassen musste, hier eine kurze Erläuterung: Früher, möglicherweise noch vor dem Krieg, also in der Pre-Telekommunikationsära gab es in vielen Unternehmen die so genannten Rechts-Links-Briefe, mittels welcher die Mitarbeiter uneinander kommuniziert haben. Man muss sich darunter ein Blatt Papier vorstellen, welches in sechs oder acht Rechtecke unterteilt ist. Mitarbeiter A beginnt im Rechtseck oben links mit seiner Frage an Mitarbeiter B. Mitarbeiter B antwortet auf die Frage im Rechtseck oben rechts und schickt das Blatt über die Hauspost zurück. Wenn Mitarbeiter A noch eine Frage zu dem Thema hat, dann schreibt er diese in das zweite Rechteck auf der linken Seite usw. - es ist konzeptionell also an die Antwort- und Weiterleitungsfunktion der E-Mail angelehnt.




Nachdem im weiteren Verlauf der äußerst angeregten Unterhaltung das Wort "E-Mail" von einem Kollegen fälschlicherweise als "eBay" verstanden wurde, näherte sich die Konversation ihrem intellektuellem Höhepunkt: Die Verbindung zwischen E-Mail und eBay wurde dann prompt beantwortet. Bei den Rechts-Links-Briefen durfte der Empfänger der Antwort offenbar eine Bewertung dieser vornehmen ;-)

Oh, wie schön dachte ich mir: Das waren noch Zeiten. Das Sammeln von Bewertungspunkten aus Rechts-Links-Briefen sorgte automatisch für ein hohes Maß an kollegialer Freundlichkeit und kompetenten Antworten.

Vielleicht sollte man bei Firmen-E-Mails auch mal überlegen, ein Bewertungssystem einzuführen. Lustig wäre das bestimmt ;-)

So im nach hinein frage ich mich jedoch auch, warum mir jemand aus der Firma die Geschichte mit den Rechts-Links-Briefen erklären konnte. Entweder ist da jemand tatsächlich schon eine halbe Ewigkeit im Dienste seiner Majestät König Autistiko II. tätig oder aber die Rechts-Links-Briefe wurde erst vor wenigen Jahren abgeschafft.

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1 Kommentare:

Am/um Mittwoch, Januar 17, 2007 1:10:00 nachm. , Anonymous Anonym meinte...

Solche Briefe finden jedoch auch noch in Unternehmen Verwendung, die über Intranet und email verfügen. Allerdings nur bei ganz wenigen Angelegenheiten...
Und bei der Bundeswehr hab ich die Dinger noch gesehen :)

 

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