Freitag, 15. Dezember 2006

Die Ninja-Taktik

Man sollte eigentlich meinen, dass bereits seine Majestät König Autistiko II. als organisatorischer Geisterfahrer Strafe genug ist. Tatsächlich gibt es aber auch Kollegen, die, subjektiv empfunden, alles in ihrer Macht stehende daransetzen, dem täglichen Drama noch das sprichwörtliche I-Tüpfelchen aufzusetzen.

Ich bin eigentlich ein Mensch, der sich nicht auf die Suche nach einem Schuldigen macht, wenn etwas in den Dutt gegangen ist. Die Zuweisung von Schuld bringt uns substanziell keinen Zentimeter weiter. Wichtig ist aber, dass man über die Ursachen von Fehlern spricht und schaut, dass man für die Zukunft sicherstellt, dass sie nicht wieder auftreten. In diesem Zusammenhang bin ich ein sehr geduldiger Mensch: Ich erzähle es gerne zwei- oder dreimal. Ich schreibe auch gerne eine Geschäftsanweisung. Ich verkneife mir selbst nach dem zehnten Mal einen blöden Kommentar.

Nachdem ich bei einigen Kollegen mittlerweile fast täglich Gebetsmühlenartig immer wieder darauf aufmerksam gemacht habe, dass bestimmte Dinge nicht OK sind, habe ich resigniert. Ich betrachte die beiden Querulanten allerdings als ultimativen Beweis dafür, dass 0 plus 0 nicht 0, sondern auch -2 sein kann ;-)

Lustig dabei ist jedoch, dass das resistente Verhalten auch einer Reihe von anderen Kollegen aufgefallen ist. Da jedoch auch Personalentscheidungen ausschließlich von seiner Majestät König Autistiko II. gefällt werden, wird die Angelegenheit einfach ausgesessen. Unter dem Strich bleibt der Mist dann bei mir hängen. Danke - und ich war schon am Überlegen, was ich nach 1900 im Büro noch machen könnte …

Anyway … bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass die Nachfolgerin von Frau Klimper-Schüttel bereits ihren zünftigen Einstand gegeben hat: Sie hat eine Mahnung an Kunde A and Kunde B gefaxt. Prinzipiell ist das kein großes Problem, auch wenn A und B harte Konkurrenten sind - wir sind alle nur Menschen und Fehler passieren nun einmal. Über die Begründung war ist allerdings erstaunt: Da die Mahnungen alle auf einem Haufen lagen, faxt sie alle Dokumente an die Faxnummer, die auf dem ganz oben liegenden Schreiben steht. Es sei schließlich nicht ihre Aufgabe zu prüfen, ob die Empfänger unterschiedlich sind.

Ich versuche auch heute noch, die Falten aus meinem verdutzten Gesichtsausdruck herauszubügeln. Nö, schon klar. Ein humanoider Papiereinzug ist in erster Linie ein Papiereinzug mit verbesserten haptischen Fähigkeiten. Kognitive Fähigkeiten kann man da nun wirklich nicht erwarten ;-)

So, ich werde sicherheitshalber die Stifte auf ihrem Schreibtisch mit einem Sicherheitshinweis "Nicht zum Verzehr bestimmt!" versehen. Was ich allerdings an die Tonerkartusche schreiben soll, weiß ich noch nicht genau: Vielleicht "Dröhnt nicht - echt!".

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1 Kommentare:

Am/um Samstag, Dezember 16, 2006 1:33:00 nachm. , Blogger Pathologe meinte...

Verzweigungsfreie Stapelverarbeitung nennt man so was in der Programmiertechnik. Glaube ich. Und habe wieder einen Beweis mehr, dass Computer per se einfach doof sind. Irgendwo müssen sie es ja her haben.

 

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