Mittwoch, 12. September 2007

Beschissen worden, bemerkt, ignoriert

oder: Der Weg des geringsten Widerstandes

Ganz im Geiste der fast schon zur Philosophie gewordenen Devise "Es geht um nichts" trug sich vor einigen Tagen die folgende Episode zu:

Ein Kollege bemerkte bei der Prüfung von Rechnungen eines Lieferanten, dass dieser offenbar schon seit mehreren Jahren für eine Dienstleistung zu viel berechnet. Im Detail hat der Lieferant bei dem noch zu DEM-Zeiten geschlossenen Vertrag lediglich das Währungssymbol ausgetauscht, anstatt den DEM-Betrag zum amtlichen Umrechnungskurs von 1,95583 in EUR umzurechnen.

Nun könnte man durchaus die Frage stellen, warum das nicht schon früher aufgefallen ist. Nun ja, ohne Verträge kann man die Rechnungen nicht wirklich auf ihre Richtigkeit hin untersuchen. Erst nachdem seine Majestät König Autistiko II. in einem Anfall von Ordnungsliebe die gigantischen Menge, zum Teil schon vom jahrelangen Liegen vergilbten Schriftstücke freizugeben, ergab sich eine Basis für eine kaufmännisch sinnvolle Rechnungsprüfung.

Der Kollege bemerkte recht schnell, dass sich ihm zwei Optionen bieten:

Nach Variante A würde man eine Belastungsanzeige erstellen und die Rückzahlung der Differenz fordern. Gegebenenfalls könnte man diese Forderung auch mit zukünftigen Rechnungen des Lieferanten verrechnen. Da der Lieferant aber schon nach mündlichem Vorfassen signalisiert hat, nicht einlenken zu wollen, wäre die Angelegenheit über Kurz oder Lang mal wieder zur Chef-Sache geworden. Und da niemand freiwillig Kontakt mit seiner Majestät König Autistiko II. sucht, entschloss sich der Kollege, die Sache einfach auf sich beruhen zu lassen.

Und was lehrt uns die Geschichte: Es geht um nichts und definitiv gar nicht um Geld.

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5 Kommentare:

Am/um Mittwoch, September 12, 2007 2:58:00 nachm. , Anonymous Luna meinte...

Ich habe solche Fehler reihenweise in den alten Unterlagen meines ehemaligen Chefs gefunden. Wenn überhaupt noch Unterlagen existierten, denn: wozu Akten anlegen? Dafür gibt´s doch Schubladen, Schränke, Laptoptaschen, große Tische...
Letztendlich habe ich nie verstanden, wie jemand so absolut wenig Interesse an seinem Unternehmen und dem damit zusammenhängenden Betriebsvermögen zeigen konnte. Der Kerl ist lieber Golfen gegangen statt sich mit seiner Unternehmensführung zu beschäftigen. Aber natürlich blieb die Allmacht bei ihm. Oder seinem kleinen Töchterchen, die noch weniger Interesse geschweige denn Ahnung hatte!!!
Was bin ich froh, dass ich dieser fahrlässigen Unfähigkeit nicht mehr länger ins Gesicht schauen muß!

 
Am/um Mittwoch, September 12, 2007 5:01:00 nachm. , Anonymous Anonym meinte...

Grundgütiger... das muss doch irgendjemandem auffallen, wenn plötzlich der doppelte Betrag in Rechnung gestellt wird. Guckt denn in dieser Chaos-Firma niemand auf die "Kontoauszüge"??

 
Am/um Mittwoch, September 12, 2007 8:06:00 nachm. , Anonymous Zeitungsleser meinte...

... naja, der 'Betrag' ist doch der gleiche? ^_^°

 
Am/um Mittwoch, September 12, 2007 8:28:00 nachm. , Anonymous Anonym meinte...

Hehe, stimmt ;)
Aber wir wissen ja was gemeint ist...

 
Am/um Freitag, September 14, 2007 8:27:00 vorm. , Anonymous noch ein Markus meinte...

nee jetzt, oder ?
darf ich euch auch irgendetwas liefern ?
Blumen, Waschmaschinen, Fahrräder ...
die sind bei mir so <-------> günstig
:)

 

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