Donnerstag, 23. November 2006

Nicht ohne meinen Anwalt

oder: Erpressungsversuch mit Memorandum

Im Moment ist es mit seiner Majestät König Autistiko II. mal wieder besonders schlimm. Da treffen pathologische Beratungsresistenz und Merkbefreiung auf verzweifelte Mitarbeiter, die händeringend nach neuen didaktischen Ansätzen für Erklärungen suchen.

Im Moment scheint sich seine Majestät König Autistiko II. mal wieder auf die Hausbank eingeschossen zu haben. Das wäre im Grunde nicht weiter schlimm, wenn da nicht auch die Belegschaft seiner Majestät König Autistiko II. ins Boot gezogen worden wäre.

Seine Majestät König Autistiko II. möchte neuerdings nicht mehr so viele Zahlungen unterschreiben. Hurra, und die Buchhaltung will nicht mehr so viele Zahlungen machen. Bei so viel Einigkeit sollte also die Lösung nicht weit weg sein. Falsch, ganz falsch! Die Vorstellung seiner Majestät König Autistiko II. über den zukünftigen Ablauf ist leider vollständig von der Realität abgekoppelt.

Man kann leider nicht in einem Zahllauf Überweisungen von mehreren Bankkonten gleichzeitig machen. Pro Bankkonto muss man leider einen einzelnen Zahlungssauftrag (mit beliebig vielen Überweisungen) machen.

Das ist zwar relativ simpel, aber seiner Majestät König Autistiko II. nicht vermittelbar. Da die Bockigkeit seiner Majestät König Autistiko II. jedoch keine Grenze kennt, unterschreibt er seit dieser Woche einfach die Überweisungen für Lieferantenrechnungen nicht mehr. Na bloß gut, dass ich kein Lieferant bin ;-)

Parallel dazu wurde ich heute von meinen beiden Chefs, Frau Ekel und Herrn Glitschi, aufgefordert, ein Konzept für Umsetzung einer weiteren Anforderung seiner Majestät König Autistiko II. zu erstellen. In sechs Stunden und acht Versionen später - zwischenzeitlich habe ich ein ausgeziechnetes diplomatisches Taktgefühl entwickelt - habe ich dann einen Entwurf des Memos erstellt, dessen Wording dann auch meinen Chefs, wohlgemerkt jedoch (noch) nicht seiner Majestät König Autistiko II., genehm war. Im Laufe der verschiedenen Versionen des Konzepts erhielt ich mehrfach direkte Arbeitsanweisungen für den genauen Wortlaut. Das Problem dabei war jedoch, dass das, was ich laut meinen Chefs schreiben sollte, eindeutig falsch war. Und da mein Name zwangsweise unter dem Konzept stehen sollte, habe ich das Wording zum Schluss mit meinem Anwalt abgestimmt - ich will mich ja schließlich nicht selbst erschießen ;-)

Tja, ich weiß es auch nicht mehr. Das ist doch nicht mehr normal, oder was? Ich glaube ich gehe jetzt einfach nach Hause oder kaufe mir ein paar Schuhe ;-)

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4 Kommentare:

Am/um Donnerstag, November 23, 2006 10:59:00 vorm. , Anonymous Anonym meinte...

Bitte?!?!? Das wird ja immer absurder bei Dir in der Firma... Es ist schon echt heftig, wenn Mitarbeiter normale Arbeit für die Firma mit ihrem Anwalt absprechen müssen, damit sie hinterher nicht selber hängen.
Mich würde ja brennend interessieren, wie diese Firma heißt...

 
Am/um Freitag, November 24, 2006 9:02:00 nachm. , Blogger The Renitenz meinte...

Bloß gut, dass mein Anwalt ein guter Freund und Nachbar ist ;-)

 
Am/um Freitag, November 24, 2006 9:26:00 nachm. , Anonymous Der Zeitungsleser meinte...

Hat Ihr Anwalt eigentlich noch mehr Mandanten in Ihrer Firma? Müsste sich doch eigentlich lohnen?

Aber hört sich schon heftig an. Wie reagiert eigentlich die Chefetage auf ein: "Nein, das ist so falsch und ich werde dafür die Verantwortung nicht übernehmen!"? Einfach weghören?

 
Am/um Samstag, November 25, 2006 4:12:00 nachm. , Blogger The Renitenz meinte...

Na ja, das Problem ist schon etwas komplexer: Ich reporte meistens nicht direkt an seine Majestät König Autistiko II., sondern an das Management. Das wiederum ist peinlich darum bemüht den eignen Mist, der zwangsläufig hin und wieder an die Oberfläche kommt, gegenüber seiner Majestät König Autistiko II. zu verschleiern. Läuft es dann aber trotzdem schief, ist bei Leuten wie mir dann der Arsch ab.

 

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