Mittwoch, 7. Juni 2006

Motivation

Zu einem guten Führungsstil gehört die eindeutig auch Motivation der Mitarbeiter, denen man fachlich und/oder disziplinarisch vorgesetzt ist. Das man derartige Führungstechniken bei uns nicht findet, ist selbstredend. Im Grunde geht es den Kollegen aus der Führungsmannschaft eigentlich nur darum, bewusst oder unbewusst die Hackordnung aufrecht zu erhalten oder diese zum Ablassen von Frust zu nutzen.

Man muss sich daher schon selbst um die Motivation der eigenen Person bemühen. Mancher vertraut dem Freund und Helfer Sedativum, andere wiederum suchen sich ein perverses Hobby oder ertragen das Martyrium einfach. Meine Motivation besteht zu einem großen Teil aus dem Lesen von Stellenanzeigen in der Tageszeitung. Jobbörsen im Internet habe ich schon mehrfach, auch über längere Zeiträume, probiert. Der Erfolg ist allerdings bescheiden bis nicht messbar. Ich glaube daher, dass die gute alte Tageszeitung oder Vitamin B immer noch die ergiebigsten Quellen für Jobangebote sind. Ein Channel, dessen Potential ich als durchaus bedeutsam einstufe, sind die so genannten Social Networks wie OpenBC, um nur mal einen Anbieter zu nennen.

Da ich, wie man sich vermutlich gut vorstellen kann, schon seit rund zwei Jahren nach einem neuen Job. In diesem Zeitraum habe ich drei Bewerbungen auf Positionen, die mich wirklich ernsthaft angesprochen haben, verschickt. Ich halte grundsätzlich nichts von Notbewerbungen á la "Hauptsache weg hier". Ich denke da tut man sich keinen Gefallen auf Dauer.

Bei knapp fünf Millionen Arbeitslosen in Deutschland ist eine Bewerbung mittlerweile zu einer Art Lotteriespiel geworden. Selbst wenn nur die Hälfte aller arbeitslos gemeldeten Menschen ernsthaft einen Job sucht, bleibt die Suche immer noch extrem schwierig. Das gilt natürlich nur für die Menschen, die selbst kein herausragendes Alleinstellungsmerkmal auf beruflicher Ebene bieten können.

Um meine Chancen, einen guten Job zu ergattern, optimal zu nutzen, habe ich mich schon vor Monaten mit Freunden, die mehr oder weniger Personaler sind, über dieses Thema unterhalten. Mit Erschrecken und doch zugleich Gewissheit habe ich zur Kenntnis genommen, dass bei vielen Unternehmen im Grunde gar keine Mitarbeiter mehr sitzen, die sich mit dem Thema Personalentwicklung ernsthaft auseinandersetzen können. Oftmals stehen auch die Mitarbeiter in der Personalabteilung unter der Pseudo-Effizienz-Knute des Mittelständlers. Na ja, die Welt werde auch ich nicht ändern können. Man kann sich aber darauf einstellen.
Da die mir gegebenen Tipps eine, subjektiv empfunden, erstaunliche Erfolgsquote beschert haben, möchte ich diese an dieser Stelle weitergeben:

Für mich ist es sehr wichtig, mich mit dem Unternehmen (und seinen Produkten) identifizieren zu können.
Ich verstehe mich nicht als Scheckempfänger zum Monatsultimo. Dazu verbringt ich zu viel Zeit Tag für Tag, als dass Dinge wie Spaß im Job und Zufriedenheit über erreichte berufliche Erfolge vollends unwichtig wären. Diese Betrachtung sollte man an den Anfang der Jobsuche setzen, da es die guten Arbeitgeber tatsächlich noch gibt. Man muss sie nur finden ;-)

Die erste und zugleich größte Hürde, die man als Bewerber nehmen muss, ist zu vermeiden von den Bewerbungsmappensortierern aussortiert zu werden.
Mit protzigen Mappen wird das definitiv nichts. Mehr als ein recycelter Plastikordner aus der Berufsschule darf es dann aber doch sein. Ich habe mir für knapp zwei Euro bei Staples eine elegant wirkende Pappmappe, speziell für Bewerbungen, gekauft.

Das Anschreiben ist der Schlüssel, mit dem man die erste Hürde nehmen kann. Zugleich nutze ich das Anschreiben um zu testen, ob das Unternehmen mit seiner Philosophie auch zu mir passt.
Ich habe mein Anschreiben bereits zu Beginn meiner aktuellen Bewerbungskampagne komplett neu verfasst und dabei versucht, ein Stück von meiner Lebenseinstellung unterzubringen. Das soll nicht heißen, dass man, nur weil man ein offener Typ ist, Phrasen wie "voll krasses Jobangebot" oder "kannst aufhören mit suchen: Ich bin der Gesuchte" verwenden sollte. Zwischen extrem konservativ und rotzfrech gibt es durchaus noch ein paar Abstufungen. Wichtig dabei ist jedoch zu beachten, dass man die Zeit des Personalers nicht verschwenden sollte. Wenn man sich auf einen Job als Nachtwächter bewirbt, ist es überflüssig zu erwähnen, das man auch Alarmanlagen entwickeln kann. Das kann der Personaler auch dem Lebenslauf entnehmen. Ergo sollte man das Anschreiben kurz und knackig halten und nur mit den Qualifikationen/Interessen befüllen, die tatsächlich für die ausgeschriebene Position relevant sind.

Bekommt man die Bewerbung relativ flott zurück, würde ich in jedem Fall nachfragen.
Wer freundlich fragt bekommt fast immer eine (ehrliche) Antwort. Sofern man nicht an Selbstüberschätzung bei der Auswahl der Position, auf die man sich bewirbt, gelitten hat, könnte u.U. der eingehend erwähnte Personality-Check gegriffen haben. Ich wäre dann froh meine Unterlagen zurückbekommen zu haben, da das vermutlich auf Dauer nicht wirklich zu einer harmonischen Beziehung geworden wäre ;-)


Einen neuen Job finden ist also mehr als nur eine Sache, die man nebenbei erledigen kann. Eine Sammlung wirklich ausgezeichneter Artikel ist bei Jova-Nova.com zu finden. Es bedarf zwar ein wenig Zeit, um die Intension der verschiedenen Gedanken zu erfassen, aber die ist meines Erachtens gut investiert.

Übrigens: Am Sonnabend war in der hiesigen Tageszeitung wieder mal ein für mich erstklassiges Stellenangebot. Es geht also wieder aufwärts :-)

PS: Bitte wieder fest die Daumen drücken.

PPS: Dem Kollegen Abteilungsleiter wünsche ich auch alles erdenkliche Gute und vor allem Erfolg bei der Jobsuche. Im Moment scheint die Jobsuche jedoch ein wenig zu stocken ;-)

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2 Kommentare:

Am/um Mittwoch, Juni 07, 2006 3:58:00 nachm. , Blogger limone meinte...

daumen sind gedrückt!!!

 
Am/um Freitag, Juni 09, 2006 3:33:00 nachm. , Anonymous Kiwi meinte...

Hier auch (mit Verspätung)

 

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