Dienstag, 31. Oktober 2006

Ultimative Tipps für den Flughafen

Letzte Woche hatte ich mal wieder das Vergnügen einen ausgiebigen Sicherheitschecks auf einem deutschen Airport mitzumachen. Sicher, die Terrorgefahr darf man nicht vernachlässigen. Das hat ja der letzte Anschlagsversuch in London-Heathrow deutlich gezeigt. Daher sind Sicherheitsmaßnahmen wichtig wie notwendig. Das man aber als normaler Mitteleuropäer neuerdings zwangsweise erkennungsdienstlich behandelt wird und damit in gewisser Art und Weise einen Teil seiner Menschenrechte (das Stichwort ist hier die Informelle Selbstbestimmung) angeben muss, empfinde ich als beschämend. Meine lieben Politiker aus dem Auswärtigen Amt: Sicherheit beginnt bereits damit, sich von schießwütigen und anderen verhaltensgestörten Personen auf der weltpolitischen Bühne deutlich zu distanzieren ;-)

So what ... nachdem im August ein etwas renitenter Fluggast in München wegen eines, zugegeben, sehr makaberen Scherzes mit einem Flugverbot belegt wurde, habe ich mich gefragt, ob es überhaupt noch Sinn hat, sich über die z.T. maßlos überzogenen Sicherheitskontrollen zu mokieren. Schließlich möchte ich nicht das Schicksal des bereits erwähnten Fluggastes teilen, nur weil ein etwas übermotivierter Sicherheitsbeamter der Meinung ist, mein germanisches Erscheinungsbild sei identisch mit dem eines wahhabistischen Bartträgers.

Für diejenigen, die jedoch schon immer für ein wenig mehr Spaß zu haben waren, gibt es nachfolgend 5 ultimative Tipps, wie man in jedem Fall zu einer Verhaftung auf einem Airport einschließlich lebenslangem Flugverbot kommt:

  1. Lassen Sie sich am Check-in-Schalter ausführlich über die Sicherheitsbestimmungen beraten. Fragen Sie dabei gezielt nach dem Status von Handfeuerwaffen, Stichwaffen sowie Chemikalien und elektronischen Schaltsystemen. Faseln Sie dabei immer unverständliches Zeug. Bedanken Sie sich abschließend für die Beratung und fragen Sie nach der nächsten DHL-Station, um die vom Transport ausgeschlossenen gefährlichen Gegenstände per Luftfracht zu verschicken.

  2. Legen Sie Ihre Jacke, das Handy sowie die Schlüssel auf das Einlaufband der Röntgenanlage. Während Sie vor den Metalldetektor treten ziehen Sie ihre Hose runter und fragen die Sicherheitsbeamten, ob man heute wieder alle Körperöffnungen inspizieren möchte.

  3. Gehen Sie mit einer fest an den Körper gedrückten 1,5l Flasche mit Tachyonen betrahlten Wasser in die Sicherheitskontrolle. Lehnen Sie das Zurücklassen der Wasserflasche in der Schleuse mit einem panischen Gesichtsausdruck ab und verweisen Sie darauf, dass Sie das Wasser im Flugzeug aus religiösen Gründen nicht trinken können. Alternativ können Sie das auch mit einer Flasche Jim Beam probieren: Bestehen Sie hierbei jedoch auf dem Austrinken in der Sicherheitsschleuse.

  4. Setzen Sie ein Hidschab auf, bevor Sie zur Sicherheitskontrolle gehen. Holen Sie anschließend mit hektischen Griffen Ihre persönlichen Dinge aus der Jacke und legen Sie diese auf das Einlaufband der Röntgenanlage. Rufen Sie während dessen laut und deutlich "Allahu Akbar".

  5. Nachdem Sie die Sicherheitsschleuse passiert und den ersten vier Tipps offensichtlich nicht vertraut haben, drehen Sie sich zu den Sicherheitsbeamten um und belehren Sie sie über die miserabel ausgeführte Kontrolle. Zum Beweis holen Sie Ihre Nagelfeile aus Glas aus der Socke.


Ach so: Da Warnhinweise neuerdings tendy sind, möchte ich darauf hinweisen, dass die o.g. Ratschläge keinesfalls ein Angebot oder gar eine Aufforderung zum Mitmachen darstellen. Das ist nur ein Scherz, wirklich!

PPS: Das Gewinnspiel nicht vergessen :-)

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4 Kommentare:

Am/um Dienstag, Oktober 31, 2006 8:39:00 nachm. , Anonymous Bateman meinte...

Und dennoch erlauben einige Gesellschaften mit dem Mobiltelefon im Flugzeug zu telefonieren.

 
Am/um Mittwoch, November 01, 2006 12:41:00 nachm. , Blogger Pathologe meinte...

Seltsam. Nach meinem letzten Flug mit einer namhaften, deutschen Fluggesellschaft von einem afrikanischen Land nach Deutschland stellte ich zu Hause mit Erstaunen fest, dass in der Hose, die ich auf dem Flug trug, hinten noch der Hotelwäschereischnipsel der Zimmernummer per großer(!) Sicherheitsnadel befestigt war. Was hätte ich nicht alles damit anstellen können.

 
Am/um Montag, Juni 30, 2008 4:07:00 nachm. , Anonymous Heiner meinte...

Passagier-Bummelstreik gegen Sicherheitskontrollschikanen!

Genervt von der Sicherheitskontrolle am Flughafen? Frustriert von der Tatsache, daß ein paar schnell umgeschulte Langzeitarbeitslose am Fraport uns das Weltterroristentum vom Hals halten sollen? Immer noch keine befriedigende Antwort von den Herren am Metalldetektor bekommen, warum noch kein ICE von der Lahntalbrücke gesegelt oder ein LKW voller Sprengstoff eine Ostseefähre versenkt hat - wo die doch gar keine Sicherheitskontrollen machen?

Und warum in Hahn den Gürtel ausziehen (diese Messerfotos kennen wir ja) und in Frankfurt die Schuhe? Was wenn der Schuhbomber nun Ryanair fliegt?

Was ist mit den vielen Milliarden Euro, die uns EU-Bürgern in Kosmetik & Softdrinks weggenommen und vernichtet werden? Das ist ein realer Wohlstandsverlust - und alles nur, weil die Flughäfen gerne Geld für bessere Röntgengeräte sparen möchten?

Es wird Zeit für den mündigen und freiheitsliebenden Bürger, zurück zu schlagen. Der mündige Bürger reist ab sofort immer mit einer Wasserflasche im Gepäck. Der Laptop wird erst nach Aufforderung ausgepackt. Bei Fragen vom Security-Personal tut man erst mal schwerhörig.
Jacke - in die erste Plastikschale. Den Laptop in die 2. – nach Aufforderung. Dann die Laptoptasche. Oh, Geldbeutel und Schlüssel vergessen – piep – die kommen in die 3. Plastikschale. Da kommt ja auch schon die Laptoptasche wieder, wegen der Wasserflasche. Piep. Oh, der Gürtel. Na klar (mecker, mecker beim Personal). Der Gürtel landet in der 4. Plastikschale. Weil der hoch gebildete und stets freundliche Security-Mann des Bürgers Gegenrede gar nicht leiden kann, sind nun auch die Schuhe noch dran. OK, aber grundsätzlich landen die in der 5. Plastikschale. Piept noch immer? Ach je, die Armbanduhr. Oder die Brille? Fazit: 6 Schalen & eine Laptoptasche. Das Ausgangsband hinter der Maschine ist voll. Der mündige Bürger zieht am Band in aller Ruhe minutenlang seine Sachen wieder an, prüft den Laptop, packt ihn ein und vergisst nicht, den Security-Hilfsarbeiter artig zum Abschied zu grüßen, während dieser von ca. 200 Leuten vor dem Metalldetektor ob der Verzögerung mit Blicken getötet wird.

Wie viele solcher mündiger Bürger braucht es eigentlich, um einen Flieger verspätet abheben zu lassen? Um die Security-Performance von Terminal A zu ruinieren? Würde der Security-Wahn weiterhin auf der Tagesordnung stehen, wenn Flugzeuge ständig Gebühren für Verspätungen zahlen müssten?

Ach so, wir brauchen doch Sicherheit. Ja, wohl wahr. Der Bundesgrenzschutz hat mir noch keine befriedigende Antwort darauf gegeben, wie die aktuelle Sicherheitskontrolle verhindern würde, daß ein Terrorist mit mindestens 12 Stunden McGypher-Fernsehkonsum nicht doch einen kapitalen Flammenwerfer oder Schneidbrenner aus Duty-Free-Rum, Silikonschlauch, Stahl-Kugelschreiber, einem Platinschmuckstück als Zünder und der medizinischen Sauerstoff-Gasflasche an Bord des Flugzeugs basteln würde. Oder der klassische 80er-Jahre-Drogenschmuggler-Film. Plastiksprengstoff in Kondomen verschluckt. Abführmittel als Aspirin gefälscht. Kommt doch dauernd vor, das mit den Kondomen und dem Kokain.

Aber der Profiterrorist lacht sich vermutlich ins Fäustchen über die vergeudete Lebenszeit und verlorenen Wohlstand und vergeudete Lebensfreude des Westens... und kauft schon mal Dünger für die Ostseefähre seiner Wahl.

Guten Flug in die Ferien! Und denken Sie dran: Immer nur einen Gegenstand pro Plastikschale - und nur nach Aufforderung, so lange bis der Schichtleiter der Sicherheitskontrolle weint. Und dann sagen Sie ihm: "Sie müssen doch nicht in der Flugbranche arbeiten. Sie könnten doch auch die Bahn wählen.“

 
Am/um Mittwoch, Juli 02, 2008 11:46:00 vorm. , Blogger Posmena Sales meinte...

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