Dienstag, 24. Oktober 2006

Monopoly im Rechnungswesen

oder: Euro? Was ist denn das für eine Währung?

Irgendwie hat es eigentlich keine Abteilung unter seiner Majestät König Autistiko II. leicht. Das ist zwar ausgesprochen Schade, sorgt aber andererseits dafür, dass mir der Stoff für kleine Anekdoten aus dem Büroalltag definitiv nicht ausgeht ;-)

Damit auch wirklich niemand denkt, ich würde einseitig berichten oder gar den einen oder anderen Kollegen mit seinen Problemchen vernachlässigen, gibt es heute eine Episode aus der Buchhaltung.

Seine Majestät König Autistiko II. ist mal wieder wie von einer Tarantel gebissen durch das Büro getobt, weil eine hinsichtlich Merkwürdigkeit kaum mehr zu überbietenden Auswertungen nicht rechtzeitig fertig war. Darauf hin hat seine Majestät König Autistiko II. eines der gefürchteten multiauralen Schreikonzile im Großraumbüro abgehalten. Das betraf zwar mehr als die Hälfte der zwangsläufig anwesenden Kollegen nicht, aber Publikum gehört bei seiner Majestät König Autistiko II. bekanntlich unbedingt dazu. Ist ja gut Opa, SCHREIEN BEFREIT ;-)

Im Laufe der als Monolog geführten Beschreiung kristallisierte sich dann die Ursache der Verspätung heraus: Die Buchhaltung war mit der betriebswirtschaftlichen Auswertung nicht rechtzeitig fertig geworden, da es einige Probleme im Zusammenhang mit der Umrechnung von Fremdwährungen gab - das ERP-System verwendet selbstverständlich nur EUR als Hauswährung.

OK, Fremdwährungen umrechnen ist schon nicht ganz einfach. Manches wird zum Briefkurs (Verbindlichkeiten) umgerechnet, für andere Dinge kommt der Geldkurs (Forderungen) zur Anwendung und für manchmal wird gleich der Kassakurs (Rohstoffe) genutzt. Je länger ich der akustischen Druckbetankung beiwohnte, desto seltsamer wurde die Sache allerdings: Am Anfang war die Rede von USD und AUD. Später kamen dann noch KRW hinzu. Als dann jedoch die Rede von DEM war, musste ich selbst noch mal darüber nachdenken, wann denn der Euro die D-Mark abgelöst hat. Ja, stimmt, das war am 1. Januar 2002, also vor mehr als vier Jahren.

Hm ... Moment mal, seit vier Jahren ist die D-Mark nicht mehr die Hauptwährung in Deutschland. Wer rechnet den in der Buchhaltung immer noch damit? Sollte seine Majestät König Autistiko II. die D-Mark als letzte Bastion der guten alten Zeit intern erhalten haben?

Na ja, ich rechne ja selbst hin und wieder auch noch mal eine Preisangabe in EUR in DEM um. Mein monetäres Wertegefüge läuft halt immer noch ein wenig mit D-Mark. Aber wer rechnet denn im Jahr 2006 in einem Unternehmen immer noch in obsoleten Währungen? Ja, richtig, seine Majestät König Autistiko II. klebt förmlich an der D-Mark. Selbst die aktuelle Bilanz und G+V-Rechnung, sofern sie denn jemals wirklich fertig werden, sind in erster Linie in DEM und erst dann in EUR ausgestellt.

Die Buchhaltung hatte dann zum Schluß das Problem, rechtzeitig die ganzen Fremdwährungen sowie das Zahlenwerk aus der laufenden Geschäftsbuchhaltung in DEM umzurechnen.

Herrlich - besser kann man sich eigentlich nicht beschäftigen. Wenn ich nicht selbst dabei gewesen wäre, hätte ich es nicht geglaubt. Im Grunde können die Kollegen aus der Buchhaltung aber froh sein, dass seine Majestät König Autistiko II. die Reichsmark schon abgeschafft hat. Noch eine Währungsumstellung innerhalb von 25 Jahren überleben die Kollegen garantiert nicht!

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1 Kommentare:

Am/um Dienstag, Oktober 24, 2006 1:13:00 nachm. , Anonymous waschsalon meinte...

kommt aber bestimmt noch: der renminbi oder yuan.

 

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