Montag, 24. Juli 2006

Unsinnsarbeit

Hin und wieder habe ich in der Vergangenheit einen Artikel aus einem Magazin oder einer Zeitung kommentiert. Das möchte ich nun wieder einmal machen. Aktuell habe ich auf Spiegel.de einen recht interessanten Artikel zum Thema Unsinnsarbeit gefunden.

Im Großen und Ganzen ist der Artikel auf das Paralleluniversum seiner Majestät König Autistiko II. zutreffend, wenngleich ich subjektiv den Eindruck habe, dass in unserer Company die Anzahl der unproduktiv verbrachten Arbeitstage sehr viel höher ist, als die statistisch ermittelte Anzahl von knapp 33 Tagen pro Jahr. Von meinem Job ausgehend würde ich denken, dass ich eher 90 Tage pro Jahr mit Dingen zubringe, die weder einen Sinn haben noch in irgendeiner Art und Weise als produktiv einzustufen sind - ich verweise in diese Zusammenhang auf das Thema Organisatorische Geisterfahrt. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich einfach nur anwesend bin und nichts mache, sondern vielmehr Tag für Tag auf Anforderung hin Analysen und Konzepte erstellen, die entweder jeglicher Logik entbehren oder aber schlicht direkt in die Ablage P wandern. Letzteres ist dabei keine vage Annahme sondern beruht auf Tatsachenberichten. Prinzipiell gilt es aber zu diversifizieren: Die vernunftfreie Zone seine Majestät König Autistiko II. besitzt ein Mindestmaß an Pietät und archiviert die Informationen, um sie grundsätzlich nicht wieder zu finden, wohingegen Frau Ekel und andere Möchtegern-Manager die Anforderung von Analysen und Studien eher als Beschäftigungstherapie ansehen und den Output zum Teil ohne Umweg über den Schreibtisch entsorgen.

Der normal denkende Mensch fragt sich daher über kurz oder lang, ob sich seine Majestät König Autistiko II. nebst Vasallen über die Konsequenz des Führungsstils tatsächlich im Klaren sind. Aus gesellschaftlichen Gesichtspunkten heraus ist die Beschäftigung eines Heeres von Mitarbeitern, dessen Truppenstärke selbst Hannibal Barkas vor Rom hätte zur sofortigen Umkehr bewogen, sicherlich sehr löblich. Aus rein ökonomischen Aspekten, denen man sich im Rahmen der voranschreitenden Globalisierung sowie der Tatsache, das es auch Mitbewerber gibt, über kurz oder lang zwangsläufig stellen muss, ist es nicht normal. Die Ultralinken Verfechter der Gerechtigkeit werden nun einwerfen, dass das doch nichts Schlimmes ist, solange der Rubel rollt, doch genau da beginnt das Problem: Was nutzt es einer großen Schar Mitarbeitern, wenn man mittel- bis langfristig quasi gemäß Arbeitsvertrag den eignen Stuhl absägen muss. Man könnte das dann auch negative gesellschaftliche Nachhaltigkeit nennen ;-)

Nein, ich glaube die Ursache des Problems der Unsinnsarbeit liegt oftmals gerade bei mittelständischen Unternehmen an einer ganz anderen Stelle: Dem Unternehmer selbst.

Wenn man sich mit Freunden und Bekannten über den beruflichen Alltag unterhält, dann ist auffällig, dass bei der Masse der mittelständischen Unternehmen eine ähnliche Situation anzutreffen ist. Es wird viel und gern gejammert und sich planlos handlungsunfähig gespart sowie der innovative Gedanke als Besserwisserei abgetan wird. Da sich der Mittelständler finanziell oft eher als Gast beim Fährmann Charon am Fluss Styx entpuppt, und es selbst hin und wieder tatsächlich auch so wahrnimmt, kann man zu dem Schluss kommen, dass es bei vielen Unternehmern wohl eher um das Frönen eines Hobbies als um die gewinnbringende Anlage von Kapital geht. Sicher, es steht jedem Menschen frei mit dem eigenen Geld zu tun und zu lassen was man will, keine Frage. Gelegentlich jedoch einmal über die eigene Verantwortung als Arbeitgeber innerhalb der Gesellschaft nachzudenken und somit das eigene Unternehmen nicht ausschließlich als Voluntary Playground anzusehen, ist vermutlich nicht zu viel verlangt ;-)

In jedem Fall kann ich bestätigen, dass der Gedanke einer mental/körperlich ganzheitlichen Betätigung als Fulltime-Freizeitbeschäftigung bei der merkbefreiten Zone seiner Majestät König Autistiko II. ganz oben steht. Es sei ihm jedoch gestattet, Geld zu vernichten. Das permanente Rumgenörgel und verbale Attackieren von Untergebenen ist jedoch definitiv inakzeptabel! Es kommt grundsätzlich nur Mist raus, wenn man unfähig ist zu definieren, was man möchte bzw. zu kommunizieren wohin die Reise gehen soll.

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1 Kommentare:

Am/um Montag, Juli 24, 2006 10:58:00 vorm. , Blogger Pathologe meinte...

Doch nicht die selbe Firma, aus der wir kommen. Abgesehen vom frühen Dahinscheiden der Firma, in der ich war, stimmen die beschriebenen Szenen doch recht gut.
Naja, unser König Autistiko hatte sehr rudimentäre Kenntnisse der MAterie, die er wider besseren Wissens der Mitarbeiter stets als alleinseligmachende Dogmen aufstellte. Die Hofschranzen und Konkubinen halfen dem König damals kräftig, das Reichsvermögen durch Unvermögen neu zu verteilen. Es gab viele Nutznießer außerhalb des Reiches, die sich darob erfreuten. Dafür mussten wir als Untertanen allerdings keinerlei Beschimpfungen über uns ergehen lassen. Eine reine Zweiklassengesellschaft. Eine Klasse, die den Betrieb aufrechterhielt und das Reichsgold innerhalb eines Monats besorgte, und eine Klasse, die das besorgte Reichsgold unbesorgt innerhalb eines halben Monats wieder ausgab.

Und ja, wir wurden bereits von Anfang an durch ein Plus verbunden. Alles wiederholt sich, nur die Könige haben andere Namen.

 

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