Freitag, 9. Juni 2006

Glauben

Tiefer, nicht zwangsläufig religiös motiverter Glaube an die unterschiedlichsten Dinge hat bei uns eine lange Tradition. Wir glauben an Gerechtigkeit und Schicksal, den lieben Gott und Technik sowie seine Majestät König Autistiko II. und die Deutsche Bank. Manche glauben auch, dass Deutschland Fußballweltmeister 2006 wird (Muss ich hierfür auch eine Lizenzabgabe an die Fifa entrichten?) und noch weniger daran, dass es noch Sommer in diesem Jahr gibt. Und gar niemand glaubt daran, dass sich bei uns in der Company etwas ändert.

So what ... insbesondere Technikgläubigkeit entwickelt manchmal beeindruckende Stilblüten. Für die Beleuchtung im repräsentativen Teil des Gebäudes ist Frau Klimper-Schüttel zuständig. Na ja, zuständig klingt irgendwie nach Hausmeister, äh Facility Manager. Und das ist sie nicht - Gott sei Dank. Ihre administrative Aufgabe beschränkt sich eher auf das Anfordern eines Technikers. Auch dann, wenn das Problem banal oder offensichtlich einfach zu beheben ist.

Um eine gestörte Wahrnehmung meinerseits auszuschließen, frage ich einmal den Leser, wie man wohl überprüft, wo der Defekt einer Stehlampe liegen könnte:

Stecker in Steckdose?
Der kleine Gnubbel mit dem Kabel dran muss in eine der Dosen an der Wand.

Steckdose wird mit Spannung versorgt?
Einen Schraubendreher mit Phasenprüfer haben selbst wir.

Glühlampe OK?
Kann man checken, indem man die Lampe einfach mal anschaut.

Sicherung OK?
Das ist das kleine längliche Ding im Schalter. Einfach mal rausdrehen und anschauen. Genau wie bei der Glühlampe.


Bei uns läuft das, wie schon fast vermutet, etwas anders: Lampe leuchtet nicht. Frau Klimper-Schüttel eine halbe Stunde apathisch durch das Gebäude schicken und ein Dutzend Mitarbeiter vogelig machen lassen. Elektriker anrufen. 50 EUR dafür bezahlen, dass der Elektriker eine Sicherung für 0,15 EUR wechselt.

Ich bestehe darauf, dass die elektrischen Leuchtkörper durch Fackeln ersetzt werden. Dann brauchen wir wenigsten keine Elektriker, Sicherungen und Leuchtmittel sowie als Showeinlagen getarnte Einlagen von geistig verwirrten Mitarbeitern.

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2 Kommentare:

Am/um Freitag, Juni 09, 2006 7:40:00 nachm. , Blogger limone meinte...

auf die idee mit der sicherung im schalter wär ich aber auch nicht gekommen. ;-) (der arme elektriker muss doch auch leben...)

 
Am/um Freitag, Juni 09, 2006 9:56:00 nachm. , Blogger The Renitenz meinte...

OK, ich hätte ergänzend dazu schreiben sollen, das auf dem schwarzen Schalter ein roter Knopf mit einem Sicherungs-Zeichen ist ;-)

 

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