Donnerstag, 2. März 2006

Neue Kopierer (Update)

Wie ich in bereits berichtete, haben wir seit rund sechs Wochen neue Kopierer. Aufgrund der vorausschauenden Bemessung des Kopieraufkommens, welches im übertragenen Sinne knapper als ein handbreiter Minirock ausgefallen ist, ziehe ich heute eine erste Zwischenbilanz: Ein Gerät ist bereits seit Tagen offline, da es nur noch Papierstaus produzierte. Erwartungsgemäß setzte sich die Karawane kopierwilliger Mitarbeiter in Richtung des nächsten Gerätes in Bewegung.

Zwei Tage später brach auch dieser Kopierer unter der Last der angeforderten Kopien gnadenlos zusammen. Nachdem das Gerät nach jeder fünften Kopie ein oder zwei Seiten als Eigenbedarf verzehrt hat, wurde es entnervt stillgelegt. Es gibt augenscheinlich doch keine Canon Copy Mouse für das Kopiervolumen einer Zeitungsdruckerei ...

Das wurde, ehrlich gesagt, auch Zeit, denn die sich bildende Schlange vor dem Kopierer reichte durch die halbe Etage und jeder in der Schlange stehende Mitarbeiter quakte über die einer nordafrikanischen Wanderdüne recht ähnliche Kopiergeschwindigkeit.

Ich sehe mich daher gezwungen, meine ursprüngliche Kalkulation zu korrigieren: 20 Mitarbeiter warten pro Stunde einmal 1 Minute vor dem Kopierer. Bei 8 Arbeitsstunden an 220 Arbeitstagen summiert sich die Wartezeit bei einem Stundenlohn von 15 EUR auf knapp 9.000 EUR. Hinzuzurechnen wäre die Ausfallzeit des inaktiven Gerätes sowie gegebenenfalls die Reparaturkosten - für einen Wartungsvertrag war seine Majestät König Autistiko II. entschieden zu geizig.

Ich sehe aber noch einen Schimmer Hoffnung: Man könnte vor dem Kopierer einen für die Belegschaft kostenpflichtigen Caipirinhã-Automaten aufstellen und die Provision mit der Wartezeit verrechnen, wobei ich allerdings vermute, dass sich sowohl die durchschnittliche Verweildauer als auch die Anzahl der wartenden Kollegen exponential mit zur Verfügung stehenden Sitzmöglichkeiten vergrößert.

Wenn wir nun noch drei Kubikmeter Sand pro Etage auffüllen, dann komme auch ich ab sofort mit Badehose, um die angeschwipsten Kollegen an der Kopier-Bar zu treffen :-)

Ach was bin ich nur für ein garstiger Mensch, dass ich die Liebe seiner Majestät König Autistiko II. nicht sofort erkannt habe: Er will ja im Grunde nur unser Bestes ;-)

PS: Bis dahin bewegt sich die Karavane der nimmermüden Büroarbeiter zum Kopierer Nummer 3. Mal schauen, wann der Gute freiwillig das Handtuch wirft ...

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2 Kommentare:

Am/um Donnerstag, März 02, 2006 1:32:00 nachm. , Anonymous Anonym meinte...

"Er will ja im Grunde nur unser Bestes" - Und, kriegt er es? ;-)

 
Am/um Donnerstag, März 02, 2006 8:50:00 nachm. , Blogger The Renitenz meinte...

Na ja, die Sache hat, wie immer, zwei Seiten: Seine Majestät ist davon überzeugt, das nur Idioten ohne Sachkenntnis und Verstand für ihn arbeiten - die können selbstverständlich niemals ihr Bestes geben - und andererseits ist es ziemlich unrealistisch anzunehmen, dass die Belegschaft, von denen 100% innerlich gekündigt haben, sich in irgend einer Art und Weise bemühen, mehr als unbedingt notwendig zu geben. Oder anders ausgedrückt: Ich glaube wir bieten ein schönen Beispiel, wie man sich selbst und sein Unternehmen ruinieren kann.

 

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