Montag, 23. Januar 2006

Die Papierfabrik

Im Artikel "Knicken, Lochen, Abheften und nicht wiederfinden" hatte ich ja schon einmal unser Problem mit dem Archivieren von Informationen angeschnitten. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Kollegen, die das Problem thematisiert und mögliche Lösungen aufgezeigt haben. Das es nie zu einem problemorientierten Auseinandersetzung gekommen ist, hat, bei Licht betrachtet, nur einen Grund: Traditionalistische Hemmnisse in Form seiner Majestät König Autistiko II.

Heinrich von Pierer, ehemaliger CEO von Siemens, hat vor vielen Jahren einmal festgestellt, dass das Büro ohne Papier genauso weit entfernt ist, wie das Klo ohne WC-Papier. Im Grunde hat er damit nicht Unrecht, weil es sicherlich eine Fülle von Informationen gibt, für die Papier einfach der bessere Träger ist. Nichtsdestotrotz macht es aber Sinn, bestimmte Informationen so abzulegen, dass auch eine realistische Chance besteht, sie wieder zu finden. Und das Ganze natürlich so, dass keine Horde pakistanischer Teppichknüpfer im Rahmen einer Umschulungsmaßnahme bei uns im Archiv sitzt.

OK, ändern werde ich die Mentalität wohl nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man in einigen tausend Jahren, wenn man das Unternehmen im Rahmen eines archäologischen Projekts ausgräbt, zum Schluss kommt, eine Papierfabrik entdeckt zu haben ;-)

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