Montag, 7. August 2006

Spontantrip

oder: Urlaub mal anders

Ich mag keine minutiös geplanten Reisen. Auch mag ich keine Trips zu Locations, bei denen man sich aufgrund der Anzahl von Deutschen in Relation zu Einheimischen eher wie zu Hause fühlt als in fernen Ländern, wohl aber aufgrund des Verhaltens der Deutschen weiß, dass man nicht zu Hause ist. Urlaub muss also immer spannend sein. Normal gibt es ja schon ;-)

Ich habe vor einigen Monaten einen alten Freund wieder getroffen. In der Zwischenzeit hat er als Pilot einen netten Job gefunden: Er ist Copilot bei einer One Aircraft-Cargo Airline. Klingt im ersten Moment wenig spannend, ist es aber bei näherer Betrachtung überhaupt nicht. Jedes Mal andere Fracht und häufig neue Ziele. Da kommt kaum lange Weile auf. Und um pöbelnde Passagiere muss man sich auch nicht kümmern. Einzig der typischerweise recht kurze Aufenthalt am Zielort ist verbesserungswürdig. Anyway ... es gibt eindeutig schlimmere Dinge.

Anfang letzter Woche habe ich mit ihm erneut gekabelt. Da er meinen Hang zu ausgefallenen Aktionen kennt, bot er mir einen Spontantrip an. Am Mittwoch sollte ich gegen Mittag in Frankfurt/Main sein. Da das Ziel zum Zeitpunkt des Anrufes unbekannt war, habe ich also bezüglich Gepäck ein wenig improvisiert und eine kleine Collage vermeintlich nützlicher Kleidungsstücke einschließlich eines Survival-Kits in einem Flight Case verstaut. Das meiste braucht man eh nicht. Warum also unnötiges Gedöns herumschleppen.

Nach Frankfurt/Main hat es erstaunlicherweise ganz gut geklappt. Ich war also pünktlich vor Ort. Gegen 1400 ging es dann mit einem Airbus A310-300F und 38 t Fracht nach Dubai. Prima, genau das ist der Überraschungsmoment, den ich so liebe: Für Temperaturen um 45° Celsius habe ich irgendwie nichts dabei, was den islamischen Bekleidungskodex auch nur annähernd entspricht. Da helfen auch gut fünf Stunden Bedenkzeit nichts ;-)

Gegen 2200 Ortszeit sind wir dann sauber in Dubai gelandet. Die Sonne war zwar schon längst untergegangen, aber hat offensichtlich die Temperatur vergessen. Das ist schön, denn so kann man mal ordentlich schwitzen, ohne gleich in die Sauna gehen zu müssen.

Nachdem wir am Folgetag ein wenig durch Dubai City gepest sind und uns die Highlights angesehen haben - habe noch nie eine so große Baustelle gesehen, ging es gegen Abend gewichtsmäßig fast leer nach Bombay.

Die indischen Behörden in Bombay waren hinsichtlich der Einreiseformalitäten sehr kooperativ. Ich durfte sogar eine ausführliche Tour über das Flughafengelände und durch den Transitbereich machen. Dass ich das Flughafengelände nicht verlassen durfte, ist wohl in erster Linie der väterlichen Fürsorge des kleinen Inders von der Zollkontrolle zuzuschreiben und nicht etwa dem blöden Visum. Zum Schluß hatte ich dann aber eine recht gute Vorstellung von dem, was Tom Hanks alias Viktor Navorski in Terminal widerfahren ist. Ob es wohl daran gelegen hat, dass ich immer von Bombay anstatt Mumbai sprach? Ich fand es aber trotzdem nett. So kann man immerhin behaupten schon einmal in Bombay gewesen zu sein.

Am Ende der Woche war ich dann wieder in Frankfurt/Main. Während meiner kleinen Rundreise habe ich rund 15.000 Kilometer zurückgelegt. Ich habe viel gesehen (und über Einreisebestimmungen in Indien) gelernt; hin und wieder jedoch nicht das, was ich wollte ;-)

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Peter - war echt eine klasse Tour :-)

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1 Kommentare:

Am/um Montag, August 07, 2006 9:10:00 nachm. , Anonymous waschsalon meinte...

dubai ist um diese jahreszeit familien untauglich. zu heiß. freunde von uns haben sich das aufschwatzen lassen - und waren die ganze zeit im hotel wegen der klimaanlage.

 

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